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Beetpflanzen

Schokoladenblume Pflege

Lars Reibemann

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Die Schokoladenblume trägt ihren Namen aufgrund ihres betörenden Duftes nach Vollmilchschokolade, welcher nicht nur Insekten anzieht, sondern auch bei Menschen für Begeisterung sorgt. Sie trägt dekorative, dunkelrote Blüten und ist daher eine beliebte Ergänzung in Gartenbeeten oder auch im Kübel auf dem Balkon oder der Terrasse. Die Schokoladenblume kann mehrjährig kultiviert werden, benötigt jedoch insbesondere im Winter verstärkte Pflege, da sie ursprünglich aus dem warmen mexikanischen Klima stammt.

Seit 1902 ist die Schokoladenblume in ihren Herkunftsgebieten in den Eichen- und Kiefernwäldern Mexikos und Mittelamerikas ausgestorben.

Die besondere Eigenschaft der Schokoladenblume ist, dass alle Pflanzen weltweit von demselben Exemplar abstammen. Sie ist selbststeril, das bedeutet, sie bildet keine fruchtbaren Samen, wenn sie mit eigenen Pollen bestäubt wird. Aus diesem Grund ist es auch nicht möglich, die Schokoladenblume auszuwildern.

Erscheinungsbild

Die Schokoladenblume wächst aufrecht und krautig und erreicht eine Höhe zwischen 40 und 120 Zentimeter. Ihre locker angeordneten, lanzettlichen Blätter sind dunkelgrün und werden zwischen fünf und 15 Zentimeter lang. Ihre Blüten zeigen sich von Juli bis einschließlich Oktober und strahlen in einer dunkelroten bis rotbraunen Farbe. Sie erreichen eine Größe von bis zu 5 Zentimetern und verströmen einen angenehmen Schokoladenduft.

Standort

Da die Schokoladenblume ursprünglichen in Regionen wie Arizona, Kansas und Texas ihr Zuhause hatte und somit aus warmen, sonnigen und trockenen Gebieten stammt, sollte ihr optimaler Standort über dieselben Eigenschaften verfügen. Sie bevorzugt einen sonnigen Platz, verträgt jedoch auch Halbschatten. Man sollte zudem bei der Standortwahl beachten, dass ihr süßer Duft zahlreiche Insekten, wie zum Beispiel Bienen, anlockt. Sie erreicht zudem eine Höhe von bis zu 120 Zentimetern, was bei einer ansonsten niedrigen Bepflanzung unpassend wirken kann.

Der optimale Boden

Die Schokoladenblume ist nicht besonders wählerisch, sollte jedoch einen Platz in einem Boden finden, welcher trocken und wasserdurchlässig ist. Er sollte lediglich über einen geringen bis gar keinen Torfgehalt verfügen und einen mäßigen Nährstoffgehalt aufweisen. Besonders empfehlenswert ist die Verwendung von hochwertiger Garten- oder Blumenerde, welche mit Sand angereichert und somit aufgelockert wird. Ältere, verbrauchte Erde kann mit reifem Kompost gemischt werden, wodurch sein Nährstoffgehalt erhöht wird. Das Substrat sollte nicht zu einer Verdichtung neigen und Wasser sollte ausreichend abfließen können. Wird die Schokoladenblume in einem Kübel kultiviert, muss für eine ausreichende Drainage gesorgt werden. Befindet sich ihr Platz im Gartenbeet, so können Sand oder Kies eine Auflockerung der Erde herbeiführen und somit das Risiko für Staunässe reduzieren.

Pflanzen und Aussaat

Ab Ende März oder Anfang April kann man mit dem Vorziehen der Samen im Haus beginnen. Die direkte Aussaat in das Beet sollte erst ab Mai oder Juni erfolgen, um die Samen und Jungpflanzen vor Frostschäden zu bewahren. Dies gilt ebenso für die Pflanzung, bei der man grundsätzlich beachten sollte, dass man der Schokoladenblume das geeignete Substrat bietet. Innerhalb der ersten Wochen sollte der Boden dauerhaft feucht sein, damit die Wurzeln entsprechend keimen und anwachsen können.

