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Pflanzenkrankheiten

Gummifluss behandeln

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Gummifluss behandeln

Gummifluss ist auch unter den Bezeichnungen Gummosis oder Gummose bekannt und beschreibt eine Pflanzenkrankheit, welche insbesondere an Gehölzen zu finden ist. Ist eine Pflanze durch den Gummifluss befallen, so führt dies zum Austreten einer bernsteinfarbenen, klebrigen Masse aus der Rinde und den Ästen. Diese ist mit dem Harz der Nadelbäume vergleichbar. Auch wenn man bei Gummifluss oft von einer Krankheit spricht, so handelt es sich dabei eher um eine Begleiterscheinung von verschiedenen Pilzinfektionen, nicht ausreichenden Wachstumsbedingungen oder äußerlichen Beschädigungen der Rinde und spricht für Mangelerscheinungen beim betroffenen Baum.

Früher wurde die harzige Flüssigkeit des Gummiflusses von Kirsch- oder Pflaumenbäumen als Bindemittel für Gallustinte eingesetzt. Dabei handelt es sich um eine dickflüssige schwarze Tinte, welche aufgrund ihrer Dokumentenechtheit heutzutage bevorzugt für die Unterzeichnung wichtiger Dokumente benutzt wird.

Auswirkungen des Gummiflusses

Besonders jüngere oder sehr alte Bäume sind vom Gummifluss betroffen. Dieser ist durch Schnittwunden oder andere Verletzungen der Baumrinde erkennbar. Die austretende zähe Flüssigkeit wird aufgrund von Zellfunktionsstörungen aus unterschiedlichen Zuckerverbindungen und Säuren gebildet und verstopft die Leitungsbahnen des Gewächses. Eine solche Verstopfung kann den Wasser- sowie den Nährstofftransport beeinträchtigen. In Trockenperioden, in denen der Baum mehr Wasser benötigt, können daher einzelne Äste oder sogar der komplette Baum infolgedessen absterben.

Ursachen des Gummiflusses

Auswirkungen des Gummiflusses
Der Gummifluss ist ein Phänomen, welches bei ohnehin geschwächten Bäumen auftritt. In den meisten Fällen ist ein zu schwerer, nasser Boden für sein Erscheinen verantwortlich, jedoch können auch Nässe, Frost oder Rindenverletzungen die mögliche Ursache sein. Auch Schädlinge oder Krankheiten, welche den Baum befallen, können einen Gummifluss auslösen. Hierzu zählen sowohl pilzliche als auch bakterielle Erkrankungen der Rinde oder diverse Parasiten.

Bei Pfirsichbäumen wird der Gummifluss in den meisten Fällen durch die Kräuselkrankheit hervorgerufen. Dabei ist zu beobachten, wie sich die Blätter zunächst stark kräuseln und vertrocknen und schließlich abfallen. Ursache dessen ist ein Pilz, welcher sich während des Winters auf den Zweigen befindet und im Frühling die neuen Blätter befällt. Betroffene Triebe und Blätter sollte man unverzüglich entfernen. Ein Pflanzenschutzmittel kann nur eingesetzt werden, während die Knospen noch schwellen.

Eine weitere Pilzkrankheit, die den Gummifluss hervorrufen kann, ist Monilia, welche als Spitzendürre oder Fruchtfäule auftreten kann. Im Fall einer Spitzendürre werden zunächst die Blüten und danach die Triebspitzen und schließlich die Blätter plötzlich welk und die Triebe können über gummiartige Ansammlungen verfügen. Nach einer gewissen Zeit lässt sich eine gelbliche bis graue Pilzfläche feststellen. Die betroffenen Triebe sollte man bis in das gesunde Holz zurückschneiden, vertrocknete Blüten und Früchte sollten sowohl vom Baum als auch vom Boden entfernt werden. Für Sauerkirsch-, Süßkirsch- oder Pflaumenbäume gibt es außerdem hilfreiche Pflanzenschutzmittel, welche man gegen die Monilia einsetzen kann.

Pflaume, Kirsche, Pfirsich oder Aprikose können zudem durch die Schrottschusskrankheit betroffen sein, welche an rötlichen bis braunen Flecken auf den Blättern zu erkennen ist, die nach einer gewissen Zeit ausbrechen. Auch die Knospen, Blüten, Früchte und Triebe des Baumes können von den Flecken betroffen sein, eine Folge davon ist der Gummifluss. Einige Steinobstsorten gelten als weniger anfällig für die Schrotschusskrankheit und stellen daher die geeignetere Wahl dar.

Auch die Valsakrankheit ist nicht bei allen Sorten gleich verbreitet. Diese kann eine Folge von schweren, feuchten Böden sein und äußert sich durch Wucherungen innerhalb der Rinde, welche über dunkle, warzenartige Punkte verfügen. Weiterhin kann man im Verlauf der Krankheit die Bildung gummiartiger Tropfen beobachten. Betroffene Zweige zeigen verwelkte Blätter und Früchte. Befallene Teile des Baumes sollten unmittelbar entfernt werden, um eine weitere Ausbreitung zu vermeiden.

