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Nährstoffreiche Erde selbst herstellen

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Nährstoffreiche Erde selbst herstellen

Der Vorteil selbst hergestellter Erde ist, dass sie genau an die Bedürfnisse der Pflanzen angepasst werden kann. Obwohl viele Pflanzen ähnliche Bedürfnisse haben, machen es doch die kleinen Unterschiede aus, die die Pflanzen noch etwas besser wachsen lassen. Vor allem die richtigen Nährstoffe sind wichtig für eine gesunde und robuste Pflanze, die weniger anfällig für Schädlinge oder Krankheiten ist.

Zusammensetzung

Erde ist immer eine Komposition an verschiedenen organischen Materialien. Eine Zeit wurden bestimmten Substraten auch nicht organische Materialien wie Styroporkügelchen beigemischt zum Auflockern. Davon wird mittlerweile gänzlich Abstand genommen, da nicht organische Materialien nicht verrottbar sind und dadurch die Umwelt belasten können. Zwar zersetzen sich manche Materialien, allerdings eher in der Form, dass sie etwa als Mikropartikel nach wie vor in der Umwelt vorhanden sind.

Hochwertige Substrate setzen sich grundsätzlich aus drei Hauptbestandteilen zusammen:

  • Mineralische Bestandteile
  • Organische Bestandteile
  • Füllstoffe

Innerhalb der jeweiligen Bestandteile gibt es viele Möglichkeiten zu variieren, wodurch individuell für die jeweilige Pflanzengruppe Substrate zusammengestellt werden können.

Organische Bestandteile

Organische Bestandteile

Organische Bestandteile bilden den größten Anteil bei nährstoffreicher Erde. Grundlage ist daher Kompost. Dabei muss nicht immer vollständig verrotteter Kompost verwendet werden, sondern Sie können auch halbreifen Kompost nutzen. Dieser wird dem Substrat als Langzeitdünger beigemischt. Durch den Abbau stehen nicht nur den Pflanzen Nährstoffe zur Verfügung, sondern es wird das Bodenleben aktiviert.

Ein weiterer organischer Bestandteil nährstoffreicher Erden ist Dünger. Dieser wird in Form von Feststoffen wie Mist oder Hornspänen dem Substrat beigemischt. Der Dünger ist, wie nicht vollständig verrotteter Kompost ein Langzeitdünger und wird meist innerhalb einer Saison zersetzt und steht dann den Pflanzen als Nährstoff zur Verfügung.

Mittlerweile gibt es eine Fülle an organischen Materialien, die im Laufe der Zersetzung den Boden mit Nährstoffen anreichern, die die Pflanzen benötigen. Dazu gehört beispielsweise Schafwolle, die es etwa in Form von Pellets gibt und dem Substrat beigemischt werden kann. Auch spezielle Dünger wie Wurmhumus eignen sich als organischer und nährstoffreicher Bestandteil für Substrate.

Mineralische Bestandteile

Mineralische Bestandteile

Mineralische Bestandteile liefern einerseits Stoffe, die von den Pflanzen etwa für einen stabilen Zellaufbau benötigt werden, andererseits dienen sie auch dazu, den Boden etwas aufzulockern. Ein häufiger mineralischer Bestandteil ist Gesteinsmehl, das aus unterschiedlichen gemahlenen Gesteinsarten besteht. Bei mineralischen Anteilen ist es wichtig zu beachten, dass je kleiner sie sind, umso rascher sind sie für die Pflanzen verfügbar.

Mineralische Anteile haben zudem auch großen Einfluss auf den Boden-pH-Wert. Besonders Kalk kann diesen stark verändern. Kalk hat den Vorteil, dass Sie damit bestimmte Unkräuter wie Ampferarten verschwinden lassen können, denn die mögen keinen Kalk. Dadurch ersparen Sie sich Arbeit beim Jäten. Allerdings mögen nicht alle Pflanzen Kalk. Zwiebeln bzw. generell Lauchgewächse sollten nicht bei der Pflanzung gekalkt werden. Hier sollten Sie dem ursprünglichen Substrat keinen Kalk beimengen. Erst im Laufe der Vegetationsperiode können Sie etwas Kalk streuen. Grundsätzlich sollten Sie nur dann dem Substrat Kalk beimischen, wenn der Boden unter einem pH-Wert von 6 liegt.

Füllstoffe

Füllstoffe

Füllstoffe sind einerseits dazu da, um das Substrat lockerer zu machen und andererseits können Sie auch helfen den Boden nicht zu überdüngen bzw. Sie können die Menge an organischem Material etwas reduzieren. In der Regel wird Gartenboden als Ausgangsstoff verwendet. Bei schweren Böden ist es jedoch unverzichtbar, dass Sie noch weitere Materialien beimischen, damit dieser lockerer wird.

Bei nährstoffreicher Erde, dass später für Töpfe oder Kübel verwendet wird, bietet sich Kokosfaser an. Diese macht das Gemisch luftiger und verrottet langfristig. Beim Verrotten verändert sich der pH-Wert in der Regel nicht. Auch Rindenmulch ist eine Option den Boden etwas lockerer zu machen. Er kann jedoch nur für bestimmte Pflanzen wie Beerensträucher genutzt werden, da er den Boden saurer macht und das Substrat dann für Gemüse nicht mehr geeignet ist.

Zum Mischen eignet sich auch Tongranulat bzw. Blähton. Dieser wird ebenfalls häufig für Töpfe verwendet, kann jedoch auch normal für Substrate etwa im Hochbeet oder Gewächshaus verwendet werden.

Expertentipp

Nähstoffreiche Erde ist nicht für alle Pflanzen geeignet. Kräuter benötigen deutlich weniger Nährstoffe, weshalb sie bei Substraten den geringeren Anteil stellen sollten. Hier werden meist neutrale Substrate wie Gartenerde verwendet, die dann mit etwas organischem Material und Mineralien angereichert wird.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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