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Heckenpflanzen

Benjeshecke, Totholzhecke Pflege

Lisa Schneider

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Benjeshecke, Totholzhecke Pflege

Beim Schneiden von verschiedenen Gehölzen wie Hecken und Bäumen bleiben jede Menge Abfälle übrig, die man nicht wegwerfen muss. Im Gegenteil, sie lassen sich richtig sinnvoll nutzen, indem man mit ihnen den Grundstock für eine Benjes- bzw. Totholzhecke legt. Diese bildet nicht nur einen natürlichen und kostengünstigen Zaun oder Sichtschutz, sondern ist auch ein wichtiger Lebensraum für verschiedenste Kleintiere und leistet somit einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz. Igel, Vögel, Frösche, Kröten, Zauneidechsen, aber auch vielerlei Insekten finden Unterschlupf in dem Konstrukt aus locker geschichteten Ästen und Zweigen, die nach und nach zum Leben erwachen. Und auch der Gärtner profitiert von den neuen Gartenbewohnern, die sich um die Beseitigung von allerhand Schädlingen kümmern. Die Entwicklung und der Name der Benjeshecken gehen auf die Brüder und begeisterten Landschaftsgärtner Heinrich und Hermann Benjes zurück, die auf der Suche nach einer Verwertungsmöglichkeit für ihre Baum- und Strauchschnittabfälle in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts das Konzept für die Totholzhecke entwickelten. Allerdings waren die Totholzhecken keine neue Erfindung, sondern kamen in der Geschichte der Landwirtschaft schon lange zum Einsatz, z.B. als Begrenzung von Acker- und Weideland.

Eine Totholzhecke im eigenen Garten anlegen

Eine Totholzhecke im eigenen Garten anlegen
Wenn man einige Dinge beachtet, ist das Anlegen von Benjeshecken nicht schwer und kann auch vom Hobbygärtner durchgeführt werden. Dazu ist es zunächst notwendig, einen Ort zu finden, an dem die Hecke den gewünschten Zweck, z.B. als Wind- oder Sichtschutz oder als Gartenbegrenzung, erfüllt und der zugleich groß genug ist. In der Regel geht man von einer Breite von einem halben bis anderthalb Meter und einer Höhe von einem Meter aus. Die Länge kann den örtlichen Gegebenheiten und der vorhandenen Menge an Gartenabfällen angepasst werden, die verarbeitet werden soll. Diese Gartenabfälle sollten im Vorhinein gesammelt werden. Das können z.B. Holzabschnitte von Bäumen und Sträuchern, Hecken- und Grasschnitt, Laub und verdorrte Pflanzen sein. Verzichten sollte man allerdings auf Gehölze, die aus dem Schnitt heraustreiben, wie z.B. Brombeeren, da diese zu viel Lebensraum für sich beanspruchen und damit andere Lebewesen und Pflanzen verdrängen. Wenn möglich sollte man einen Standort wählen, der hell und luftig ist, um eine schnelle Begrünung zu fördern. Der Boden, auf dem die Hecke angelegt wird, sollte nicht zu nährstoffreich sein, da sich dadurch ebenfalls schnell wachsende und dominante Pflanzen wie die Goldrute oder die Brennnessel dort ansiedeln und andere, langsamer wachsende Arten verdrängen könnten.

So geht man vor

So geht man vor
Der beste Zeitpunkt Benjeshecken anzulegen, sind der Spätherbst und der Winter. So kann das Material von Baum- und Heckenschnitten sofort verwendet werden. Zudem kann man, wenn man die Hecke zwischen Oktober und März anlegt, schon im Frühsommer mit dem ersten Bewuchs und den ersten Bewohnern rechnen. An Material und Werkzeug braucht man nicht viel. Einige stabile Holzpfähle zum Errichten des Grundgerüstes, das später das Totholz halten soll, das Schnittgut, Säge und Astschere sowie ein Gummihammer zum Einschlagen der Pfähle. Diese sollten einen Durchmesser von mindestens 5 cm haben und sollten in etwa gleich lang sein. Man kann dazu gerade gewachsene Äste verwenden oder spezielle Pfähle, die es im Gartencenter zu kaufen gibt. Wurden alle Vorbereitungen getroffen, kann man mit dem Einschlagen und Befestigen der Pfähle beginnen. Diese werden in zwei parallel verlaufenden Reihen eingebracht. Der Abstand zwischen den einzelnen Pfählen sollte sich dabei nach der Länge des zur Verfügung stehenden Grünschnittes richten. Als Richtwert werden etwa 50 cm empfohlen. Sind die Pfähle sicher im Boden verankert, kann mit dem Befüllen der Zwischenräume beginnen. Dazu werden zunächst Äste und Zweige eingeflochten und leicht angedrückt. Am besten stapelt man unten größere Äste, die kleinen Säugetieren wie Igeln einen guten Unterschlupf bieten, und legt nach oben hin immer kleinere Äste und Zweige nach. Aus der Hecke herausstehende Äste werden entsprechend eingekürzt.

