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Exotische Pflanzen

Die Kiwi blüht nicht

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Die Kiwi blüht nicht

In unseren heimischen Gefilden öffnen sich die ersten Kiwiblüten gegen Ende des Monats Mai. Die weißen Blüten sind radförmig und verströmen einen angenehmen Duft. Im Juni steht die Kiwi in voller Blüte. Ab Juli wachsen aus den Blüten die schmackhaften grünen Früchte, die im Herbst geerntet werden können. Was aber, wenn die Pflanze keine Blüten trägt oder nach einem blütenreichen Vorjahr keine Blüten mehr bildet?

Wuchs und Merkmale

Wuchs und Merkmale


Die Kiwi ist eine mehrjährige, sommergrüne Pflanze. Sie wächst lianenartig in die Breite und Höhe. Daher benötigen die Pflanzen eine Rankhilfe, die sie umschlingen können. Die Blütezeit ist von Ende Mai bis Juli. Zunächst hat die Kiwi große, weiße Blütenblätter, die im Verlauf gelblich werden. Bis auf wenige Neuzüchtungen sind die Kiwipflanzen zweihäusig und tragen daher entweder nur rein weibliche oder ausschließlich männliche Blüten, die sich voneinander unterscheiden. Weibliche Blüten haben eine geringere Anzahl pro Blütenstand. Sie tragen einen Kranz von Staubblättern, in deren Mitte weiße Griffel strahlenartig angeordnet sind. Männliche Kiwiblüten verfügen über zahlreiche Staubblätter und deutlich kleinere Griffel. Früchte können sich nur aus den weiblichen Kiwiblüten entwickeln.

Warten auf die erste Blüte

Warten auf die erste Blüte
Es ist allgemein bekannt, dass die Kiwi eine recht träge Entwicklung hat. Oftmals bilden sich erste Blüten erst nach 3-6 Jahren aus, mitunter kann es 10 Jahre dauern bis die Pflanze ihre Blütenpracht zum ersten Mal entfaltet. Das ist dem Umstand geschuldet, dass die meisten Kiwipflanzen aus Samen gezogen werden. Diese Methode ist einfacher als die Vermehrung über Stecklinge. Dabei muss allerdings in Kauf genommen werden, dass die Kiwi frühestens nach 6 Jahren, in der Regel nach 10 Jahren zum ersten Mal blüht. Neue Kiwipflanzen mit Stecklingen zu ziehen, ist mit großem Aufwand verbunden und wird daher seltener angewandt. Auch hier kann es zwischen 3 und 5 Jahren dauern, bis sich die ersten Blüten zeigen. Es braucht also eine Menge Geduld, bis die Pflanze zum ersten Mal blüht. In der Zwischenzeit darf nicht vergessen werden, die Kiwi im Winter vor Frost zu schützen. Die Wintersonne kann an den Trieben leicht zu Frostrissen führen und im Frühjahr ist der Austrieb stark spätfrostgefährdet. Kiwis im Topf lassen sich einfach an einem lichten und kühlen Platz im Haus überwintern. Kiwis im Beet werden mit Herbstlaub hoch bedeckt und die Triebe mit einem Vlies schattiert. Im Frühjahr wird der Boden rund um die Pflanze mit einer Schicht Mulch bedeckt, um einer schnellen Austrocknung entgegenzuwirken. Zudem verhindert die Mulchschicht das übermäßige Erhitzen der Wurzeln in der Trockenperiode. Die Kiwi ist ein Flachwurzler und muss im Sommer regelmäßig gegossen werden.

Der Kiwi blüht nicht mehr

Um die Blütenpracht der Kiwi zu erhalten, muss die Kiwi regelmäßig geschnitten werden. Erfolgt kein oder ein unsachgemäßer Schnitt, kann es dazu führen, dass die Kiwi keine Blüten und entsprechend keine Früchte mehr trägt. In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung fallen nur wenige Schnittmaßnahmen an, die in erster Linie der Erziehung der Pflanze dienen. Die fachgerechte Stutzung erfolgt ab dem dritten Jahr. In der Regel wird zweimal im Jahr zur Schere gegriffen. Zunächst erfolgt im August der Rückschnitt der einjährigen Fruchttriebe. Diese werden beherzt um gut ein Drittel gekürzt. Am Trieb verbleiben danach noch sechs bis acht Blätter. Aus diesen zurückgeschnittenen Seitenästen erwachsen im Frühjahr die Blüten- und Fruchttriebe. Der zweite Schnitt erfolgt im Frühjahr. Um ein starkes Bluten zu vermeiden, wird zeitig im Frühjahr begonnen. Triebe, die bereits einmal die schmackhaften Früchte getragen haben, bilden im Jahr darauf keine Kiwiblüten mehr aus. Entsprechend werden alle Äste entfernt, die abgetragenes Fruchtholz haben. Stehen bleibt nur ein junger Trieb, der bisher keine Blüten und Früchte getragen hat. Zudem empfiehlt sich eine Auslichtung der Pflanze, damit die neuen Fruchttriebe ausreichend Sonnenlicht bekommen. Der regelmäßige Schnitt sorgt für eine reiche Ernte mit großen, aromatischen Früchten.

Expertentipp

Damit sich aus der weiblichen Blüte eine Frucht entwickeln kann, muss mindestens eine männliche Pflanze auf bis zu sieben weibliche Pflanzen kommen. Dabei sollte der Abstand zwischen der männlichen und der weiblichen Kiwi nicht mehr als vier Meter betragen. Die Bestäubung erfolgt naturgemäß durch Insekten. Bleiben diese aus, kann die Bestäubung der radförmigen Blüten von dem geübten Hobbygärtner selbst übernommen werden. Neuere Kiwi-Züchtungen sind mittlerweile einhäusig angelegt. Diese tragen sowohl weibliche als auch männliche Blüten und können sich entsprechend selbst befruchten. Um sicher zu gehen, dass die Pflanze Früchte trägt, empfiehlt sich die Pflanzung von zwei einhäusigen Kiwis, die nicht weiter als vier Meter voneinander entfernt stehen. Damit erhöht sich der Fruchtansatz und die Wahrscheinlichkeit einer reichen Ernte.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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