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Gemüsepflanzen

Krautfäule und Braunfäule bei Tomaten vorbeugen und bekämpfen

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Krautfäule und Braunfäule bei Tomaten vorbeugen und bekämpfen

Tomaten aus dem eigenen Garten schmecken einfach am besten! Wenn die Tomatenpflanzen im Sommer beginnen, ihre roten, aromatischen Früchte zu tragen, kann man kaum erwarten, bis die Ernte reif ist. Leider ist es keine Seltenheit, dass ein bekannter Pilz der gesunden Ernte einen Strich durch die Rechnung macht: Die sogenannte Kraut- und Braunfäule tritt bei zu feuchten Tomatenblättern auf und führt in kurzer Zeit dazu, dass die Tomatenfrüchte unter dem Pilzbefall ungenießbar werden. Glücklicherweise sind die Symptome so gut erkennbar, dass die Pflanze in den meisten Fällen noch rechtzeitig gerettet werden kann. Lesen Sie hier, wie ein Befall frühzeitig erkannt und bekämpft wird.

Der Erreger-Pilz und seine Verbreitung

Der Erreger-Pilz und seine Verbreitung


Kraut- und Braunfäule wird durch den pilzlichen Erreger Phytophthora infestans verursacht und ist sowohl für den Befall von Tomaten als auch Kartoffeln bekannt. Der Schadpilz sorgt bei einer Infektion für große Schäden im Bestand und kann sogar zu ganzen Ernteausfällen beitragen.

Erste Infektionen des Pilzes treten meist schon im Frühjahr auf, wenn die freigesetzten Pilzsporen erkrankter Kartoffeln über den Wind oder über Regentropfen auf frei stehende Tomatenpflanzen übertragen werden. Freilandtomaten sind demnach auch am häufigsten von dem Schadpilz befallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass geschützte Pflanzen immer verschont bleiben. Der Pilz ist äußerst resistent und kann sowohl auf Gartengeräten als auch in Komposterde jahrelang überdauern. Außerdem gelangt der Pilz durch Versickerung in den Boden, wo er die Knollen der Pflanzen befällt und überwintert.

Wenn eine Tomatenpflanze einmal infiziert ist, können die Sporen bei feuchten Bedingungen auf den Tomatenblättern keimen. Dies geschieht beispielsweise bei zu langer Regenzeit, in der die Blätter der Pflanze über längere Zeit Nässe ausgesetzt sind. Zunächst werden die Blätter, dann der Stängel infiziert. Sobald die Pflanze Früchte trägt, werden auch diese von dem Pilz befallen und faulen ab. Hier bildet der Schadpilz erneut bewegliche Sporen, die dann über den Wind und Wassertropfen weitere Pflanzen infizieren oder im Boden überwintern.

Krankheitsbild

Krankheitsbild
Eine Infektion wird zunächst an den Blättern sichtbar. Bei langanhaltender Blattnässe treten unscharf begrenzte, graugrüne und später braun werdende Flecken auf den Blattoberseiten auf, die sich dann von den Rändern und Spitzen der Blätter aus vergrößern. Gleichzeitig wird auf den Unterseiten meist ein flaumiger Pilzbelag in Form eines Schimmelrasens sichtbar. Es dauert dann nicht sehr lange, bis die ersten Blätter absterben und bald darauf sind auch Stängel und Knollen von den braunen Flecken betroffen. Auf der sonnenbeschienenen Fläche der Früchte bilden sich zunächst grüne bis braune, eingesunkene Flecken, unter welchen das Fruchtfleisch eintrocknet und verhärtet. Ist die Pflanze einmal infiziert, dauert es nur wenige Tage, bis sie in sich einsackt und dann vollkommen abstirbt. Umso wichtiger ist es, schnell zu handeln!

Vorbeugung

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Um die Kraut- und Braunfäule von Anfang an zu vermeiden, ist es wichtig, die äußeren Bedingungen für ein gesundes Wachstum ideal zu gestalten. Dazu sollten die Tomaten im besten Fall überdacht sein. Tomatenhauben oder -dächer schützen die Pflanzen vor Witterung. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Pflanze lang anhaltender Nässe ausgesetzt ist. Trotzdem sollten Sie darauf achten, dass das Plätzchen für Ihre Pflanzen so sonnig wie möglich ist. Das braucht die Pflanze zunächst einmal, um besonders aromatische Früchte auszutreiben. Gleichzeitig hilft es dabei, dass die Pflanzenblätter nach einem Regen oder dem Gießen schnell abtrocknen können.

