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Gemüsepflanzen

Kohl anbauen

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Kohl anbauen

Kohl ist eine Kulturpflanze mit langer Tradition. Die Wildform des heutigen Kulturkohls stammt vermutlich vom Mittelmeer und der Westküste Europas. Viele verschiedene Sorten haben sich aus der Wildform entwickelt. Dazu zählen neben Weiß-, Grün- und Rotkohl sowie Wirsing auch Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi und Rosenkohl. Zu den aus Asien stammenden Kulturformen gehören Chinakohl und Pak Choi. Kohl anzubauen ist nicht sehr aufwändig, dennoch sollten einige Hinweise beachtet werden:

Standort und Boden

Standort und Boden


Hell und luftig sollte der Standort für Kohlpflanzen sein. Da Kohl zu den Starkzehrern gehört, also viele Nährstoffe benötigt, ist eine gute Versorgung des Standorts mit Dünger wichtig. Empfehlenswert sind Stallmist oder mineralischer Dünger. Regelmäßiges Auflockern der Erde hilft den Pflanzen ebenso.

Blumenkohl ist anspruchsvoll und braucht lockeren, altgedüngten sowie warmen Boden und wird viel gegossen.

Grünkohl hat die geringsten Ansprüche an den Boden und gedeiht fast überall.
Frühkohlrabi hat leichten, warmen Sandboden gerne. Zur Düngung wird trockener Boden mit gutem Kompost versorgt.

Die kurze Kulturzeit einiger Kohlsorten ermöglicht, diese vor oder nach der Hauptkultur anzubauen. Das Beet kann also zweimal in einer Saison genutzt werden: Schon im Juni wird ein Kohlrabi-Beet neu bestellt. Ende Juli bzw. Anfang August ist die richtige Zeit, um Chinakohl nachzubauen. Der Samen wird einfach direkt ins Freiland ausgesät.

Fruchtfolge und Nachbarn

Fruchtfolge und Nachbarn
Sämtliche Kohlsorten sind Starkzehrer, daher empfiehlt sich Kohl nicht jedes Jahr an den gleichen Standort zu pflanzen. Gut funktioniert im Folgejahr Mittelzehrer wie Salat, Möhren, Mangold oder Fenchel anzubauen. Im dritten Jahr folgen Schwachzehrer sowie eine Gründüngung. Danach kann der Zyklus wieder mit dem Anbau von Starkzehrern starten.

Kohl verträgt sich nicht mit allen Gemüsesorten. Gut funktioniert der Anbau neben:

  • Bohnen
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Salat
  • Porree
  • Tomaten
  • Erbsen
  • Spinat
  • Möhren

Zwiebeln und Knoblauch mag Kohl hingegen nicht gerne als Nachbarn.

Vorkultur – Aussaatzeiten

Vorkultur - Aussaatzeiten
Vorkultivieren ist bei Kohl üblich, ausgepflanzt werden dann die kräftigen Jungpflanzen. Nur in wenigen Fällen, wie bei Chinakohl erfolgt eine Direktsaat. Im Gewächshaus sind für die Jungpflanzen für die Anzucht im Zeitraum von Januar bis März Temperaturen von 16 bis 20 °C nötig. Je nach Sorte dauert die Keimung 6 bis 14 Tage. Danach reichen den Kohlpflanzen auch niedrigere Temperaturen von 16 bis 12 °C. Kühlere Temperaturen fördern das Schossen der Pflanzen und sind daher ungünstig.

Die herangezogenen Pflänzchen werden erst dann verpflanzt, wenn sie fünf bis sechs Blätter haben. Etwa 6 Wochen dauert diese Entwicklung. Für kräftige und stämmige Pflanzen auf dem Saatbeet reichen 3 g Samen für einen Quadratmeter Saatbeet oder eine 8m lange Rille. Am besten erfolgt die Aussaat der verschiedenen Kohlarten gleichzeitig nebeneinander, dies vereinfacht die Arbeit sehr.

Die Zeiten für die Aussaat im Überblick:

  • Anfang März erfolgt die Aussaat aller frühen Kopfkohlarten, frühen und späten Sorten von Blumenkohl, Frühsorten von Kohlrabi im Frühbeet
  • Anfang April erfolgt die erste Freilandaussaat für alle späten Kopfkohlarten sowie Blumenkohl, Rosenkohl und Frühkohlrabi. Die Pflanzzeit ist in der ersten Maihälfte
  • Mitte Mai bis Anfang findet die zweite Freilandaussaat für Grünkohl und Kohlrabi und Kohlrüben statt. Von Kopfkohl-Sorten nur noch Frühwirsing. Die Pflanzzeit ist Mitte Juni bis Juli
  • Ab Mitte Juli erfolgt an Ort und Stelle die Aussaat von Chinakohl ins Freiland. Dieser Kohl ist ein ideales Herbstgemüse und bringt einen sehr hohen Ertrag, obwohl seine Kulturzeit kurz ist

Pflege – Kohl gießen und düngen

Kohl hat gerne leicht feuchte Böden, daher ist es wichtig ihn regelmäßig zu gießen. Speziell während der Kopfbildung im Juli und August benötigen die Pflanzen ausreichende Wassergaben. Positiv auf den Ertrag wirkt sich die zusätzliche Versorgung des Gemüses mit organischem Dünger wie Hornspänen aus. Regelmäßiges Hacken lockert das Erdreich auf und unterdrückt den Unkrautwuchs. Eine aufgebrachte Mulchdecke hilft, Wärme und Feuchtigkeit ausreichend zu speichern. Pflanzenjauchen fördern die Kopfbildung, was bedingt durch die geringere Blattmasse in Folge weniger Pflege erfordert.

