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Heckenpflanzen

Heckenschnitt – welcher Zeitpunkt ist der beste?

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Heckenschnitt – Welcher Zeitpunkt ist der beste

Hecken geben dem Garten Struktur und sind eine formschöne Abgrenzung für ein Grundstück. Sie halten Wind und Blicke ab, bieten Kleintieren Zuflucht und Vögel finden in dichten Hecken geschützte Nistplätze. Nur regelmäßig und konsequent zur passenden Zeit geschnittene Hecken erfüllen formvollendet alle Funktionen.

Vorgaben für den Heckenschnitt

Vorgaben für den Heckenschnitt


Nicht zu jeder Jahreszeit sind Heckenschnitte möglich. Um Vögel und ihre Brut zu schützen regelt seit 2010 das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) in Paragraf 39 die Zeit des Heckenschnitts. Zwischen dem 1. März und 30. September ist es verboten, Hecken bis zum Boden zurückzuschneiden, „auf den Stock setzen“ und Pflanzen zu entfernen. Das Gesetz ist in allen Bundesländern gültig. Eine Nichtbeachtung kann Strafen nach sich ziehen.

Ausnahmen erlaubt das Gesetz. Beschädigte Zweige und vertrocknete Triebe können zu jeder Zeit entfernt werden. Die Hauptbrutzeit der Vögel liegt zwischen Anfang März und Ende Juni. Ab dem 24. Juni, dem Johannistag, dürfen gemäßigte Formschnitte ausgeführt werden.

Der Winterschnitt für Hecken

Der Winterschnitt für Hecken
Während der Winterzeit ist der Saftfluss in den Zweigen aller Baum- und Straucharten reduziert und Verletzungen durch den Schnitt in die Äste sind von der Pflanze besser zu bewältigen. Der Februar eignet sich gut für einen gründlichen Heckenschnitt, der die Linienführung, Höhe, Breite und Form der Hecke festlegt. Für die Arbeiten sind Frosttage ungeeignet. Tag- oder Nachtfrost kann über die frischen Schnittstellen in die Zweige eindringen und Schäden verursachen. Besser ist es, einen Tag mit milderen Temperaturen abzuwarten. Der Neuaustrieb der Pflanzen ab März zeigt glänzende Triebe und überzieht bei manchen Pflanzenarten die Hecke mit Farbe.

Keine Regel ohne Ausnahme

Keine Regel ohne Ausnahme
Sind blühende Sträucher Bestandteil der Hecke, sollten Sie auf einen Schnitt im Februar verzichten. Forsythien und andere Blühsträucher legen ihre Blütenknospen bereits im Vorjahr an. Ein Rückschnitt im Februar reduziert die Blütenpracht erheblich. Der ideale Zeitpunkt zum Formschnitt von Blütensträuchern liegt unmittelbar nach der Blüte, meistens im Sommer.

Der Sommerschnitt oder Johannisschnitt

Der Sommerschnitt oder Johannisschnitt
Um den 24. Juni herum zeigen alle Hecken kräftige Neutriebe, die in Form gebracht werden. Jetzt können Sie Fehler in der Linienführung, die im Februar nicht sichtbar waren, korrigieren. Haben sich Lücken gebildet, werden lange Triebe hindurchgeführt oder darübergelegt. Vertrocknete Zweige an der Basis oder den Seiten lassen sich erkennen und beseitigen. Der Rückschnitt um etwa ein Drittel regt die neuen Triebe zur Bildung von Seitenzweigen an. Strahlend schöne und heiße Sonnentage sollten für die Arbeiten gemieden werden, denn es besteht die Gefahr, dass die Enden der Zweige vertrocknen. Ein Tag mit mäßigen Temperaturen und leicht bedecktem Himmel eignet sich hervorragend für den Formschnitt.

Wie oft schneiden?

Unter den beliebten Heckengehölzen finden sich Laubhecken mit kleinen und größeren Blättern, manche entwickeln schnell lange Triebe, andere bleiben kompakt. Die Arten und Sorten der Pflanzen, aus denen die Hecken bestehen sind entscheidend dafür, ob ein oder zwei Schnitte pro Jahr notwendig sind und zu welchem Zeitpunkt der Rückschnitt vorgenommen wird. Die meisten Laubhecken erfordern einen zweimaligen Schnitt pro Jahr.

Die beliebte und weit verbreitete Hecke aus Buchen ist zu jeder Jahreszeit attraktiv, durch grüne Blattmassen im Sommerhalbjahr und trockene, raschelnde Blätter während der Herbst- und Wintersaison. Sie erhält im Februar einen deutlichen Rückschnitt. Während der Wachstumsperiode entstehende Fehler werden mit dem Herbstschnitt vor Wintereintritt korrigiert.

Thuja, die wegen ihrer weichen Nadeln und dem fruchtigen Duft ein beliebtes Heckengehölz ist, erhält ebenfalls zwei Mal im Jahr einen Formschnitt. Der Rückschnitt darf nur sparsam ausgeführt werden. Günstige Zeitpunkte sind Februar und Sommer.

Welche Arten erhalten einen Formschnitt pro Jahr?

