Der Hopfen, mit seinem botanischen Namen Humulus, ist mit dem Hanf verwandt. Alle wilden Hopfenarten wachsen auf der Nordhalbkugel. Der Hopfen Mitteleuropas ist an Waldrändern oder Böschungen mit feuchtem Boden anzutreffen. Hopfen gehört zu den vier Zutaten des bayerischen Reinheitsgebotes von 1516. Zum Bierbrauen werden jedoch keine Zutaten des wilden Hopfens verwendet, sondern die Aromen des Kulturhopfens. Anbaugebiete liegen in Bayern und Baden-Württemberg.
Die Hopfenpflanze
Ob wild wachsend oder in Kultur gezogen, der Hopfen zählt zu den Rank- oder Schlinggewächsen. Die Humulus-Arten haben einen ausdauernden Wurzelstock mit kräftigen Rhizomen. Daraus entwickeln sich jährlich neue, krautige Sprosse, die auf einem passenden Standort bis zu zehn Meter lang werden können. Sie umschlingen rechtswindend jedes Objekt in ihrer Nähe. Durch die gestielten Haare, auch Klimmhäkchen genannt, ist eine Umrankung bis in große Höhen möglich. Abhängig von Art und Sorte sind die Stängel grob, manche sind sechsrippig, andere geflügelt. Daran stehen lang gestielte, beinahe herzförmige Laubblätter.
Getrennte Geschlechter
Jede Pflanze hat ein Geschlecht. Bedeutend sind die weiblichen Pflanzen mit zapfenförmigen Blütenständen. Sie werden auch Hopfendolden genannt. Die Hopfenzapfen des Kulturhopfens sind hellgrün und bestehen aus zarten Blättern, an deren Rückseite die Drüsen mit harzhaltigen, kleinen Kügelchen sitzen. In getrocknetem Zustand rieseln sie als gelbes Pulver aus der Dolde und liefern den Bitterstoff für das Bier.
Kulturhopfen

Zum Bierbrauen wurden in den vergangenen Jahrzehnten gezielt Hopfensorten mit bestimmten Eigenschaften gezüchtet. Hunderte neuer Hopfensorten entstehen überwiegend in Hüll (Hallertau). In der Hallertau (Franken) befindet sich das größte Hopfenanbaugebiet mit einer Vielzahl an Aromahopfen, der an sieben Meter hohen Gerüstanlagen wächst. Aus den getrockneten Dolden entstehen Pellets und werden in alle Welt verkauft.
Inhaltsstoffe und Wirkung

Im gelben Pulver der Hopfendolde ist Lupulin enthalten. Es sorgt für Duft und Geschmack, Haltbarkeit und einen standhaften Schaum auf dem Bier. Der Stoff hat eine beruhigende und entspannende Wirkung, die sich auch durch getrocknete Hopfenblüten im Beruhigungstee entfaltet. Die Dolden finden Anwendung in Mitteln für Herz– und Kreislauf, Hautpflege und Wohlbefinden. So wundert es nicht, dass Hopfen die Arzneipflanze des Jahres 2007 war.
Hopfensprossen
Die Pflanze treibt jährlich viele Sprosse. Im Hopfenanbau bleiben nur die drei kräftigsten Stängel stehen. Alle anderen Sprosse werden oberhalb des Rhizoms entfernt und heißen Hopfenspargel. Sind sie noch sehr jung, ergeben sie einen Salat. Ältere Sprosse kommen gedünstet auf den Tisch.
Expertentipp
Da Frucht aus einer befruchteten weiblichen Blüte entsteht und bei Hopfen unbefruchteten Blüten verwendet werden, handelt es sich bei Hopfen nicht um Frucht. Männliche Hopfenpflanzen wirken mit feinen Blütenrispen sehr interessant, sind jedoch in Hopfenanbaugebieten verboten.
Häufig gestellte Fragen
Ist Zierhopfen mehrjährig?
Der japanische Zierhopfen wird jährlich neu ausgesät.
Ist Hopfen giftig?
Alle Teile sind essbar, schmecken jedoch nicht in jedem Zustand.
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