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Dünger

Pferdemist als Dünger für den Garten

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Pferdemist als Dünger für den Garten

Pferdemist hat als Dünger eine lange Tradition. Er ist vollkommen natürlich und unschädlich für die Umwelt, vergleichsweise angenehm anzuwenden und meistens kostenlos. Da sich der Reitsport in Deutschland großer Beliebtheit erfreut, ist es außerhalb der Großstädte meist auch nicht schwer eine Quelle zu finden. Doch was sollte man bei seiner Anwendung wissen und bedenken?

Die Vorteile von Pferdemist als Dünger

Pferdemist enthält nicht nur wertvolle Nährstoffe für Pflanzen. Er reichert den Boden auch besser mit Humus an als der Dung von Wiederkäuern. Im Gegensatz zu diesen besitzen Pferde nämlich nur einen Magen und kauen ihre Nahrung auch nur einmal. Vor allem bei älteren Pferden, deren Zähne bereits stark abgenutzt sind, werden manche Körner gar nicht zerbissen und kommen mit allen ihren wertvollen Inhaltsstoffen am anderen Ende wieder heraus.

Ein exakter Nährstoffgehalt kann für Pferdemist nicht angegeben werden, da er je nach Art des Futters und Versetzung mit Einstreu und Harn schwankt. Das Verhältnis der Stoffe ist jedoch sehr ausgeglichen und die Abgabe der Stoffe erfolgt über einen längeren Zeitraum, was Pferdemist zu einem vorzüglichen Langzeitdünger macht und vor Überdüngung schützt.

Wann wird Pferdemist als Dünger angewendet?

Wann wird Pferdemist als Dünger angewendet


Der übliche Zeitpunkt für den Einsatz von Pferdemist ist im Herbst. Aufgrund seiner lange andauernden Wirkung solle er, außer bei der Düngung von Rosen, aber nur alle zwei Jahre eingesetzt werden. Als frischer Mist eignet er sich insbesondere für die Düngung von Gräsern, Obstbäumen, Beerensträuchern, Heckenpflanzen und Rosen, aber auch Rhabarber. Sehr empfindliche Pflanzen sollten dagegen nicht direkt mit ihm in Kontakt kommen. Für krautige Pflanzen ist er zu scharf und kann vor allem die Wurzeln schädigen.

Trotzdem kann Pferdemist auch als Dünger für Gemüsebeete eingesetzt werden, wenn er ausgebracht wird solange das Beet noch leer ist. Auch hierfür gilt traditionell der Herbst als der richtige Zeitpunkt. Das kann aber dazu führen, dass der Mist über den Winter ausgewaschen wird und zu viele Nitrate in die Erde gelangen. Deshalb empfehlen Experten heutzutage eher den Pferdemist zu kompostieren und im Frühjahr in Gemüsebeete einzuarbeiten solange sie noch leer stehen.

Die richtige Anwendung von frischem Pferdemist

Die richtige Anwendung von frischem Pferdemist
Frischer Pferdemist muss zunächst zerkleinert und dann rund um die Pflanze ausgebracht werden. Bei Bäumen und Sträuchern sollte die Schicht ungefähr einen Zentimeter dick sein und den gesamten Wurzelbereich abdecken. Bei der Düngung leerer Beete im Herbst wird der Mist dagegen flach in den Boden eingearbeitet. Er muss nahe an der Oberfläche bleiben, damit er noch Luft zur Verrottung bekommt und nicht fault.

Eine kurze Lagerung von Pferdemist vor der Ausbringung erhöht seinen Nährstoffgehalt. Wird er aber zu lange gelagert, sinkt die Nährstoffmenge wieder, was aber bei der Düngung von Gemüsebeeten durchaus wünschenswert ist.

Pferdemist kompostieren

Pferdemist kompostieren
Pferdemistkompost sollte immer getrennt von Haushaltsmüll und auf versiegeltem Untergrund aufgesetzt werden. Eine Mischung mit anderem organischen Material ist möglich. Da die Kompostierung üblicherweise im Herbst erfolgt, bietet sich hierfür insbesondere Laub an. Es können aber auch andere kompostierbare Materialien aus dem Garten verwendet werden, die gerade vorhanden sind.

Der Misthaufen zur Kompostierung sollte maximal 100 cm hoch sein, da der Mist bei der Verrottung sehr heiß wird. Er wird mit einer Folie so abgedeckt, dass diese die Belüftung nicht verhindert. Während des Verrottungsvorganges sollte der Mist immer wieder befeuchtet, aufgelockert und umgesetzt werden. Erfolgt dies nicht in ausreichendem Maß, wird der Kompost an den Rändern zu trocken und zersetzt sich nicht vollständig. In diesem Fall sollten nur die mittleren Teile des Kompostes zur Düngung verwendet werden.

Die Anwendung von kompostiertem Pferdemist

Kompostierter Pferdemist ist nach frühestens einem Jahr Verrottung einsatzbereit. Er ist weniger scharf als der frische Mist. Daher eignet er sich besser für die Anwendung in Gemüsebeeten. Zudem tötet die Hitze bei der Kompostierung die meisten Wurmeier ab und reduziert die Gefahr, durch die Düngung Schädlinge in das Beet zu bringen. Neben der Vorbereitung von Gemüsebeeten wird der kompostierte Mist auch allgemein zur Bodenverbesserung und als Kompostmulch für Zierpflanzen eingesetzt.

Welche Risiken gibt es bei der Verwendung von Pferdemist als Dünger?

Pferdemist ist ein beliebter Eiablageort für Möhren- und Zwiebelfliegen und enthält auch oft Drahtwürmer. Deshalb bauen erfahrene Gärtner keine Möhren, Zwiebel oder Kartoffeln in mit ihm gedüngten Beeten an.

Ein weniger gefährlicher, aber ebenfalls unerwünschter, häufiger Bestandteil von Pferdeäpfeln sind unverdaute Haferkörner. Das kann dazu führen, dass in dem gedüngten Beet oder auf dem Kompost Haferpflanzen sprießen. Sie können aber durch Wenden der betroffenen Kompostteile abgetötet und durch Jäten des Beetes entfernt werden. Ein größeres Problem sind Rückstände von Medikamenten im Pferdemist. In der Tiermedizin kommen ebenso starke Antibiotika und Narkosemittel zum Einsatz, wie in Krankenhäusern und aufgrund der Größe von Pferden erfolgen viele medizinische Eingriffe bei ihnen im Rahmen von ‚Hausbesuchen‘ im Stall. Daher empfiehlt es sich, sich nach Möglichkeit vor der Entnahme des Mistes zu vergewissern, dass das Pferd gesund ist und in der letzten Zeit nicht mit starken Medikamenten behandelt wurde.

Expertentipp

Wer sich den Mist selbst auf einem nahegelegenen Hof abholt, aber keine Erfahrung im Umgang mit Pferden hat, sollte den Pferdemist nach Möglichkeit vom Misthaufen entnehmen. Das Aufklauben auf der Koppel sollte nur erfolgen, wenn keine Pferde anwesend sind, auch wenn Stallpersonal oder Besitzer sich dort scheinbar sorglos neben den Pferden bewegen. Pferde sind zwar nicht aggressiv, aber sehr groß und schreckhaft. Vor allem wenn man sich ihnen, auf den gerade herabfallenden Mist begehrlich, von hinten nähert, können sie aus Schreck kräftig mit eisenbeschlagenen Hufen nach hinten austreten. Zudem ist auch der Besitzer meist nicht erfreut, wenn sich Fremde uneingeladen auf der Pferdekoppel zu schaffen machen.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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