    • Lorbeerkirsche

Mit ihren großen Blättern gehört sie zu den Ausnahmen unter den Laubgehölzen. Sie wächst mit nur einem gründlichen Schnitt im Februar. Manche Art blüht im Frühsommer und entwickelt über Sommer schwarze Kirschen.

    • Buchsbaum

Geformter Buchsbaum gedeiht ebenfalls mit einem Schnitt. Oft wird hierfür der Februar gewählt. In rauen Lagen eignet sich ein Sommerschnitt besser.

Nur einen Schnitt erhalten die Nadelgehölze, darunter:

  • Eiben
  • Zypressen und Scheinzypressen
  • Fichten und Tannen

Eiben bilden dichte Hecken und sind beinahe beliebig formbar. Mit einem Februarschnitt sind Korrekturen und neue Formen möglich. Wurde der Zeitpunkt versäumt, lässt sich der Schnitt in gemäßigter Form im Sommer durchführen.

Zypressen und Scheinzypressen mit ihrem duftenden Holz bilden schöne Einfriedungen. Zur Gestaltung ist ein Schnitt im Februar ausreichend. Einzelne Sorten neigen stark zur Blüten- und Fruchtbildung und verbreiten leicht ihren Samen. Durch einen leichten Formschnitt im Sommer lassen sich Samenstände zu entfernen und die Form erhalten.

Hecken aus Fichten und Tannen bekommen einen Schnitt nach dem Austrieb der neuen Zweigspitzen, das ist häufig im Juni und Juli. Gekürzt wird ausschließlich der neue Trieb.

Beispiele für den Herbstschnitt

Gehölze, die blühen und fruchten bekommen überwiegend einen Herbstschnitt. Dazu zählen:

  • Liguster
  • Lonicera oder Heckenkirsche
  • Berberitze
  • Weißdorn
  • Glanzmispel und weitere Arten.

Die Laubgehölze entwickeln duftende Blüten und dekorative Beeren, die für Tiere und teilweise Menschen genießbar sind. Blüten an Liguster und Berberitze ziehen zahlreiche Schmetterlinge an. Über viele Monate wirken die Hecken auf Menschen und Insekten attraktiv. Schade wäre es, sie ihrer Blüten- und Fruchtfülle zu berauben. Sie erhalten einen Form- und Rückschnitt im Herbst, sobald die meisten Früchte abgeerntet sind. Einige Sträucher bekommen einen mäßigen Formschnitt, dazu zählen Sorten der Heckenkirsche. Weißdorn verträgt dagegen drastische Rückschnitte und vielfältige Formen. Die Pflanzen treiben ab März wieder willig aus.

Hecken erfahren eine Sonderbehandlung, wenn sie neu angepflanzt werden oder eine alte Hecke verjüngt werden muss.

Neupflanzung

Wird eine Hecke frisch gepflanzt, sollten die Sträucher bereits zu Beginn leicht zurückgeschnitten werden. Kappen des Leittriebes und der Seitenzweige führt zu einer besseren Verzweigung. Eine dichte Hecke entsteht durch kurzen Zuwachs in Höhe und Breite der Hecke. Dafür werden die frischen Triebe zwei, bei schnell wachsenden Gehölzen sogar drei Mal im Jahr zurückgeschnitten. Nach jedem Schnitt bleibt ungefähr ein Drittel des neuen Triebes stehen.

Verjüngung alter Hecken

Alte und sorgfältig gepflegte Hecken sind eine Augenweide. Mit der Zeit entstehen schadhafte Stellen, die Zweige sind nur an der Spitze belaubt und die Hecke wirkt verwildert. Jetzt hilft ein drastischer Rückschnitt, der bei einigen Arten bis in altes Holz reichen kann. Willig entwickeln Eiben, Liguster und Weißdorn frische neue Triebe aus Ästen und Stamm. Zypressen und Scheinzypressen lieben es gemäßigter. Nach der Kälteperiode ist der Februar dafür ausgezeichnet geeignet.

Expertentipp

Nutzen Sie niedrige Blühsträucher für eine dekorative Hecke. Üppig und mit dichten Blüten bedecken sich Zwerg-Spiersträucher, Fingerstrauch und an geeigneten Standorten Lavendel. Die Blütenpracht entsteht durch einen starken Rückschnitt im Februar bis etwa eine Handbreit über dem Boden.

Häufig gestellte Fragen

Was tun, wenn die Hecke aus Weißdorn kahl aussieht?

Schneiden Sie die Hecke in der Höhe um ein Drittel zurück und kürzen Sie die Äste auf einer Seite. Kurze Aststücke bleiben stehen, an denen entwickeln sich im Sommer neue Seitenzweige. Die zweite Seite der Hecke kürzen Sie im darauffolgenden Februar.

Meine Hecke aus Bergahorn zeigt erfrorene Triebspitzen. Kann ich sie noch einmal schneiden?

Schneiden Sie die Zweige unter der erfrorenen Stelle ab.

Die Fichtenhecke zeigt braune Äste und braune Nadeln. Kann ich sie zurückschneiden?

Tote Äste am Fuß der Hecke entfernen Sie komplett. Beschädigte Zweige können Sie herausschneiden. Ein Rückschnitt insgesamt ist nur im grünen, frischen Holz möglich.

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