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Beetpflanzen

Kapuzinerkresse richtig pflanzen

Lars Reibemann

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Die Kapuzinerkresse ist aus den heimischen Zier- und Nutzgärten mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Aus gutem Grunde: Die feurige Latina mit den leuchtend roten, orangen oder gelben Blüten ist ein echtes Multitalent. Sie überzeugt nicht nur mit optischen Vorzügen, sondern auch mit zahlreichen inneren Werten.

Herkunft und besondere Merkmale

Ursprünglich stammt die vielseitige Pflanze aus Südamerika, wo vor allem die knollige Kapuzinerkresse heute noch als Nahrungsmittel dient. Vor gut zweihundert Jahren hat Tropaeolum, so der botanische Name, auch in Europa Einzug gehalten. Insgesamt existieren rund 90 verschiedene Arten. Hierzulande sind die Kleine und die Große Kapuzinerkresse am weitesten verbreitet.

Der Begriff Tropaeolum ist an den altgriechischen Ausdruck Tropaion angelehnt, der ein Siegessymbol in Gestalt eines Denkmals bezeichnet.

»Kresse« wiederum geht auf das altdeutsche Wort »cressa« für »scharf« zurück. Tatsächlich weist die Kapuzinerkresse einen ähnlichen Geschmack wie die Brunnenkresse (Nasturtium) auf, mit der sie auch immer wieder verwechselt wird, was unter anderem daran liegt, dass die Kapuzinerkresse im Englischen Nasturtium heißt.

Den ersten Teil ihres Namens hat die Kapuzinerkresse ihren Blüten, die mit ihren zipfeligen Kelchen an Mönchskapuzen erinnern, zu verdanken. Die Farbgebung ist jedoch alles andere als eintönig. Je nach Sorte brillieren die dekorativen Blüten in Sonnengelb, Orange, Apricot, Rosa, Blut- oder auch Schwarzrot. Selbst gemusterte Varianten gibt es zu bestaunen.

Die schildförmigen Blätter weisen einen Lotoseffekt auf: Wasser perlt in Tropfen von der Blattoberfläche ab. Dabei werden auch Schmutzpartikel absorbiert, was der Selbstreinigung der Pflanze dient.

Die Kapuzinerkresse ist nicht winterhart. Daher zählt sie in unseren Breitengraden zu den einjährigen Pflanzen.

Gerade im Hinblick auf die beabsichtigte Verwendung ist es wichtig zu wissen, dass es sowohl rankende Sorten als auch solche gibt, die in Büschen wachsen. Stellt man einer Kapuzinerkresse mit langen Trieben keine Rankhilfe zur Verfügung, tritt sie als kriechender Bodendecker in Erscheinung.

Kapuzinerkresse als Zierpflanze und Sichtschutz

Insbesondere die große Kapuzinerkresse mit ihren langen Ranken und ihrem dichten Laub eignet sich hervorragend dazu, Zäune, Spaliere oder Pergolen zu verschönern. Aufgrund des zügigen Wachstums ist ein schneller und effektiver Sichtschutz sichergestellt.

Für Einfassungen und die Bepflanzung von Blumenampeln, Töpfen und Balkonkästen bieten sich buschig wachsende Sorten wie die Zwerg-Kapuzinerkresse an.

Kapuzinerkresse als Heilkraut

Nicht umsonst wurde die Große Kapuzinerkresse zur Arzneipflanze 2013 gekürt. Das Spektrum ihrer gesundheitsfördernden Eigenschaften ist enorm.

Sie ist vitaminreich und antibiotisch, regt die Durchblutung an und stärkt das Immunsystem. Weiterhin verbessert sie die Wundheilung und kann Schmerzen lindern. Auch bei chronischen Erkrankungen wie Sinusitis und wiederkehrenden Blasenentzündungen ist sie ein potentes Helferlein, denn sie wirkt schleimlösend, harntreibend und entzündungshemmend.

Kapuzinerkresse in der Küche

Auch in der Küche zeigt sich die Kapuzinerkresse äußerst vielseitig. Sämtliche ihrer Bestandteile sind zum Verzehr geeignet: Blätter, Blüten, Knospen und Samen. Ihr pikantes, süßlich-scharfes Aroma verdankt sie Senfölglukosiden, die sie zum Schutz vor Schädlingen produziert.