Tomaten im Gartenbeet sollten unbedingt in einem tiefgründig gelockerten Boden gepflanzt werden, um Staunässe an der Knolle zu vermeiden. Gartenerde mit reichlich Humus und wenig Lehm- und Tonanteilen bietet eine gute Voraussetzung für gesunde Pflanzen. Bei einer Pilzinfektion Ihrer Tomatenpflanzen sollten sie die Tomaten im nächsten Jahr unbedingt an einen anderen Platz im Beet pflanzen. So wird vermieden, dass Pilzsporen, die den Winter womöglich in der Erde verbracht haben, die nächste Ernte infizieren.

Sollten Sie auch Kartoffeln in Ihrem Garten gepflanzt haben, dann achten Sie darauf, dass diese reichlich Abstand zu den Tomatenpflanzen haben. Achten Sie zusätzlich darauf, dass die Tomatenpflanzen mindestens 50 cm Abstand zueinander haben und pflanzen Sie sie idealerweise in Reihen. Sollte eine Pflanze infiziert sein, wird so am besten verhindert, dass sich der Schadpilz weiter ausbreitet.

Die Tomatenpflanzen sollten auf keinen Fall vom Wind abgeschirmt sein. Der Wind trägt zu einem starken Strunk bei und hilft der Pflanze dabei, regelmäßig durchtrocknen zu können. Pflanzen Sie deswegen keine großwüchsigen Pflanzen unmittelbar neben die Tomatenpflanzen.

Ist die Tomatenpflanze nun an ihrem Platz, sollte sie am besten regelmäßig kontrolliert werden, sodass die Symptome einer Kraut- und Braunfäule früh genug entdeckt werden können.

Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass während des Gießens nicht zu viel Spritzwasser auf den Blättern landet. Gießen Sie Ihre Pflanze dazu dicht am Boden und mit einem weichen Wasserstrahl. Bodennahe Blätter können bis zum untersten Fruchtstand entfernt werden, sodass die Gefahr von zu feuchten Blättern verringert wird.

Tipp:

Für jedes Bundesland gibt es Pflanzenschutz-Warndienste. Dort können Sie sich nach akuten Infektionsgefahren in Ihrem Gebiet informieren.

Bekämpfung

Sollte nun doch einmal eine Infektion festgestellt werden, muss schnell gehandelt werden. Befallene Blätter und Früchte müssen so schnell es geht entfernt und gerecht entsorgt werden. Am besten werden die infizierten Überreste im Hausmüll entsorgt und alle kontaminierten Gartengeräte sorgfältig desinfiziert. So hat der resistente Pilz keine Chance, weiteren Schaden anzurichten. Vergessen Sie hierbei nicht, auch den Spiralstab zu desinfizieren, den Sie möglicherweise zum Hochziehen der Pflanze benutzt haben. Am umweltfreundlichsten ist es, die Gegenstände einfach mit kochendem Wasser abzugießen.

Bei sehr trockenem, sonnigem Wetter kann ein beginnender Befall sogar wieder von alleine zurückgehen. Im Falle einer bereits zu stark fortgeschrittenen Infektion sollte die infizierte Pflanze zum Schutz des restlichen Bestandes komplett entfernt werden. Auch diese Überreste müssen sorgfältig vernichtet und entsorgt werden.

Wirksame Pflanzenschutzmittel gegen Kraut- und Braunfäule sind die Präparate Fungisan Rosen und Gemüse-Pilzfrei. Hier ist es grundsätzlich sinnvoll, verschiedene Präparate im Wechsel zu benutzen, da die Erreger recht schnell Resistenzen aufbauen können.

Expertentipp

Zwar sind heutzutage viele Tomatensorten auf dem Markt vertreten, die versprechen, eine hohe Widerstandsfähigkeit in Bezug auf Pilzinfektionen zu haben. Sorten wie ‚Golden Current‘, ‚De Berao‘, ‚Phantasia‘, ‚Primabella‘, ‚Primavera‘ oder ‚Tigerella‘ sind Einige der Sorten, die eine recht hohe Toleranz gegen den Schadpilz aufweisen und einen Ausbruch der Infektion zeitlich verzögern können. Dessen ungeachtet kann mit bedarfsgerechter Pflege und Düngung selbst stark dazu beigetragen werden, dass Ihre Tomatenpflanzen kräftig und widerstandsfähig werden.

Alleine dadurch verringert sich das Risiko einer Pilzinfektion enorm. Vermeiden Sie daher unbedingt eine übermäßige Stickstoffdüngung. Diese schwächt das Pflanzengewebe und wirkt sich negativ auf seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Pilzkrankheiten aus. Eine kaliumbetonte Düngung hingegen stärkt das Pflanzengewebe und macht die Pflanze widerstandsfähiger. Ein passender ökologischer Tomatendünger ist auf die speziellen Bedürfnisse der Pflanzen angepasst und das A und O einer gesunden, resistenten Pflanze mit kräftigem Wuchs, die Sie im Sommer mit saftigen, wohlschmeckenden Tomaten belohnt.

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Bildquellen:

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