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Hochbeet im Herbst bepflanzen
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vor 5 Jahrenauf
Von
Peter SchmidtHochbeete erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Sie erlauben rückenschonendes Gärtnern und bieten den Pflanzen ideale Wachstumsbedingungen – auch im Herbst. Während Hobbygärtner ab September ihre ebenerdigen Beete abernten und winterfest machen, können Hochbeet-Besitzer bis in den Winter hinein gärtnern und ernten. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Vorteile der Herbstanbau im Hochbeet zu bieten hat und welche Pflanzen Sie in der kalten Jahreszeit anbauen können.
Hochbeet im Herbst bepflanzen – Vorteile
Nässe, Kälte und Frost setzen Pflanzen in den Herbst- und Wintermonaten ordentlich zu und sorgen in vielen Fällen für ein frühzeitiges Ende. Vor allem Jungpflanzen sind betroffen. Ein Hochbeet hat hier entscheidende Vorteile zu bieten. Durch die Höhe dringt der erste Frost nicht gleich in die Erde ein – die Pflanzen sind vor Bodenfrost und daraus resultierenden Schäden geschützt.
Die einzelnen Füllmaterialien sorgen für ein erfolgreiches Pflanzenwachstum. Die Schicht aus Baum- und Strauchschnitt wirkt durch ihre grobe Struktur wie eine Drainage und schützt die Pflanzen vor nassen Füßen. Das Regenwasser fließt deutlich schneller ab, sodass sich keine Staunässe bildet.
Die restlichen Schichten fungieren als Bodenheizung. Sie verrotten auch in den Herbstmonaten weiter und setzen Energie in Form von Wärme frei. Die Pflanzen sind somit deutlich später von Frost und Kälte betroffen und werden darüber hinaus kontinuierlich mit Nährstoffen versorgt.
Pflanzen vor Nässe und Kälte schützen
Die Temperaturen fallen und die Nächte werden länger – irgendwann wird es selbst für die kältetolerantesten Gewächse im Hochbeet zu kalt.
Um möglichst hohe Temperaturen zu erreichen und die Wärme über den Pflanzen zu halten, sind Dächer und Folientunnel hilfreich. Die durch die Verrottung erzeugte Bodenwärme wird unter der Abdeckung gespeichert und schützt die Pflanzen vor Erfrierungen. Der entstandene Treibhauseffekt gewährleistet zudem ein rasches Wachstum. So können Sie in der kühleren Jahreszeit problemlos Gemüse anbauen und bis in den Januar ernten. Nebenbei schützt die Abdeckung vor Unwetter und Schädlingen.
Wichtig ist, dass Sie die Abdeckung täglich an den Kopfseiten öffnen, damit die Pflanzen ausreichend Sauerstoff bekommen und nicht von Pflanzenkrankheiten wie Pilzen befallen werden.
Alternativ zu Dach und Folientunnel können Sie Vlies und Mulch verwenden, um das Gemüse vor Kälte und Frost zu schützen.
Herbstbepflanzung – geeignete Gemüsesorten
Falls Sie im Herbst Gemüse ernten wollen, sollten Sie auf klassische Herbstgemüse-Sorten setzen. Im Sommer gesät, reifen sie bis in den Herbst hinein und können selbst im Winter noch geerntet werden.
Hierfür eignen sich beispielsweise:
- Kohlarten wie Chinakohl, Brokkoli und Rosenkohl
- Karotten
- Rote Bete
- Endivien
- Sellerie
- Fenchel
Alternativ kann man typische Wintergemüse-Sorten anpflanzen. Kohl-Liebhaber kommen im Herbst definitiv auf ihre Kosten – im Hochbeet fühlen sich alle erdenklichen Kohlarten wohl. Zusätzlich können Sie das Hochbeet mit folgenden Gemüsesorten bestücken:
- Salat
- Spinat
- Pak Choi
- Lauch
- Radieschen
Für die Herbstbepflanzung ist selbstverständlich nicht nur Gemüse geeignet. Wer sich im kommenden Frühjahr an einem üppig blühenden Blumenmeer erfreuen will, sollte Blumenzwiebeln ins Hochbeet setzen. Diese werden – je nach Wetterlage – von September bis November gepflanzt.
Verwenden können Sie:
- Tulpen
- Krokusse
- Lilien
- Narzissen
Hinweis: Auch im Hochbeet lohnt es sich, die Fruchtfolge zu beachten. Im ersten Hochbeet-Jahr sollten Sie Starkzehrer wie beispielsweise Kohl pflanzen. Im zweiten Standjahr folgen Mittelzehrer wie Möhren, Lauch, Zwiebel und Kohlrabi. Im dritten Jahr werden Mittel- und Schwachzehrer gemischt, während im vierten Standjahr Schwachzehrer im Hochbeet Platz finden. Zu ihnen gehören beispielsweise Feldsalat, Rucola und Radieschen.
Aussaat und Ernte
Sie können die Pflanzen selbst aussäen oder Jungpflanzen aus dem Fachhandel verwenden und diese im frühen Herbst einpflanzen.