Blätter und Kraut machen sich gut in Kräuterquark – und butter. Auch anderen einfachen Gerichten wie Rührei und Salaten verleihen sie eine vorzügliche Würze. Sogar Pesto lässt sich aus Kapuzinerkresse herstellen.

Je älter und dunkler die Blätter sind, desto schärfer schmecken sie übrigens. Die Blüten werden meist zur Dekoration der Speisen verwendet.

Grundsätzlich lässt sich das Kraut auch trocknen und einfrieren. Allerdings verliert es hierbei an Aroma und nach dem Auftauen sind die Blätter matschig. Daher sollte man die Kapuzinerkresse besser frisch genießen.

Wer Kapern mag, der wird sich jedoch für folgende Konservierungsmethode begeistern können: Die unreifen grünen Knospen werden in Salz eingelegt, um den Samen Wasser zu entziehen. Nach einer Woche wird das Salz in einem Sieb abgespült. Anschließend gibt man die Samen in Einmachgläser und schüttet sie mit Essig auf. Die verschlossenen Gläser sind im Kühlschrank mehrere Monate lang haltbar.

Kapuzinerkresse zur Schädlingsbekämpfung

Der Geruch der Kapuzinerkresse wirkt auf Schnecken, Ameisen, Raupen sowie einige Käferarten abstoßend. Daher wird das Kraut gerne bei Tomaten- und Gurkenpflanzen als natürliche Schädlingsbarriere eingesetzt.

Blattläuse hingegen lieben die Kapuzinerkresse. Doch auch diese Tatsache können sich Hobbygärtner und Rosenzüchter zunutze machen, indem sie Fallkulturen mit Kapuzinerkresse anlegen: Statt auf die zarten Kohlpflänzchen und wertvollen Rosen stürzen sich die Läuse dann auf die Kresse.

Falls die Kresse nicht zur Schädlingsbekämpfung, sondern vor allem zu Dekorationszwecken angepflanzt wird, kann der Blattlausbefall allerdings schnell zum Problem werden. Auch der Kohlweißling hat es auf das aromatische Kraut abgesehen. Präventiv kann man die Pflanzen mit Netzen schützen. Auf stickstoffhaltige Dünger sollte verzichtet werden. Bei der Bekämpfung sind Fressfeinde wie Marienkäfer, Spinnen und Schlupfwespen hilfreich.

Aussaat und Anzucht

Sofern einige Grundregeln beachtet werden, gestaltet sich die Aussaat und Anzucht der Kapuzinerkresse unkompliziert.

Da die Kapuzinerkresse empfindlich auf Frost reagiert, ist eine direkte Aussaat im Freiland erst ab Mitte Mai nach den Eisheiligen möglich. Am besten gedeiht sie an sonnigen und halbschattigen Standorten. Die Erde sollte humus-, aber nicht zu nährstoffreich sein. Erhält die Kapuzinerkresse zu viel Dünger und/oder zu wenig Sonne, bildet sie zwar viele Blätter, aber wenige Blüten aus. Lehmböden mit Sandanteil sind ideal. Letzterer beugt Staunässe vor, welche die Kapuzinerkresse nicht verträgt.

Daher ist auch bei einer Kultivierung im Blumentopf darauf zu achten, dass dieser über genügend Abzugslöcher verfügt. Normale Blumenerde ist hier übrigens ausreichend.

Weicht man die Samen einige Stunden vor dem Aussäen in warmem Wasser ein, verkürzt sich die Keimdauer. Im Beet werden jeweils zwei bis drei Samenkörner in 2cm tiefen Rillen platziert. Die Saatreihen sollten einen Abstand von 20-30cm aufweisen. Nun nur noch die Samen mit Erde bedecken – die Kapuzinerkresse ist ein Dunkelkeimer – und angießen. Innerhalb von circa 10 Tagen sollten die ersten Pflänzchen sprießen.

Für die Anzucht im Haus, die ab Februar in Angriff genommen werden kann, bieten sich Torftöpfe und Eierkartons an. Da diese biologisch abbaubar sind, können sie später direkt zusammen mit den Jungpflanzen im Beet eingesetzt werden. Vor der Befüllung sollten die Saatgefäße mit heißem Wasser gereinigt werden, um eventuelle pathogene Erreger abzutöten. Als Substrat eignet sich handelsübliche Saaterde.