Vorbeugende Maßnahmen gegen den Gummifluss

Vorbeugende Maßnahmen gegen den Gummifluss
Bereits bei der Auswahl der Bäume kann man sich für Sorten entscheiden, welche besonders unempfindlich für die den Gummifluss auslösenden Krankheiten sind. Jedoch ist nicht nur die Sorte entscheidend für ein gesundes Wachstum, sondern auch ein ausgewogener Boden sowie das richtige Klima. Den Boden sollte man mit ausreichend Humus mischen, zudem ist es wichtig, dass der Baum mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgt wird. Feuchte oder frostige Standorte sind weniger geeignet. Grundsätzlich sollte man die Stämme und Kronenansätze von Obstbäumen zu Beginn des Winters mit einem Weißanstrich versehen, um auf diese Weise Frostrisse in der Rinde zu vermeiden. Der Weißanstrich besteht aus einer biologisch abbaubaren Mischung aus Kalk und Wasser, welches mit Hilfe eines großen Pinsels gleichmäßig auf die entsprechenden Flächen aufgetragen wird.

Die korrekte Durchführung von Schnittmaßnahmen

Die korrekte Durchführung von Schnittmaßnahmen
Verleiht man jungen Bäumen einen Erziehungsschnitt, so sollte man dabei darauf achten, dass spitzwinklige und dicht aufeinander stehende Äste entfernt werden. Diese können im Laufe der Zeit für eine große Zugspannung innerhalb der Krone sorgen, welche die Entstehung von Gummifluss begünstigt.

Führt man einen Ableitungsschnitt durch, so schneidet man jeweils den Trieb auf einen schwächeren Seitentrieb zurück. Dieser übernimmt dann wiederum die Funktion der ursprünglichen Spitze. Leitet man starke Äste auf zu dünne Seitentriebe ab, so entstehen große Unterschiede im Saftdruck, was wiederum einen Gummifluss zur Folge haben kann.

Die effektive Bekämpfung von Gummifluss

Es ist wichtig, dass Steinobstarten regelmäßig auf Gummifluss kontrolliert werden, damit man in diesem Fall unmittelbar eingreifen kann. Stellt man einen Gummifluss fest, so sollte man kranke Zweige und Äste mit Hilfe eines scharfen, desinfizierten Schneidewerkzeuges entfernen. Zusätzlich ist eine Bodenanalyse oder eine Messung des pH-Wertes empfehlenswert, damit der befallene Baum seinen Bedürfnissen entsprechend mit Nährstoffen versorgt werden kann. Ist der pH-Wert zu niedrig, so kann man diesen erhöhen, indem man den Boden ausreichend kalkt.

Expertentipp

Im Rahmen der Schnittmaßnahmen sollte man einen Seitentrieb niemals direkt ableiten, sondern grundsätzlich einen Zapfen mit etwa dreißig Zentimeter Länge am Baum belassen. Auf diese Weise entsteht eventueller Gummifluss unmittelbar am Zapfen und nicht an der Ableitungsstelle. Der Zapfen kann leicht entfernt werden, sobald dieser in Folge des Gummiflusses abgestorben ist. Der Seitentrieb bleibt jedoch gesund und erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Können die jeweiligen Bodenverhältnisse verantwortlich für Gummifluss sein?

Gummifluss beziehungsweise die für ihn verantwortlichen Krankheitserreger oder Schädlinge können oftmals auf unzureichende Bodenbedingungen zurückgeführt werden, welche wiederum eine Schwächung des Baumes verursachen. Schwere Böden, die zu Staunässe neigen, können Bäume schädigen und machen diese so anfälliger für eventuelle Erreger. Insbesondere für die Kultivierung von Steinobst sind sandige Böden ungeeignet und verhindern, dass die Bäume ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden können. Im Bedarfsfall kann man eine Bodenverbesserung vornehmen, indem man dem Erdreich ausreichend Kompost zufügt oder den Boden kalkt.

Welchen Standort sollte man wählen, um Gummifluss bestmöglich vorzubeugen?

Obstbäume, wie zum Beispiel Kirsch- oder Pflaumenbäume, gedeihen besonders gut auf pH-neutralen oder alkalischen Böden und sind dann weniger empfindlich gegen Krankheiten. Einen warmen, sonnigen und geschützten Standort sollte man besonders Pfirsich-, Nektarinen- und Aprikosenbäumen bieten. In klimatisch ungünstigeren Regionen sollte man zusätzlich für einen ausreichenden Kälteschutz sorgen, welcher die Bäume nicht nur während der Wintermonate, sondern auch im Frühjahr vor Frostschäden bewahrt.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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