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Schädlinge

Rhododendronzikade bekämpfen und vorbeugen

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Rhododendronzikade Pflege

Wer sein Beet mit Rhododendren bepflanzt, hat eine gute Chance darauf, auch die Rhododendronzikade zu treffen. Dies ist allerdings alles andere als positiv, denn es handelt sich dabei um einen Schädling, der den Pflanzen mächtig zusetzen kann und bei ausreichender Population sogar die Pflanze im Gesamten zerstören kann.

Aussehen und Herkunft der Rhododendronzikade

Aussehen und Herkunft der Rhododendronzikade
Als Zikaden bezeichnet man eine Unterordnung der Fluginsekten, die auch als „Schnabelkerfen“ bekannt sind. Bei den meisten davon handelt es sich um Insekten, die sich von Pflanzensäften ernähren und diese mit einem zu einem Rüssel ausgebildeten Mundwerkzeug „aussaugen“. Ursprünglich stammen die Rhododendronzikaden aus Nordamerika. Sie haben sich jedoch durch den Pflanzen In- und Export mittlerweile im gesamten Kontinentaleuropa und nach England verbreitet, wo sie sich dauerhaft angesiedelt haben.

Der Befall der Rhododendronzikade ist an verschiedenen Merkmalen zu erkennen:

  • Es sind adulte Tiere zu sehen. Rhododendronzikaden sehen relativ auffällig aus und sind leicht zu identifizieren. Sie erreichen eine Größe von bis zu neun Millimetern und haben eine grasgrüne Farbe mit orangen Linien und violetten Flügeln. Sie bewegen sich nur selten und sind nur selten weit von ihren Stammplätzen anzutreffen.
  • Auch im Larvenstadium verbleiben die Tiere an den Rhododendronsträuchen und halten sich vermehrt an den Blattunterseiten auf, wo sie vorwiegend die Hauptadern aussaugen. Die Larven haben eine gelbliche Färbung.
  • Befallene Sträucher zeigen vor allem zwei Merkmale: Zum einen verfärben sich die von den Larven und Adulten ausgesaugten Blätter bis es zum Blattfall kommt, zum anderen werden die Knospen als Eiablage missbraucht, verfärben sich ebenfalls und werden im Frühjahr nicht austreiben. Ein unverkennbares Attribut sind die kleinen, stachelartigen Auswüchse und der flechtenartige Überzug, den der Pilz mitbringt.
  • Ein weiteres Merkmal ist der Befall mit Pilzen, vornehmlich dem „Pycnostysanus azaleae“, erkennbar an kleinen, weißlichen Stängeln, die den Knospen erwachsen. Der Pilz kann sich über das Geäst im gesamten Strauch ausbreiten und diesen schließlich zerstören.

Wann und wo mit Befall zu rechnen ist

Wann und wo mit Befall zu rechnen ist
Die Eier überwintern in den Blütenknospen, adulte Tiere sterben für gewöhnlich im Winter, sodass ein Befall im Winter kaum Auswirkungen hat. Im März bis April schlüpfen dann die Larven und es wird auffällig, dass die Knospen nicht austreiben und sich kein Blütenstand entwickelt. Ab jetzt ist der Befall deutlich erkennbar. Entwickeln sich die Larven ungehindert, würden sie im Juni bis Juli zu adulten Tieren heranreifen und mit der Paarung für die nächste Generation beginnen, bevor dann im November der Zyklus erneut beginnt.

Prinzipiell können alle Rhododendronpflanzen von den Tieren befallen werden. Vorzugsweise halten sich diese aber an den sogenannten „Großblumigen Hybriden“, also immergrüne Sorten mit Wuchshöhen, die mehr als einen Meter betragen und die großflächige, dichte Blütenstände ausbilden. Dies sind beispielsweise „Cunninghams White“, „Azurro“ oder „Herbstgruß“. Während sich die Larven ausschließlich von Rhododendren ernähren, können ausgewachsene Zikaden auch gelegentlich auf anderen Pflanzen beobachtet werden. Efeu, Platanen, Ahorn oder Linden sind daher ebenfalls gefährdet.

Bekämpfung und Vorbeugung

Prinzipiell sorgt ein Befall der Rhododendronzikade immer dafür, dass man auch eine Pilzinfektion zu befürchten hat, welche im schlimmsten Fall für das Sterben des gesamten Strauches sorgen kann. Leider wird die Bekämpfung mit Fungiziden jedoch nur von kurzer Dauer sein, wenn der Befall mit der Zikade auch weiterhin besteht. Deswegen sollte das Ziel zunächst sein, die Zikade loszuwerden und sich erst danach um den Pilz zu kümmern.

Der beste Zeitpunkt, für die Bekämpfung ist das Frühjahr, wenn die Larven bereits geschlüpft sind. Auf jeden Fall sollten jegliche Maßnahmen vor dem August durchgeführt werden, da sonst die Eiablage bereits vollzogen wurde. Als Insektizid eignen sich biologische Spritzmittel auf Basis von Pyrethrin. Pyrethrin werden aus den Blütenkörbchen der Chrysanthemen gewonnen und sind daher für die Rhododendren vollständig unschädlich. Ein zusätzliches Fungizid ist nur in Härtefällen erforderlich. Es ist aber empfohlen, befallene Knospen und eventuell Astabschnitte von der Pflanze zu entfernen, um das Wachstumspotenzial so weit wie möglich einzudämmen.

Wer es mit Hausmitteln probieren möchte, kann einen Neemaufguss benutzen. Dazu werden die Samen des Neembaumes in Wasser eingeweicht (ca. 50g auf 1L Wasser), mit dem die befallenen Pflanzen dann besprüht werden. Das Extrakt bekämpft nicht nur die Zikaden, sondern wirkt gleichzeitig als Fungizid und hat daher eine doppelte Wirkung. Das Aufhängen von Gelbtafeln in der Nähe der Rhododendren hilft zwar nicht bei der Bekämpfung, kann aber dabei helfen, den Befall schon frühzeitig zu erkennen, da sich vor allem adulte Tiere auf Partnersuche gerne darin verfangen.

Expertentipp

Wer einem Befall vorbeugen möchte, kann bereits bei der Pflanzung Neemschrot in die Erde mischen. Die Stoffe werden dann über die Wurzel aufgenommen und bilden einen Langzeitschutz gegen die Insekten. Hierbei ist darauf zu achten, dass man ölige, gemahlene bzw. geschrotete Samen verwendet und keinesfalls die in Baumärkten erhältlichen Neemscheiben, da diese durch den Pressvorgang kaum noch Öl enthalten.

Häufig gestellte Fragen

Sollte ich verfärbte und/oder abgestorbene Blätter entfernen?

Aus optischen Gründen kann man das machen, ist aber im Prinzip nicht notwendig. Ganz anders sieht das bei den befallenen Knospen aus. Die sollte man übrigens keinesfalls in den Kompost werfen, sondern im Hausmüll entsorgen, da sonst der Kompost vom Pilz befallen werden kann.

Wann sollte ich das Insektizid sprühen?

Wer die Rhododendronzikaden mit Insektiziden bekämpfen möchte, sollte dies in den frühen Morgenstunden versprühen, da durch die Nachtkälte die Tiere noch weitgehend unbeweglich sind und sich dadurch leichter erwischen lassen. Dabei sollte man nicht vergessen, auch die Unterseite der Blätter großflächig mit dem Insektizid zu benetzen.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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