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Schädlinge

Tigerschnegel – Nützlinge gegen Schnecken im Garten

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Tigerschnegel - Nützlinge gegen Schnecken im Garten

Schnecken können im Garten zu einer echten Plage werden. Die gefräßigen Tiere machen sich über so ziemlich alles her, was auch uns Menschen gut schmeckt. Insbesondere unsere mit Sorgfalt und Liebe angezogen Jungpflanzen können durch Schneckenfraß bisweilen über Nacht wie von Geisterhand komplett verschwinden. Doch wie kommt man dem bei?

Auch Schnecken haben natürliche Fraßfeinde und diese sind eine Möglichkeit, die Schneckenpopulation auf natürliche Weise zu verringern.

Der Tigerschnegel als Schneckenregulator

Der Tigerschnegel als Schneckenregulator

Zu diesen Fraßfeinden gehören bspw. die Schnegel. Schnegel sind genau genommen auch Schnecken und sehen bis auf geringfügige Unterschiede auch aus, wie die üblichen Nacktschnecken.

Insbesondere der Tigerschnegel fällt durch seine besondere Färbung auf: er ist gräulich und hat eine schwarze Maserung, die an Tiger bzw. Leoparden erinnert. Auch seine Größe übersteigt häufig die von Wegschnecken, wie z. B. dem am häufigsten vorkommenden Salatfresser – der spanischen Wegschnecke. Tigerschnegel können nämlich bis zu 20 cm lang werden.

Was macht den Tigerschnegel also zum Nützling für den Einsatz gegen andere Schneckenarten?

Zum einen machen sich Tigerschnegel kaum über vitale, lebende Pflanzen her. Ihre vegetarische Kost beschränkt sich auf Pilze, Flechten, Algen und totes Pflanzenmaterial. Sie lassen unsere Gemüsepflanzen in Ruhe.

Zum anderen bevorzugen Tigerschnegel tierische Kost wie Aas, insbesondere aber auch die Gelege, also die Eier, anderer Schneckenarten. Zum Teil fressen sie sogar die Schnecken selbst. Auf diese Weise wird die Population anderer ungewollter Schnecken verringert, wenn wir viele Tigerschnegel im Garten haben.

Tigerschnegel im Garten fördern

Tigerschnegel im Garten fördern
Wie alle Schnecken braucht auch der Tigerschnegel naturbelassene Flächen zum Schutz und zur Fortpflanzung, als auch zur Nahrungssuche. Dunkle und feuchte Ecken sind ihr bevorzugtes Domizil.

Wie bereits erwähnt, frisst der Tigerschnegel besonders gerne abgestorbene Pflanzenreste, Pilze, Algen und Flechten. Ein naturbelassener, nicht komplett und überall aufgeräumter Garten ist für die Besiedelung durch Tigerschnegel sehr förderlich.

Auch Bodenbearbeitung mit viel Kompost und Holzchips oder Rindenmulch sowie Totholz lockt Tigerschnegel an. Kompost besteht aus abgestorbenen Pflanzenteilen und Anteile von verrottendem Holz im Boden fördern das Pilzwachstum.

Kontraproduktiv ist natürlich der Einsatz von Mitteln, die Schnecken generell schaden. Allen voran das Schneckenkorn, das Tigerschnegel genauso tötet, wie alle anderen Schnecken. Aber auch Bierfallen locken Tigerschnegel an, die darin ertrinken können.

Möchte man also selbst auch dazu beitragen, die Population der gemüsefressenden Schnecken zu verringern, muss man schonender und vorsichtiger vorgehen. Zum Beispiel kann man selektiv – am besten morgens oder abends – die Wegschnecken absammeln und die Tigerschnegel dort lassen, wo sie sind.

Hat sich erst einmal eine Tigerschnegel-Population im Garten etabliert und finden die Tiere gute Lebensbedingungen vor, sind sie standorttreu und bilden Kolonien.

Sind Tigerschnegel die Lösung gegen die Schneckenplage?

Leider nein. Tigerschnegel können nur im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen einen Beitrag zu einer natürlichen Regulation der schädlichen Schneckenpopulation leisten.

Insbesondere Wegschnecken sind Tigerschnegeln in einigen Punkten haushoch überlegen: sie vermehren sich viel schneller und stärker als Tigerschnegel. Sie legen häufiger Eier, ihre Gelege sind größer. Tigerschnegel werden auch unter optimalen Bedingungen keine so hohe Populationsdichte erreichen, dass sie den Wegschnecken im Garten den Garaus machen können.

Nichtsdestotrotz ist eine ausgewogene Schneckenpopulation im Garten natürlich sinnvoll, um dazu beizutragen, dass die Wegschnecken nicht komplett übernehmen.

Davon abgesehen sind Tigerschnegel wunderschön und beeindruckend und bereichern die Artenvielfalt im Garten.

Expertentipp

Die Paarung der Tigerschnegel ist spektakulär. Die Tiere seilen sich zu zweit von einem überhängenden Ast ab und drehen sich zunächst gegenseitig aneinander anhaftend stundenlang im Kreis. Dabei verschlingen sie sich spiralförmig ineinander, um daraufhin den Paarungsakt zu vollziehen. Beobachten können Sie diesen Vorgang mit etwas Glück nachts im Frühsommer.

Häufig gestellte Fragen

Sind Tigerschnegel nützlich?

Ja, denn sie ernähren sich unter anderem von Schneckeneiern und Nacktschnecken, lassen gesunde Pflanzen aber in Ruhe.

Wie erkenne ich Tigerschnegel?

Erwachsene Tiere erkennt man an der tiger- bzw. leopardenartigen Färbung. Bei Jungtieren ist es schwieriger. Sie unterscheiden sich von anderen Schnecken durch die Positionierung ihres Atemlochs und durch ihren Rückenkiel.

Wie bekomme ich Tigerschnegel in meinem Garten?

Durch die Anlage eines naturnahen Gartens mit unaufgeräumten Ecken bildet sich meist von allein eine Tigerschnegel-Population. Sollte das nicht der Fall sein, kann man die Tiere auch online kaufen.

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Bildquellen:

© www.flickr.com/Frank Vassen
© www.istockphoto.com/akova
© www.istockphoto.com/Anest

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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