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Exotische Pflanzen

Schwarzkümmel Anbau

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Schwarzkümmel Anbau

Der Echte Schwarzkümmel gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Er ist weder mit dem so genannten Echten Kümmel noch mit dem Kreuzkümmel verwandt. Sein botanischer Name „Nigella“ ist lediglich die Verniedlichungsform von „niger“. Das bedeutet „schwarz“ und beschreibt die kleinen schwarzen Samenkörner des Gewächses.

Schwarzkümmel ist seit jeher als Gewürzpflanze insbesondere im Nahen Osten und Indien beliebt. Bereits bevor der Pfeffer im fünften Jahrhundert von Südostasien nach Europa kam, galt Schwarzkümmel mit seinen würzig-fruchtigen Samen als bedeutendes Gewürz. Bis heute werden damit Gebäck und Brote verfeinert. In unseren Regionen wurde Schwarzkümmel zum ersten Mal in einer Landgüterverordnung von Karl dem Großen erwähnt. Angebaut wird Schwarzkümmel hier seit dem 17. Jahrhundert.

Seinen Ursprung hat Schwarzkümmel jedoch im Mittelmeerraum, Westasien, Indien und Nordafrika. Dort wird er heute noch in großen Kulturen als Würz- und Heilpflanze angebaut, er erfreut sich aber auch in unseren Breiten an immer größerer Beliebtheit. Insbesondere das vielseitige Schwarzkümmelöl, welches aus den Samen gewonnen wird, gilt als Naturheilmittel für das Immunsystem und findet daher in immer mehr Haushalten Verwendung.

Erscheinungsbild und Allgemeines

Erscheinungsbild und Allgemeines


Schwarzkümmel gedeiht als einjährige Pflanze und trägt weiße und blaue Blüten. Sie erreicht eine Höhe zwischen 30 und 60 Zentimetern und verfügt über fiederspaltige Blätter. Ihr Stängel kann mehrfach verzweigt sein, den kostbaren Samen findet man in den Kapseln. Diese werden oft auch mit Mohn verglichen. Die Kapseln entspringen den sternförmigen Blüten. Trotz der namentlichen Ähnlichkeit ist Schwarzkümmel weder in seinem Geschmack noch Aussehen dem Kümmel oder Kreuzkümmel ähnlich. Sein Aroma lässt sich eher mit dem von Anis vergleichen.

Der optimale Standort

Der optimale Standort
Aufgrund seiner verhältnismäßig langen Vegetationszeit gedeiht Schwarzkümmel am besten an warmen und sonnigen Standorten.

Bodenbeschaffenheit

Für gewöhnlich stellt Schwarzkümmel an den Boden keine besonderen Ansprüche. Er gilt als Wildpflanze, daher ist es nicht nötig, die Erde vor der Pflanzung zu düngen. Es ist jedoch empfehlenswert, Staunässe zu vermeiden, da der Schwarzkümmel auf diese empfindlich reagiert. Ideal ist ein humus- und nährstoffreicher Gartenboden, welcher über eine ausreichende Belüftung verfügt.

Aussaat

Der optimale Zeitpunkt für die Aussaat von Schwarzkümmel ist im Frühjahr in den Monaten März bis April. Bis Ende Mai sollte Schwarzkümmel jedoch spätestens ausgesät worden sein. Als Wildkraut vermehrt sich die Gewürzpflanze sehr schnell, daher sollte bei der Platzauswahl bedacht werden, dass sich ihr Wuchs gut eindämmen lässt, damit sich das Kraut nicht im gesamten Garten oder sogar darüber hinaus ausbreitet. Zwischen den einzelnen Reihen des Schwarzkümmels sollte ein Abstand von etwa 20 Zentimetern liegen. Die Samen sollten nur mit etwa einem Zentimeter Erde bedeckt werden. Bis diese anfangen zu keimen, vergehen zwei bis drei Wochen.

Pflege

Um Schwarzkümmel mit Wasser zu versorgen, ist ein normales Gießverhalten ausreichend. Es ist jedoch wichtig, dass der Boden nie zu feucht ist. Staunässe gilt es in jedem Fall zu vermeiden. Auch eine kurze Trockenphase kann der Gewürzpflanze keinen Schaden anhaben. Hält diese jedoch mehr als fünf Tage an, so sollte die Pflanze zusätzlich bewässert werden.

Verfügt der Gartenboden über einen normalen Nährstoffgehalt, so ist es in der Regel nicht nötig, den Schwarzkümmel zusätzlich zu düngen. Frische, vorgedüngte Erde ist für gewöhnlich ausreichend. Da Schwarzkümmel in leicht alkalischen bis neutralen Böden mit einem pH-Wert um die 7 gedeiht, sollte auf mineralische Dünger, welche den pH-Wert senken, unbedingt verzichtet werden.

