Farne sind älter als alle samenbildenden Pflanzen. Fossile Funde belegen, dass es bereits vor rund 400 Millionen Jahre Farne gab. In Prähistorischen Zeiten gab es riesige Wälder aus Baumfarnen. Noch heute bevorzugen Farne einen schattigen Standort und viele Arten sind bis in den Wälder zu finden.
Auch im Garten gedeihen Farne gut und sind mit ihren filigranen Blattwedeln ein herrlicher Anblick. Wer Farne selbst vermehren will, kann dazu auf verschiedene Methoden zurückgreifen. Eine davon ist die Vermehrung mit Sporen.
Was sind Sporen?
Farne gehören zu den Gefäßsporenpflanzen. Diese uralte Pflanzengattung bildet keine Blüten und damit auch keine Samen aus. Stattdessen entwickeln sich an der Blattunterseite Sporen. Sporen bestehen meist nur aus einer Zelle, die zur asexuellen Verbreitung der Pflanze dient.
Die Sporen der Farne befinden sich in kugeligen kleinen Kapseln, die sich an der Unterseite der Wedel befinden. Sind die Sporen reif, öffnen sich die Kapseln und die Sporen verbreiten sich durch den Wind.
Vermehrung mit Brutknollen

Die kleinen kapselartigen Gebilde an der Unterseite der Farnwedel werden auch Brutknollen genannt. Im Spätsommer sind die Brutknollen ausgereift und bereit die Sporen zu entlassen. Auf recht einfache Art können Farne zu dieser Zeit direkt im Garten vermehrt werden.
Dazu wird ein Wedel mit Brutknollen von der Mutterpflanze abgetrennt und mit der Blattunterseite auf die Gartenerde gelegt und am besten mit einer Klammer fixiert.
Nach etwa zwei bis vier Wochen erscheinen an den Brutknollen frische Wurzeln und Blätter. Die Jungfarne können dann einzeln in Töpfe gepflanzt und frostsicher überwintert werden. Im nächsten Frühjahr können die kleinen Farne dann ins Freiland umziehen.
Vermehrung mit Sporen

Die direkte Vermehrung über Sporen ist ein wenig aufwendiger und schwieriger als die Vermehrung mit Brutknollen. Auch dazu wird ein Wedel von der Mutterpflanze abgetrennt. An der Unterseite muss ein feiner Staub deutlich sichtbar sein. Das sind die winzigen Sporen.
Der abgetrennte Farnwedel wird mit der Unterseite auf ein Blatt Papier gelegt und muss dort windsicher 2 Tage lang ruhen. In dieser Zeit lösen sich die Sporen aus der Kapsel.
Der so gewonnene feine Sporenstaub wird anschließend in eine Anzuchtschale mit nährstoffarmer Anzuchterde gestreut. Farnsporen benötigen Licht zum Keimen. Sie werden daher nicht in die Erde eingearbeitet.
Beim Aufstreuen der Sporen muss es absolut windstill sein, denn die extrem winzigen und feinen Sporen wehen bei jedem Windhauch sofort davon. Damit die Sporen auch nach dem Aufstreuen auf der Erde verbleiben wird die Anzuchterde mit Wasser besprüht und die Anzuchtschale mit Klarsichtfolie oder einer Haube abgedeckt.
Damit sich kein Schimmel bildet und die Keimung beginnt, muss das Substrat immer feucht gehalten und regelmäßig gelüftet werden. Nach einer Weile bildet sich ein grüner Belag auf der Erde. Aus diesem entwickeln sich dann die jungen Farne. Bis die ersten Jungpflanzen erscheinen kann es jedoch mehrere Monate dauern.
Expertentipp
Farnsporen sind giftig. Bereits das Einatmen kann zu Übelkeit und Erbrechen führen. Beim Aussäen der Sporen sollte es daher absolut windstill sein und auch die Hände sollten nach dem Aussäen gut gewaschen werden.
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