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Unkraut, Moos & Schimmel

Wie Sie Unkraut am besten verwerten können

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Wie Sie Unkraut am besten verwerten können

Wild sprießendes Unkraut im eigenen Garten: Für viele Hobbygärtner ist das eine Horrorvorstellung, die ihnen nur zu gut bekannt ist. Die meisten Gartenbesitzer sind dann schnell mit dem Eimer zur Hand und reißen das Unkraut in der Hoffnung, dass sie es nicht so bald wieder zu Gesicht bekommen, gleich mit der ganzen Wurzel aus dem Boden. Die schnell wachsenden Wildpflanzen wie Rotklee, Giersch oder Löwenzahn haben jedoch auch ihren ganz eigenen Nutzen. Auf welche Arten Sie Unkraut nach dem Jäten noch verwerten können, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Unkraut als würzige und gesunde Beilage in Gerichten

Unkräuter und Wildpflanzen enthalten oftmals viele Nährstoffe und das sogar in größeren Mengen als die herkömmlichen Gemüsearten, die wir zu uns nehmen. Allein hierzulande gibt es mehr als 1500 verschiedene Unkrautsorten, die essbar sind. Ein gutes Beispiel an Unkräutern, die aufgrund ihrer massiven unterirdischen Verbreitung bei Gartenbesitzern unbeliebt, dabei aber die optimale Ergänzung für vollwertige Kost sind, ist Giersch. Besonders geschmackvoll sind die jungen und hellgrünen Blätter der Pflanze. Sie enthalten vor allem das für uns Menschen so wichtige Vitamin C. Geschmacklich erinnert junger Giersch am ehesten an eine Mischung aus Spinat und Petersilie. Machen Sie sich diesen Geschmack zu Nutze und ergänzen Sie Eierspeisen und Kartoffelgerichte mit dem vitaminreichen Kraut. Auch Löwenzahn kann mit all seinen Bestandteilen verwertet werden. Was Kaninchen und Hasen schon lange wissen, dringt auch immer mehr zum Menschen vor. Der würzige, aber leicht bittere Geschmack mag zwar unverarbeitet eher abschreckend wirken. Als Beigabe zu Pesto, Saft oder Suppe können die kleinen Pflänzchen aber eine gesunde Ergänzung sein. Vermeiden sollten Sie jedoch den übermäßigen Verzehr von Löwenzahn. Der weiße Saft im Innern der Stengel führt bei übermäßigem Verzehr zu Unwohlsein und Bauchschmerzen.

Viele der wilden Kräuter eignen sich zudem als Tee hervorragend. Bestes Beispiel ist die bei vielen Gärtnern aufgrund ihrer reizenden Wirkung auf der Haut verhasste Brennnessel. Aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung kann sie jedoch vielfältig Anwendung bei Blasen- oder Harnwegsinfektionen finden. Die Fettsäuren und Gerbstoffe der Brennnessel wirken etwa entzündungshemmend und schmerzlindernd. Die harntreibende Wirkung des Aufgusses sorgt zudem dafür, dass Blasenprobleme effektiv bekämpft werden können.

Auch Unkraut eignet sich als Wildkräutersalat

Auch Unkraut eignet sich als Wildkräutersalat
Was beim Kochen als würzige Zugabe dient, kann auch in einem Wildkräutersalat Verwendung finden. Viele Unkrautarten lassen sich zu einem überraschend geschmackvollen Salat kombinieren. Ob als Beigabe zum herkömmlichen Feldsalat oder als reiner Unkraut-Salat spielt dabei keine Rolle. Die Vogelmiere kann beispielsweise mit ihrem milden und erbsenartigen Geschmack wunderbar Feld- oder Kopfsalat als Grundzutat ersetzen. Hinzu kommt, dass die Vogelmiere etwa dreimal so viel Magnesium und Kalium wie die uns bekannten Salatarten beinhaltet und so nicht nur einen leckeren, sondern zugleich auch gesünderen Ersatz bieten kann. Probieren Sie die Vogelmiere am besten selbst einmal aus. Einen guten Geschmackspartner im reinen Wildkräutersalat bietet etwa die Pimpinelle mit ihrem Gurkenaroma oder das kresseähnliche Gartenschaumkraut, das geschmacklich an Rucola erinnert.

Herstellung eines eigenen Düngers aus Unkraut

Herstellung eines eigenen Düngers aus Unkraut
Ausreichende und regelmäßige Nährstoffzugabe ist für viele Pflanzen und Blumen unabdingbar. Die meisten Gartenbesitzer treten regelmäßig den Gang in ein Gartencenter an, um Nachschub für ihre Grünpflanzen zu besorgen. Dabei ist der regelmäßige Kauf von Düngemitteln kostspielig und vermeidbar zugleich. Nahezu alles, was der eigene Garten an Unkraut hergibt, eignet sich für die Herstellung einer eigenen Jauche, die ihren Pflanzen den optimalen Nährstoffmix bietet. Sammeln Sie die Unkräuter wie gewohnt in einem Eimer und füllen Sie diesen mit Regen- oder abgestandenen Wasser. Im Anschluss lassen Sie die Mischung etwa zwei Wochen lang stehen, damit sich das Unkraut zersetzt und ein Gärungsprozess stattfinden kann. Sieben Sie dann die restlichen Pflanzenteile aus der fertigen Jauche und füllen Sie diese in ein verschließbares Gefäß. So können Sie Ihren ökologischen Dünger einige Monate lang aufbewahren.

Unkrautjauche ist sehr reich an Stickstoff und Kali. Was für die meisten Pflanzen eine gute Nährstoffkombination ist und die Farbstoffbildung fördert, kann für andere eher schädlich sein. Verdünnen Sie daher die Jauche mit Wasser, bevor sie zum Einsatz kommt. Gänzlich vermeiden sollten Sie die stickstoffhaltige Düngung hingegen, wenn Sie hauptsächlich Zwiebeln, Knoblauch oder Möhren anbauen.

Unkraut als Beigabe zum Kompost

Unkraut als Beigabe zum Kompost
Der neben der Biotonne unter vielen Gärtnern bekannteste Umgang mit Unkraut ist das Hinzufügen der unliebsamen Pflanzenteile zum Komposthaufen. Unkräuter verrotten schnell und bieten für den Nährstoffhaushalt der Kompostmasse eine sinnvolle Ergänzung. Darüber hinaus beschleunigt sich der Kompostprozess durch die zusätzliche Nahrung für Insekten, die das Verrotten befördern können. Geben Sie die zerkleinerten Unkrautbestandteile am besten getrocknet zum Kompost!

Expertentipp

Hobbygärtner sollten beachten, dass manche Unkrautsamen noch über Jahre hinweg im Kompost überdauern können. Das Verwenden der Komposterde bietet so optimale Bedingungen zum Wachstum neuer Unkräuter. Damit Sie nicht in einen ewigen Kreislauf beim Unkrautvernichten geraten, sollten Sie die Kompostmasse regelmäßig umsetzen. Der dadurch bewirkte Lichteinfall und die Belüftung sorgen dafür, dass die Unkrautpflanzen auskeimen. Ein erneutes Umsetzen verhindert die weitere Entwicklung der Keimlinge in der lichtarmen Kompostmasse.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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