Gießen und Düngen

Die Schokoladenblume gedeiht am besten in leicht feuchter Erde. Kurze Trockenperioden stellen für sie ebenfalls kein Problem dar, jedoch sollte Staunässe durch Hinzufügen einer Schicht Kies oder Sand als Drainage vermieden werden, da diese Fäulnis zur Folge haben kann. Während ihrer Vegetationszeit, welche bis Ende Oktober andauert, sollte die Schokoladenblume einmal wöchentlich gedüngt werden. Kübelblumen benötigen nur alle zwei Wochen Dünger. Hierzu kann ein herkömmlicher organischer Dünger verwendet werden.

Schneiden

Die verwelkten Blüten sollten regelmäßig zurückgeschnitten werden, damit die Schokoladenblume weitere Blüten entwickeln kann. Auf diese Weise kann die Pflanze innerhalb eines Sommers sogar mehrere Nachblüten an derselben Stelle bilden. Wenn die letzten Blüten, Blätter und Stiele im Herbst vollständig verwelkt sind, darf das Laub zurückgeschnitten werden. Die Schokoladenblume hat somit genügend Zeit zur Speicherung aller Nährstoffe aus den einzelnen Pflanzenteilen.

Überwinterung

Da die Schokoladenblume ursprünglich aus den Wäldern Mexikos und Mittelamerikas stammt, benötigt sie einen besonders guten Schutz während des Winters. Unterschieden wird dabei zwischen Kübelpflanzen und Beetpflanzen.

Schokoladenpflanzen, welche in einem Gartenbeet kultiviert werden, sollten rechtzeitig vor dem Winter ausgegraben werden. Dies muss zwingend vor dem ersten Nachtfrost passieren. Je trockener der Boden während des Ausgrabens ist, desto vorsichtiger kann man die Knollen mit ihren Wurzeln aus der Erde entfernen, daher sollte dieser Vorgang möglichst an trockenen Tagen stattfinden. Die ausgegrabenen Knollen werden zunächst überprüft. Faulige Exemplare sollten entsorgt werden. Anschließend werden die Knollen an einem kühlen, trockenen Ort gut durchgetrocknet. Dazu kann man sie zum Beispiel für einige Tage an ihren verblühten Pflanzenteilen aufhängen oder sie in trockene, luftdurchlässige Bastsäckchen geben. Sobald die Knollen getrocknet sind, werden sie nebeneinander in eine mit Sand gefüllte Kiste gelegt und leicht bedeckt. Der Raum für die Überwinterung sollte eine Temperatur zwischen fünf und zehn Grad aufweisen und regelmäßig gelüftet werden. Die Knollen sollten regelmäßig auf Schädlinge sowie Fäulnis untersucht und dabei gewendet werden.

Sollen Schokoladenblumen überwintert werden, welche ihren Platz in einem Kübel gefunden haben, so ist dies etwas unkomplizierter. Ihre verblühten Pflanzenteile oberhalb der Erde werden zunächst komplett abgeschnitten. Danach werden die Knollen zusammen mit dem Kübel in einen frostfreien und trockenen Raum gebracht. Während ihrer Überwinterung benötigt die Schokoladenblume weder Wasser noch Dünger. Ab Ende April darf die Pflanze wieder mit ihrem Kübel nach draußen ziehen.

Krankheiten und Schädlinge

Es gibt keine für die Schokoladenblume typischen Krankheiten, jedoch kann es leicht zu Schäden bedingt durch Fehler in der Pflege kommen.

Diese sind zum Beispiel:

  • zu dichte Erde
  • ein zu dunkel gewählter Standort
  • nicht ausreichende Nährstoffversorgung
  • austrocknendes Substrat
  • Staunässe
  • falsche Überwinterung

Ist ein optimaler Standort gegeben und wird zusätzlich das passende Substrat gewählt, können unter Einhaltung der Pflegehinweise bereits vorbeugend die meisten Fehler vermieden werden. Sollte die Schokoladenblume ein schlechtes Wachstum aufweisen, ihre Blühkraft nachlassen oder einige Pflanzenteile welken, ist es ratsam, die Kulturbedingungen zu prüfen und bei Bedarf zu korrigieren. Ist es zu Schäden durch Staunässe gekommen, sollte die Schokoladenblume in ein trockenes Substrat umgesetzt werden. Dies stellt zwar keine Garantie für eine Genesung der Pflanze dar, jedoch werden die Chancen auf eine Besserung deutlich erhöht.

