Kräuterseitlinge sind als Speisepilze sehr beliebt. Sie haben ein nussig-würziges Aroma, sind sehr gesund und behalten auch nach dem Braten ihre feste Konsistenz. Pilzsucher werden den delikaten Speisepilz hierzulande eher vergeblich suchen und im Supermarkt ist er nur für viel Geld zu kaufen. In diesem Beitrag erklären wir, wie Kräuterseitlinge zu Hause angebaut werden können und was dabei zu beachten ist.
Wissenswertes
Kräuterseitlinge gehören zur Familie der Lamellenpilze und sind in Deutschland nur sehr selten zu finden. Sie wachsen vorwiegend im mediterranen Raum, wo sie als Schmarotzer auf den Wurzeln anderer Pflanzen wachsen. Ihr Fleisch ist frei von Fett und Zucker, beinhaltet dafür aber sehr viel Eiweiß und Vitamine. Für die eigene Anzucht von Kräuterseitlingen benötigt man entweder einen mit Pilzsporen beimpften Substratblock oder man kauft die Pilzbrut und impft das Substrat selbst.
Der richtige Standort für die Pilzzucht
Bevor man damit beginnen kann Kräuterseitlinge zu züchten, benötigt man zunächst eine Fertigpilzkultur. Das ist die für Anfänger einfachste Variante. Das händische Impfen von geeignetem Substrat ist eher für erfahrene Pilzzüchter geeignet.
Die Fertigpilzkultur besteht aus einem Substrat, das bereits mit entsprechenden Pilzsporen versehen ist. Das Ganze ist luftdicht in Plastikfolie verpackt, sodass das Wachstum erst beginnt, wenn die Folie geöffnet wird. Für eine erfolgreiche Zucht ist der richtige Standort entscheidend. Die Temperatur am gewählten Ort muss zwischen 10 und 20 Grad liegen und es sollte eine Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent herrschen. Direkte Sonneneinstrahlung benötigt der Kräuterseitling nicht, der Standort sollte dennoch möglichst hell sein.
Erste Schritte

Um Kräuterseitlinge erfolgreich zu züchten, ist gute Hygiene besonders wichtig. Vor der Arbeit an der Kultur sollten Sie Ihre Hände gründlich waschen. Die Sporen sind sehr empfindlich und es dürfen weder Bakterien noch andere Verunreinigungen an das Zuchtset kommen.
Zunächst beginnt man damit kleine Löcher in die Ecken des Plastiksackes zu schneiden, indem sich die Pilzkultur befindet. Anschließend gießt man vorsichtig etwas Wasser aus einer sauberen Gießkanne in die Löcher. Es darf jedoch kein Wasser im unteren Bereich des Beutels stehen bleiben. Nun wartet man einige Tage bis die Pilze beginnen zu wachsen. Dann kann der obere Teil der Folie entfernt werden, sodass die Pilze ungehindert wachsen können.
Kräuterseitlinge pflegen und ernten
Das Wichtigste bei der Pflege von Kräuterseitlingen ist eine optimale Versorgung mit Feuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit kann erhöht werden, indem man den Deckel eines Zimmergewächshauses über die Pilze stülpt. Ein Besprühen der Pilze mit Wasser ist nicht zu empfehlen, da sich hierdurch Keime bilden können. Um den kompletten Block feucht zu halten, wässert man ihn alle 2 bis 3 Tage. Dafür duschen Sie ihn mit kaltem Wasser ab. Feuchtigkeit, die sich im Beutel sammelt, wird anschließend vorsichtig abgegossen.
Geerntet werden die Pilze, wenn sie nicht mehr wachsen und sich die Pilzhüte voll entfaltet haben. Es werden alle Pilze auf einmal abgeerntet. Hierbei ist zu beachten, dass alle Pilzreste vom Substrat entfernt werden. Die geernteten Pilze können sofort zubereitet und gegessen werden.
Expertentipp
Eine Pilzkultur, die einmal abgeerntet wurde, kann ohne Probleme reaktiviert werden. Dafür muss der Block zunächst 2 bis 3 Wochen mit regelmäßiger Wässerung an einem luftigen Ort ruhen. Anschließend taucht man die Kultur für 4 bis 5 Stunden komplett in kaltes Wasser und gießt dieses danach ab. Dann kann die Pilzzucht wieder, wie beschrieben, weitergeführt werden. Insgesamt kann ein Block so 3 bis 4 Mal abgeerntet werden.
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