Schutz vor Krankheiten und Schädlingen

Alle Kohlarten wurzeln tief und wachsen dort am besten, wo der Boden fest, feucht und tiefgründig ist. Ein gut gekalkter Boden ist besonders wichtig, da der Kohl auf versauertem Boden leicht von der gefürchteten Kohlhernie befallen wird und für allerlei Pilzkrankheiten anfällig ist.

Netze, mit denen die Kohlpflanzen abgedeckt werden, sind zum Schutz gegen Schadschmetterlinge, deren Raupen und die Kohlfliege wirksam. Sind Pflanzen einmal von der Kohlfliege befallen, dann werden die Pflanzen umgehend aus dem Bestand entfernt.

Wichtig für den guten Schutz vor Schädlingen und Krankheiten ist, eine vierjährige Pause zwischen den einzelnen Kulturen einzuhalten. Dadurch können sich im Boden keine Krankheitserreger wie beispielsweise Kohlhernie ansammeln.

Reifezeit, Ernte und Lagerung

Früh gepflanzte Kohlsorten werden meist frisch verzehrt, späte Sorten können sogar bis zum ersten Frost auf dem Beet bleiben. Weißkohl braucht je nach der Sorte und den äußeren Bedingungen zwischen 50 und 150 Tagen bis zur Reife, während Rotkohl mit 80 bis 160 Tagen etwas länger benötigt. Wirsing benötigt zumindest 60 Tage. Wird erst spät im Winter geerntet, verlängert sich der Zeitraum auf bis zu 210 Tage. Am längsten braucht Grünkohl mit einer Dauer von 260 bis zu 300 Tagen.

Mit einem keilförmigen Schnitt am Strunk erfolgt die Ernte von Weißkohl, Rotkohl und Wirsing. Die luftige Lagerung in feuchten und kühlen Kellern ist für späte und gut ausgereifte Sorten problemlos möglich. Beschädigte Blätter werden bei der Ernte entfernt. Nach den ersten Frösten erfolgt die Ernte von Grünkohl. Haben die Knollen einen Durchmesser von etwa zehn Zentimetern erreicht, ist Kohlrabi erntereif. Bei Rosenkohl hingegen sind die Röschen zur Zeit der Ernte walnussgroß. Cime di Rapa oder Pak Choi werden bereits sechs bis acht Wochen nach der Aussaat geerntet.

Tipp: Wird die Brokkoli-Pflanze bei der ersten Ernte nicht zu tief abgeschnitten, kann sie bis zum Frost weiter kultiviert werden. Aus Seitenknospen entwickeln sich dann neue Sprosse.

Sortenempfehlungen

Es gibt zahlreiche Sorten von Kohl, die sich im Geschmack, in der Kohl- und Blattform und im Anbauzeitraum wesentlich unterscheiden:

  • Weißkohl: ‚Dithmarscher Früher‘, ‚Wiener Breindl‘ und ‚Allfrüh‘ sind frühe Sorten und ‚Marner Lagerweiß‘ eignet sich gut für die Lagerung
  • Rotkohl: ‚Marner Frührotkohl‘ und ‚Frührot‘ sind frühe Sorten, ‚Marner Lagerrot‘ ist eine späte Sorte
  • Wirsing: ‚Julius‘ und ‚Eisenkopf‘ sind frühe Sorten, ‚Ice Queen‘ und ‚Hamasa‘ späte Sorten. Gut lagerfähig ist ‚Marner Grüfewi‘
  • Kohlrabi: ‚Logo‘, ‚Flott‘ und ‚Frühweiß‘ sind frühe Sorten, ‚Azur Star‘ und ‚Blaro‘ ebenso und blau. ‚Genta‘ und ‚Velko‘ sind weiße Sommersorten. ‚Superschmelz‘ hat zarte Knollen und wird sehr groß. ‚Delikatess blau‘, ‚Blaro‘ und ‚Dyna‘ sind beliebte blaue Sommersorten
  • Rosenkohl: Die Sorte ‚Red Ball‘ bildet rot gefärbte Röschen aus. Frühe Sorten sind ‚Hossa‘ und ‚Wilhemsburger‘, für den späten Anbau eignen sich ‚Citadel‘ sowie ‚Ideal‘
  • Brokkoli: ‚Emperor‘ und ‚Green Duke‘ eignen sich für den Frühanbau, späte Sorten sind die beliebte ‚Rosalind‘ mit rötlichen Köpfen, ‚Calabrais‘ und ‚Corvet‘
  • Blumenkohl: Beliebt sind die Sorten ‚Alpha‘, ‚Danova‘ sowie ‚Erfurter Zwerg‘. Die Sorten ‚Exponent‘, ‚Andes‘, ‚Celesta‘ sind für den Sommeranbau geeignet, ‚Alverda‘ für den Herbst
  • Grünkohl: Niedrigen Wuchs weist etwa ‚Frosty‘ auf, hochwachsende Sorten sind ‚Halbhoher Grüner Krauser‘ oder ‚Hoher Roter Krauser‘, der bis zu eineinhalb Meter hoch wird
  • Chinakohl: Empfehlenswert ist die Verwendung von Sorten wie ‚Chorus‘ und ‚Parkin‘, da diese gegen Kohlhernie resistent sind

Expertentipp

Wird Kohlgemüse im Spätsommer ausgesät, so überwintern die Jungpflanzen. Die Aussaat erfolgt für das Überwintern zwischen August und September. Die Pflanzen überwintern in geschützten Lagen unter leichter Decke von z.B. Fichtennadeln auch im Freien oder im kalten Kasten unter Glas. Für die nächste Kulturperiode ist vorgesorgt und die Vorfreude im Winter groß!

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