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Pflanzenvermehrung

Vanille über Samen vermehren

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Vanille über Samen vermehren

Vanille über Samen zu vermehren ist kein einfaches Unterfangen, denn bereits die Bestäubung der Blüten gestaltet sich aufwendig und erfordert ein sehr genaues Timing. Zudem ist trotz der großen Samenanzahl pro Schote eine Keimung nicht garantiert. Wie es dennoch funktionieren kann, zeigt diese Anleitung.

Blüte und Bestäubung

Blüte und Bestäubung


Die Vanille bildet Zwitterblüten aus. Das bedeutet, die Blüten besitzen weibliche und männliche Geschlechtsteile. Der gelbe Pollen der männlichen Teile muss auf die Stempel der weiblichen Elemente aufgebracht werden.

Hierzu wird die Blüte seitlich vorsichtig aufgeschnitten oder aufgeritzt. Ein Messer mit spitz zulaufender Klinge oder ein Zahnstocher sind dafür optimal. Die Blüte muss dabei mit der Hand gestützt werden, damit sie nicht abbricht.

Ist eine seitliche Öffnung geschaffen, wird der Pollen mit der Spitze des Schneidwerkzeugs abgenommen und auf die Stempel aufgeschmiert. War die Befruchtung erfolgreich, entwickeln sich aus den Blüten lange und grüne Schotten. Optisch erinnern diese an Stangenbohnen.

Hinweis: Die Bildung der Schoten dauert zwischen sechs und neun Monaten. Somit erfordert die Vermehrung einige Geduld.

Aussaat und Keimung

Aussaat und Keimung
Haben sich Schoten gebildet, werden diese nach der Reifung von der Mutterpflanze abgeschnitten und der Länge nach geöffnet. Pro Frucht können bis zu einer Millionen Samen enthalten sein.

Diese werden auf einem geeigneten Substrat aufgebracht. Die Schwierigkeit hierbei besteht darin, dass der sogenannte Mykorrhizapilz darin vorhanden sein muss. Denn diesen benötigt die Vanille, für eine Symbiose und um aufgehen zu können.

Weitere Keime dürfen jedoch nicht in der Erde vorhanden sein. Das Substrat müsste also sterilisiert werden, was wiederum auch den notwendigen Mykorrhizapilz abtötet.

Für Hobbygärtner empfiehlt es sich daher, eine Alternative zu wählen. Hierbei handelt es sich um die Aussaat auf der Erde der Mutterpflanze. Der erforderliche Pilz ist vorhanden. Zum anderen ist das Substrat aber auch sicher genug, um das Wachstum zu ermöglichen.

Bei optimalen Bedingungen kann die Saat bereits nach einer bis vier Wochen aufgehen.

Pflege und Standort

Pflege und Standort
Damit Vanille über Samen vermehrt werden kann, benötigen sie eine Temperatur von 28°C. Zudem sollte jeweils nur eine dünne Schicht der Saat auf das Substrat aufgetragen werden.

Als Abdeckung fungieren Torf-Sand oder Vermiculite. Ideal ist es, ein Sieb einzusetzen. Hierdurch kann die hauchdünne Schicht der abdeckenden Substanzen gleichmäßig verteilt werden.

Abschließend wird alles mit weichem, möglichst kalkfreiem Wasser durch Besprühen leicht angefeuchtet. Geeignet sind dafür gefiltertes oder für wenigstens eine Woche abgestandenes Leitungswasser. Regenwasser kann ebenfalls verwendet werden, wenn es frisch aufgefangen wurde.

Vereinzeln

Wenn die Jungpflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht haben, können sie vorsichtig voneinander getrennt und einzeln in Pflanzgefäße gesetzt werden. Bereits bis dahin muss jedoch eine beständige hohe Temperatur gegeben sein. Diese lässt sich in Wohnräumen und ohne entsprechende Technik nicht erreichen. Auch eine hohe Luftfeuchtigkeit durchgängig zu erhalten und dabei die Gefahr für Schimmel nicht zu steigern stellt eine Herausforderung dar.

Alternative zu der Vermehrung aus Samen

Stecklinge zur Vermehrung zu verwenden, gestaltet sich deutlich einfacher als die Anzucht aus Samen. Damit ist diese Variante für Hobbygärtner deutlich besser geeignet. Vollkommen frei von Herausforderungen ist sie aber ebenfalls nicht.

Expertentipp

Hände und Schnittwerkzeuge vor der Bestäubung und der Gewinnung von Samen zu desinfizieren ist wichtig, damit keine Keime auf die Gewächse und die Saat übertragen werden.

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Bildquellen:

© pixabay.com/bineshab

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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