Blütezeit

Schwarzkümmel blüht in unseren Regionen meistens zwischen Ende Mai bis Ende Juli. In dieser Zeit erfolgt die Ausbildung blauer bis violetter Blüten, in seltenen Fällen können diese auch weiß bis rosa sein. Besonders auffällig sind die braunen Staubblätter und der Fruchtknoten, welche sich im Zentrum der Blüte befinden. Eine besondere Eigenschaft des Schwarzkümmels ist seine Proterandrie. Das bedeutet, dass während der Entwicklung der Blüte zunächst die männlichen und anschließend die weiblichen Blütenanlagen ausgebildet werden. Bei den männlichen Anlagen handelt es sich um den Staubbeutel, während die weiblichen Anlagen den Stempel beschreiben.

Ernte und Aufbewahrung

Sobald sich die Kapseln ab Ende Juli braun färben und leicht klappern, so kann mit der Ernte begonnen werden. Dazu schneidet man die Samenkapseln ab, entfernt die schwarzen Früchte und lässt diese an der Luft trocknen. Anschließend lässt sich wertvolles Schwarzkümmelöl aus ihnen gewinnen. Die Samen selbst kann jedoch auch bei der Zubereitung von Broten, Fisch, Hülsenfrüchten oder Grillkäse verwendet werden. Das feine Aroma des Schwarzkümmels, welches an Pfeffer oder Anis erinnert, verleiht auch Currys, diversen Soßen oder orientalischen Gerichten eine besondere Note.

Überwinterung

Schwarzkümmel gilt als einjährige Pflanze, daher ist es nicht notwendig, besondere Maßnahmen für eine Überwinterung zu treffen.

Vermehrung

Im Frühjahr lässt sich Schwarzkümmel relativ unkompliziert über eine Aussaat vermehren.

Krankheiten und Schädlinge

Allgemein gilt die Gewürzpflanze als sehr robust. Bei zu hoher Feuchtigkeit besteht jedoch das Risiko einer Stängelfäule. In der Regel befallen Schädlinge den Schwarzkümmel nur in seltenen Fällen.

Expertentipp

Die Samen des Schwarzkümmels sind zum Beispiel im Gartencenter oder im Baumarkt erhältlich. Jedoch sollte man beim Kauf sehr genau darauf achten, dass es sich tatsächlich um Schwarzkümmel handelt. Dieser wird oft verwechselt mit der Jungfer im Grünen, da diese als einjährige Gartenpflanze ebenso zu den Hahnenfußgewächsen zählt und in ihrem Aussehen dem Echten Schwarzkümmel sehr ähnelt.

Häufig gestellte Fragen

Welche Nebenwirkungen hat der Gebrauch von Schwarzkümmel?

Die langfristige Einnahme von Schwarzkümmel hat in der Regel überwiegend Organismus fördernde Auswirkungen. Die Gewürzpflanze gilt als sehr verträglich, treten unerwünschte Nebenwirkungen auf, so sind diese für gewöhnlich sehr schwach. Der hohe Säureanteil des Schwarzkümmels kann zu saurem Aufstoßen führen, weshalb Personen mit einer empfindlichen Magenschleimhaut besser auf die Einnahme verzichten. Obwohl Schwarzkümmel auch als effektives Mittel gegen Durchfall zählt, kann dieser in Einzelfällen auch durch das Kraut ausgelöst werden.

Kann Schwarzkümmel auch zur Behandlung von Tieren eingesetzt werden?

Insbesondere im Bereich der Pferde wird Schwarzkümmelöl vermehrt als natürliches Heilmittel verwendet. Aber auch bei anderen Tieren kann das Kraut gegen Atemwegserkrankungen, wie zum Beispiel Asthma oder Husten, behilflich sein. Dazu wird es dem Tier in Form von Tee oder Futtermischungen verabreicht. Außerdem hat Schwarzkümmelöl einen positiven Effekt auf die Beschaffenheit des Fells. Insbesondere langhaarige Rassen haben bei der Fellpflege dadurch weniger Probleme. Parasiten wie Zecken oder Flöhe können mit dem Öl ebenfalls abgewehrt werden.

Wo kann man Schwarzkümmel kaufen?

Die schwarzen Samen des Schwarzkümmels sind in Gewürz Abteilungen, auf Märkten oder auch online erhältlich. Es ist wichtig, dass diese weniger als zwei Jahre alt sind, da sie im Laufe der Zeit an Aroma verlieren. Das wertvolle Öl, welches aus Schwarzkümmel gewonnen wird, kann man in gut sortierten Supermärkten kaufen. Die steigende Nachfrage hatte auch Auswirkungen auf die Preisgestaltung, so dass eine Flasche mit einem Liter Inhalt zwischen 20 und 40 Euro kosten kann. Grundsätzlich sollte das Öl kaltgepresst und in einer dunklen Flasche gelagert sein.

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Bildquellen:

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