Auch beim Vorziehen empfiehlt es sich, die Samen vorher einige Stunden lang in warmem Wasser oder Kamillentee zu baden. Die Anzahl der Samen pro Topf richtet sich nach der Gefäßgröße. Zwischen den Saatlöchern ist ein Abstand von ungefähr 5cm einzuhalten. Ähnlich wie im Freien liegt die optimale Saattiefe bei circa 2cm. Nach dem Einsetzen werden die Samen mit Substrat bedeckt. Letzteres leicht andrücken. Anschließend die Erde wässern und die Anzuchttöpfe an einen hellen Ort, zum Beispiel auf das Fensterbrett, stellen. Vor praller Sonneneinstrahlung müssen die Keimlinge im frühen Wachstumsstadium allerdings noch geschützt werden.

Es ist nicht zwingend notwendig, aber ratsam, die Behältnisse mit einer Klarsichtfolie zu überziehen. Dadurch entsteht ein für die Keimung besonders günstiges Klima. Die ideale Keimtemperatur beträgt um die 18 Grad. Die Erde muss ausreichend feucht gehalten werden. Eine zusätzliche Düngung ist nicht erforderlich.

Die Auspflanzung im Garten erfolgt, sobald die letzten Fröste überstanden sind.

Pflege und Ernte

Die Kapuzinerkresse ist eine pflegeleichte und genügsame Pflanze. In den heißen Sommermonaten sollte sie jedoch morgens und abends gewässert werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass nicht von oben, sondern in Bodennähe gegossen wird. Wer sich an einer üppigen Blütenpracht erfreuen will, sollte nur sparsam düngen – am besten mit Kompost. Andernfalls wird die Kapuzinerkresse zwar viel Laub, aber nur wenige Blüten ausbilden.

Je nach Pflanzzeitpunkt blüht die Kapuzinerkresse von Mai bis Oktober. In dieser Zeit kann auch bereits geerntet werden. Für die Verwendung in der Küche eignen sich vor allem die jungen Blätter und Triebe. Beim Blütenpflücken sollte man darauf vorbereitet sein, dass sich in den Kelchen gerne Ohrwürmer verstecken. Diese können jedoch leicht herausgeschüttelt werden.

Saatgut von eigenen Pflanzen wird im Herbst aus alten Blütenständen gewonnen. Die Samen bilden sich an den Stielen verblühter Kapuzinerkresse aus. Einmal angepflanzt sät sich die Kapuzinerkresse aber auch oft von selbst wieder aus.

Expertentipp

Wollen Sie Ihre Kapuzinerkresse als Bienenweide zur Verfügung stellen? Dann greifen Sie unbedingt zu einer Sorte mit ungefüllten Blüten. Bei Kapuzinerkresse mit gefüllten Blüten handelt es sich um spezielle Züchtungen, die darauf abzielen, üppige Blüten mit vielen Blütenblättern hervorzubringen. Die Staubgefäße sind bei diesen Zuchtsorten jedoch stark zurückgebildet oder gar nicht vorhanden und für die Bienen daher nicht von Nutzen.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Kapuzinerkresse winterhart?

Nein, die Kapuzinerkresse ist frostempfindlich und daher in unseren Breitengraden nur einjährig. Die Samen jedoch können in der Erde überwintern.

Wie kann die Blütezeit verlängert werden?

Regelmäßiges Kappen der Samenansätze und Entfernen der verwelkten Blüten verlängert die Blütezeit und verhindert wildes Aussamen.

Warum hat meine Kapuzinerkresse gelbe Blätter?

Eine bekannte Ursache gelber Blätter ist Überdüngung. In diesem Fall sollte auf Dünger verzichtet und die Kapuzinerkresse häufig gewässert werden, um die Düngerkonzentration im Boden zu verringern. Falls die Kapuzinerkresse an einem sehr sonnigen Standort wächst, leidet sie eventuell unter Hitzestress und Trockenheit. Auch hier löst vermehrtes Gießen das Problem. Vereinzelte gelbe Blätter sind aber gerade zu Saisonende völlig normal.

Wie schnell wächst Kapuzinerkresse?

Kapuzinerkresse wächst rasant. Wird sie im Mai angepflanzt, bedeckt sie im Sommer als dichter Teppich Boden und Zäune. Wer sich schon früh an den farbenfrohen Blüten erfreuen will, sollte die Kapuzinerkresse ab Februar im Warmen vorziehen.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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