Wer die oben aufgeführten Wintergemüsesorten säen will, sollte dies bis spätestens Ende August / Anfang September getan haben. Die Setzlinge lassen sich gut auf der Fensterbank vorziehen – sie werden anschließend als Jungpflanzen ins Hochbeet gesetzt.
Kohlrabi wächst schnell, sodass Sie schon bald mit der Ernte rechnen können. Rosenkohl entwickelt durch den ersten Frost sein volles Aroma. Die Kälte verlangsamt den Stoffwechsel – die tagsüber gebildeten Zuckerstoffe bauen sich nicht mehr ab und werden eingelagert. Auf die Rosenkohl-Ernte sollten Sie demnach bis zum Ende des Jahres warten.
Pak Choi wird idealerweise im August oder frühen September kultiviert. Sie können das asiatische Gemüse sechs bis acht Wochen nach der Aussaat ernten.
Bei Spinat kann die Aussaat Ende August bis Anfang Oktober erfolgen. Sechs bis acht Wochen später sind erste Blätter erntebereit. Da Spinat frostverträglich ist, steht der Ernte im Winter nichts im Weg.
Nahezu alle Salatsorten überzeugen mit einer kurzen Wachstumsperiode. Wird Feldsalat im September ausgesät und der Boden durchgängig feucht gehalten, kann man den Salat meist im November ernten. Auch schnell wachsende Sorten wie Rucola, verschiedene Pflücksalate und Radieschen können Sie bis September säen und mit großer Wahrscheinlichkeit im gleichen Jahr genießen.
Für das kommende Gartenjahr lassen sich Schnittlauch, Etagenzwiebel, Gartenkerbel und Knoblauch kultivieren. Der Knoblauch gedeiht durch den winterlichen Kältereiz im nächsten Frühjahr besser. Das Gleiche gilt für Zwiebeln und Gartenkerbel.
Gemüse nicht während einer Frostperiode abernten
Wichtig ist, dass Sie Blatt-, Wurzel- und Kohlgemüse nicht ernten, solange es durchgefroren ist – es könnte nach dem Auftauen weich und matschig werden. Warten Sie in dem Fall ab, bis die eingefrorenen Gewächse im Hochbeet von selbst auftauen.
Gründüngung als Alternative
Sie wollen im Herbst kein Gemüse anbauen und Ihrem Hochbeet dennoch etwas Gutes tun? Dann ist eine Gründüngung die richtige Wahl. Sie wirkt sich positiv auf den Nährstoffhaushalt und die Struktur des Bodens aus.
Die Gründüngung bedeckt den Boden, durchwurzelt ihn gründlich und schützt die Erde vor Witterungsbedingungen und Erosionen. Durch die Wurzeln wird der Boden im Hochbeet aufgelockert und gründlich durchlüftet. Die schützende Pflanzenschicht sorgt dafür, dass die Erde im nächsten Frühjahr die Feuchtigkeit besser speichern kann – der Boden ist vor Verdunstung geschützt.
Wurzeln und Pflanzenreste der Gründüngung verbleiben im Hochbeet. Sie werden vor der nächsten Bepflanzung in die Erde eingearbeitet und versorgen diese mit frischem Humus und zahlreichen Nährstoffen. Das Gemüse hat es im kommenden Jahr leichter, Nährstoffe aus dem Boden aufzunehmen und Wurzeln zu bilden.
Zur Gründüngung eignen sich zum Beispiel:
- Buchweizen
- Ölrettich
- Klee
- Esparsette
- Phacelia
Die Pflanzen werden von August bis Anfang September eingesät. Nicht winterharte Sorten wie Ölrettich und Buchweizen sterben im Winter ab und zersetzen sich. Winterharte Pflanzen wie Esparsette und Klee werden im Februar umgebrochen und verbleiben auf dem Hochbeet.
Hinweis: Bei der Auswahl der Gründüngung sollte die Pflanzenfamilie nicht außer Acht gelassen werden. Beliebte Gründüngungskulturen wie Senf und Ölrettich gehören zu den Kreuzblütlern und sollten nicht in Hochbeete gesät werden, in denen künftig Kohl wachsen soll. Für komplizierte Fruchtfolgen ist die Phacelia als Gründüngung zu empfehlen.
Expertentipp
Wer bis zum nächsten Frühjahr sein Hochbeet nicht komplett abgeerntet hat, kann die übrig gebliebenen Gewächse zerkleinern und unter die Erde mischen. Sie fungieren als Dünger für die nachfolgende Bepflanzung.
Häufig gestellte Fragen
Warum wachsen Pilze in meinem Hochbeet?
Pilze bevorzugen eine feuchte Umgebung. Ein Pilzbefall im Hochbeet deutet auf ein zu feucht gehaltenes Beet hin.
Wie lange kann man ein Hochbeet nutzen?
Der Zersetzungsprozess der einzelnen Schichten ist nach circa fünf Jahren abgeschlossen, sodass das Hochbeet ausgeräumt und neu befüllt werden sollte.
Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?
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