Die Begrünung der Totholzhecke

Nach dem Einbringen des Totholzes ist das Anlegen von Benjeshecken eigentlich schon erledigt. Den Rest besorgt jetzt die Natur selbst. Die Gartenabfälle verrotten und sacken nach unten. Durch Wind und von Tiere eingebrachte Samen sorgen dafür, dass die Hecke grün und belebt wird. Erste Bewohner ziehen ein. Allerdings dauert es sehr lange, bis sich stabiles Ökosystem gebildet hat. Wer möchte, kann diesen Vorgang beschleunigen und selbst zur Begrünung beitragen, denn gerade in den ersten Jahren sind Benjeshecken keine Augenweide und können durchaus eine gestaltende Hand gebrauchen. Dafür werden in unregelmäßigen Abständen Pflanzen in die Totholzhecke gepflanzt. Besonders gut eignen sich hierfür heimische Wildobstgehölze wie Kornelkirsche, Felsenbirne, Schlehe, Sanddorn, Schwarzer Holunder, Mispel und Felsenbirne, die dem Konstrukt zusätzlich Stabilität verleihen und im Frühjahr mit ihren zarten Blüten bezaubern. Aber auch eine blühende Bepflanzung ist möglich. Hierfür sind rankende Blühpflanzen wie Kapuzinerkresse, Clematis, Wicken und Winden ideal. Eine dauerhafte Begrünung lässt sich mit Wildem Wein und Efeu erzielen, die auch dafür sorgen, dass sich Benjeshecken harmonisch in den Garten einfügen. Wer auf bienenfreundliche Pflanzen setzt, unterstützt zudem diese wichtigen und gefährdeten Insekten.

Benjeshecken pflegen

Die Pflege von Benjeshecken ist nicht sehr aufwendig. Das Totholz benötigt keinerlei Zuwendung. Allerdings kann es nötig werden, hin und wieder etwas Material nachzufüllen, da dieses beim Verrotten zusammenfällt und nach unten sackt. Sobald sich jedoch Leben auf der Hecke entwickelt und verschiedene Pflanzen wachsen, ist etwas mehr Pflege nötig. Dazu gehört, dass regelmäßig unerwünschte Hochstauden oder andere Pflanzen wie Brennnesseln entfernt werden, die anderen Pflanzen den Lebensraum streitig machen. Sträucher, die erwünscht sind, sollten trotzdem ab und zu zurückgeschnitten werden, da die Hecke sonst zu groß wird. Hierbei geht man wie bei jedem anderen Heckenschnitt auch vor.

Expertentipp

Um möglichst vielen Lebewesen einen neuen Lebensraum zu bieten, kann man auch verschiedene Kleinbiotope in der Totholzhecke anlegen. Das können z.B. kleine Haufen aus Totholz oder Wurzelstöcke sein, die Käfern einen perfekten Unterschlupf bieten, aber auch Laubhaufen, Strohballen oder Wassermulden für Insekten und Kriechtiere. Mit alten Dachziegeln, die mit Erde bedeckt werden, lassen sich hervorragend Amphibiengänge gestalten. Und Igel fühlen sich in einer mit Stroh ausgelegten Höhle besonders wohl. Aber gerade, wenn man diese Art von Kleinbiotopen angelegt hat, sollte man die Pflege der Totholzhecke in Abschnitten vornehmen, damit die Tiere immer in einen Teil der Hecke ausweichen können, der gerade nicht bearbeitet wird.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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