Blattläuse

Die typischen Schädlinge, welcher auf der Schokoladenblume zu finden sind, sind Blattläuse, die jedoch leicht erkennbar sind. Typische Anzeichen für einen Befall von Blattläusen sind stark eingerollte und gekräuselte Blätter, welche zum Teil blasig aufgetrieben erscheinen können sowie klebrige Pflanzenteile, welche häufig mit einem schwarzem Pilzbelag überzogen sind. Die Blattläuse sind an den Unterseiten der Blätter in dicht gedrängten Gruppen zu sehen.

Anlockpflanzen

Insbesondere wenn der Befall bereits weiter fortgeschritten ist, können kümmernde oder deformierte Triebe und Blütenstände auftreten. Um dem vorzubeugen, sollte die Schokoladenblume besonders während Trockenzeiten gut gewässert werden. Empfehlenswert ist es auch, in ihrer Nähe verschiedene Anlockpflanzen, wie zum Beispiel Kapuzinerkresse, zu platzieren. Der Marienkäfer gilt zudem als natürlicher Fressfeind von Blattläusen und kann ebenso als Gegenmaßnahme eingesetzt werden. Sollte die Pflanze bereits von Blattläusen befallen sein, sollten diese unverzüglich und gezielt bekämpft werden. Hierzu eignen sich beispielsweise Schmierseifenlösungen, Brennnesselauszüge oder auch Rainfarntee. Ist nur ein leichter Befall erkennbar, ist bereits ein gezieltes Abspritzen der Pflanze mit einem starken Wasserstrahl hilfreich. Bei einem starken Befall sind die betroffenen Pflanzenteile zu entfernen.

Schnecken

Neben der Blattlaus können aber zusätzlich auch Schnecken der Schokoladenblume gefährlich werden und Schaden verursachen. Sie hinterlassen die typischen Fraßspuren an den Blättern der Pflanze. Handelt es sich um jüngere Pflanzen, können diese auch von einem Totalfraß betroffen sein. Ein Schneckenbefall lässt sich anhand von glänzenden Schleimspuren sowie graugrünen Häufchen ihrer Ausscheidungen erkennen. Sind weitreichende Fraßschäden erkennbar, ist der Einsatz eines chemischen Köders ratsam. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass dieser auch anderen Tieren Schaden zufügen kann. Dementsprechend ist die klassische Bierfalle vorzuziehen. Dazu füllt man das Bier in eine Schale, der Duft lockt die Schnecken an, welche jedoch aus dem Gefäß nicht mehr fliehen können. Aromatische Schutzstreifen mit Bohnenkraut, Kamille, Lavendel, Salbei oder Thymian können ebenfalls effektiv zur Schneckenabwehr genutzt werden. Zusätzlich kann man vorbeugend dafür sorgen, dass die Erde, in der sich die Schokoladenblume befindet, feinkrümelig gehalten wird und somit für optimale Bodenverhältnisse sorgen.

Weiße Fliege

Als letzter Schädling können auch weiße Fliegen die Schokoladenblume aufsuchen. Ihre Anwesenheit lässt sich an fleckig gefärbten und teilweise gelben Blättern festmachen. Außerdem fliegen die kleinen weißen Insekten in einer großen Anzahl von den Blättern der Pflanze auf, wenn man diese berührt. Schlupfwespen oder Spinnen können hier vorbeugend eingesetzt werden. Liegt jedoch bereits ein starker Befall vor, sind chemische Spritzungen eine Möglichkeit. Auch hier ist jedoch zu beachten, dass weitere Tiere dabei in Mitleidenschaft gezogen werden können.

Expertentipp

Beim Schneiden einer Schokoladenblume sind diverse Punkte zu beachten. Grundsätzlich sollte ein scharfes Messer oder eine Rosenschere genutzt werden. Es ist empfehlenswert, diese vor der Arbeit zu desinfizieren, da ansonsten leicht Bakterien oder Pilze in die Pflanze eindringen können. Infolgedessen kann die Knolle sich infizieren und den Winter dann nicht mehr überstehen. Die Schokoladenblume sollte insgesamt direkt über der Knolle geschnitten werden. Die übrigen Reste können über den Kompost entsorgt werden. Nach dieser Maßnahme kann man die übrigen Blüten für die Gewinnung von neuen Samen trocknen.

Zudem können Blütenstiele ebenfalls als Schnittblumen genutzt werden. Diese halten sich in der Vase besonders lang, wenn man die Enden regelmäßig frisch anschneidet und das Wasser vollständig wechselt.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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