Physalis, auch Kapstachelbeere oder Andenbeere genannt, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse und stammt ursprünglich aus Südamerika. Dank der orangeroten, kirschgroßen Früchte, die gerne als Dekoration für Desserts und Speisen verwendet werden, erfreut sich die Physalis hierzulande größter Beliebtheit. Die exotischen Früchte sind einfach zu kultivieren und erreichen eine durchschnittliche Wuchshöhe von etwa einem Meter. In unseren Breitengraden wird die Kapstachelbeere als einjähriger Strauch üblicherweise durch Samen herangezogen, weil die Pflanze nicht winterhart ist. Weniger bekannt ist jedoch, dass sich Physalis auch über Stecklinge vermehren lässt.
Vermehrung über Stecklinge
Die Vermehrung der Kapstachelbeere über Stecklinge bietet einen großen Vorteil gegenüber der Anzucht mit Samen. Die Pflanzen können schon ab Februar bis Mitte März vorgezogen werden, um im Spätherbst die kurze Erntezeit mit vielen Früchten zu genießen. Der Sommer in unseren Regionen ist für den wärme liebenden Exot meist zu kurz, um die Früchte ausbilden zu können und diese reifen zu lassen. Aufgrund dessen sparen Sie sich mit der Vermehrung durch Stecklinge eine Menge Zeit und können die Früchte schneller ernten.
Stecklinge schneiden
Um Stecklinge für die Vermehrung zu gewinnen, schneiden sie vom Strauch etwa 10 Zentimeter lange Triebe ab. Der richtige Zeitpunkt hierfür ist der Herbst. Danach entfernen Sie Blüten und Fruchtansätze und stellen die Stecklinge in ein Glas Wasser, welches täglich gewechselt werden sollte. Schon innerhalb weniger Tage bilden die Triebe bereits die ersten Wurzeln aus und können in Töpfe eingepflanzt werden.
Alternativ können Sie die Stecklinge auch gleich in Pflanzschalen mit Anzuchterde setzen und den Topf an einen hellen, warmen Ort stellen. Die Raumtemperatur sollte zwischen 18 bis 20 Grad Celsius betragen. Sorgen Sie dafür, dass das Substrat gleichmäßig feucht ist. Um die Bewurzelung voranzutreiben, empfiehlt es sich, durchlässige Folie oder eine Haube über die Pflanzschalen zu stülpen, die für eine hohe Luftfeuchtigkeit sorgt. Nehmen Sie diese täglich ab, um einen guten Luftaustausch zu gewährleisten. Sobald die ersten Blättchen zu sehen sind, können die Jungpflanzen pikiert werden. Nach den Eisheiligen im Mai, wenn keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind, pflanzen Sie die Physalis ins Freiland.
Das Überwintern der Stecklinge

Oftmals geht der Hobbygärtner davon aus, dass die Kapstachelbeeren einjährige Pflanzen seien. Diese Information stimmt nur bedingt, denn in ihrer Ursprungsheimat sind Andenbeeren mehrjährige Sträucher, die Wuchshöhen bis zu zwei Metern erreichen können. In hiesigen Breitengraden werden die Pflanzen lediglich einjährig kultiviert, da sie nicht ausreichend winterhart sind und deshalb im Freien erfrieren. Sie können die robusten Sträucher jedoch in einem ausreichend großen Pflanzgefäß kultivieren und während der kalten Jahreszeit frostfrei überwintern.
Das Winterquartier für die Pflanzen soll zudem hell sein und Temperaturen zwischen 10 bis 12 Grad aufweisen. Hierfür eignen sich beispielsweise Kellerräume, Garagen, Schuppen oder unbeheizte Wintergärten und Gewächshäuser. Wenn die Physalis in zu dunklen Räumen überwintern, entwickeln sie sogenannte Lichttriebe, an welchen sich keine Früchte bilden können. Auch im Winter benötigen die Exoten bedarfsgerechte Wassergaben. Gießen Sie deshalb mäßig, wenn die oberste Substratschicht bereits leicht angetrocknet ist. Vermeiden Sie jedoch Staunässe, um die Wurzeln vor Fäulnis zu bewahren. Eine Drainage am Pflanzgefäß sorgt dafür, dass überschüssiges Gießwasser gut ablaufen kann.
Expertentipp
Kapstachelbeeren benötigen einen warmen, geschützten Standort im Freien. Auch auf Balkonen oder im Hochbeet fühlen sich die exotischen Pflanzen wohl. Ideal ist ein Platz auf der Südseite des Balkons oder der Terrasse, der die Wärme reflektiert, was den Pflanzen besonders zugutekommt.
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