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Dünger

Biologischer Dünger – welche Varianten gibt es?

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Biologischer Dünger - Welche Varianten gibt es

Früher war „Öko“ beinahe ein Schimpfwort. Heute sind Begriffe wie „organisch“, „biologisch“ und „ökologisch wertvoll“ überall präsent. Das beschränkt sich allerdings nicht nur auf Lebensmittel: Auch im eigenen Garten setzen immer mehr Menschen auf biologische Düngemittel. Das ist vor allem dann wichtig, wenn Obst und Gemüse angebaut werden sollen.

Die Vor- und Nachteile von organischen Düngemitteln

Biologischer Dünger stellt eine Nährstoffversorgung innerhalb des natürlichen Stoffkreislaufes sicher, indem er ausgeschiedene oder abgestorbene Naturstoffe neu verarbeitet. So wird ein gesundes Erdreich gefördert, aber auch die Pflanzen selbst profitieren: In angebautem Obst und Gemüse bilden sich weniger Pestizidrückstände, die Gefahr einer Überdüngung sinkt deutlich. Auch die Nährstoffabgabe organischer Dünger ist aufgrund ihrer Langzeitwirkung nachhaltiger, wenngleich sie etwas mehr Zeit benötigt.

Hinzu kommt, dass Sie durch biologischen Dünger auf mehreren Ebenen Geld sparen können. Zum einen sind mineralische Dünger oft deutlich teurer als ihre organischen Kollegen. Auf der anderen Seite enthalten organische Düngemittel weit mehr Feuchtigkeit, sodass Sie weniger Wasser zuführen müssen. Und zuletzt können Sie auch das Geld für die Mülltonnen sparen, wenn Sie Ihre Bioabfälle stattdessen richtig kompostieren und als Düngemittel einsetzen.

Selbstverständlich gibt es auch Nachteile bei der Nutzung biologischer Dünger. Diese beschränken sich im Vergleich zu den Vorteilen jedoch auf ein Minimum. Manche Gärtner bemängeln, dass organische Dünger durch die eigenhändige Herstellung einen recht hohen Zeitaufwand einfordern, zum Beispiel bei der Aufbereitung von Kompost oder Pflanzenjauche. Zusätzlich wirken biologische Dünger eher auf lange Zeit und können bei akutem Nährstoffmangel keine schnelle Verbesserung bringen.

Kompost: Klassischer Dünger aus Laub oder Abfall

Kompost: Klassischer Dünger aus Laub oder Abfall


Der Komposthaufen ist die wohl bekannteste Form des biologischen Düngers. Besonders neu angelegte Beete können von reifem Kompost profitieren, denn er stärkt die Speicherfähigkeit für Nährstoffe und Feuchtigkeit. Humus gibt zudem wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor, Kalium und Mineralien ab. Doch Achtung: Wer seinen Kompost als Düngemittel verwenden möchte, sollte auch darauf achten, nur biologische Stoffe wie Gartenabfälle, Grünschnitt und ungekochte Küchenreste zu kompostieren.

Der erste Kompost kann meistens schon nach sechs bis zwölf Monaten verwendet werden. Wenn er jedoch in Pflanzlöcher eingebracht werden soll, raten Experten dazu, zwei bis drei Jahre zu warten: Der Kompost ist dann ausgereift und weist die Konsistenz von festem Waldboden auf. Der Zersetzungsprozess ist jetzt soweit beendet, dass die jungen Wurzeln der Pflanzen keinen Schaden mehr nehmen können. Trotzdem wird durch den Dünger effektive Starthilfe geleistet.

Eine besondere Form des Kompostdüngers ist der Laubkompost. Bei der Kompostierung von Herbstlaub entsteht feiner, krümeliger Humus, der die Pflanzen optimal mit Kalium, Kalzium und Magnesium versorgen kann. Laub sollte gesondert kompostiert werden, da es zur Vermeidung einer Klumpenbildung häufiger umgelagert werden muss. Kompost aus Eichenlaub kann schließlich Rhododendren in ihrem Wuchs unterstützen, während Buchenkompost als Aussaaterde genutzt wird.

Stallmist als Heizung und Katalysator

Stallmist als Heizung und Katalysator
Auch Stallmist, also der Dung von Nutztieren wie Kühen und Pferden, zählt zu den klassischen Bio-Düngern. Er entfaltet allerdings erst in ausgereiftem, abgelagertem Zustand seine volle Wirkung. Aus diesem Grund macht es Sinn, vorkompostierten Stallmist von einem lokalen Landwirt oder Pferdebesitzer zu kaufen.

Stallmist ist ein ausgezeichneter Startdünger, der im Frühjahr über Gemüsepflanzen ausgebracht werden kann. Besonders Pferdedung enthält neben den Mineralstoffen auch einen hohen Anteil an Cellulose, welche von den Pflanzen in ihren Zellwänden eingebaut werden kann. Außerdem kann Stallmist als natürliche Heizung für ein Frühbeet oder als Rottebeschleuniger auf dem Komposthaufen fungieren.

Guano: Universaldünger aus Südamerika

Guano: Universaldünger aus Südamerika
Bei Guano handelt es sich um einen Dünger, der aus den Ausscheidungen von südamerikanischen Seevögeln hergestellt wird. In Europa funktioniert das nicht, denn der häufige Regen in unseren Gefilden laugt den Dung der Vögel zu stark aus. Guano hingegen kann mit hohen Anteilen an Stickstoff und Phosphor punkten. Meistens wird das Mittel in Form von Granulat, Stäbchen oder Flüssigpräparaten angeboten.

Im Frühjahr und Sommer können Sie Ihre Pflanzen ein- oder zweimal im Monat mit Guano düngen. Ab Juli sollten Sie damit aufhören, denn der hohe Stickstoffgehalt kann die Winterhärte der Pflanzen reduzieren. Außerdem ist eine Bodenanalyse vor der Düngung anzuraten. So können Sie feststellen, wie viele Nährstoffe die Erde tatsächlich benötigt, um einer Überdüngung aus dem Weg zu gehen.

Hornspäne und Hornmehl: Stickstoffhaltige Langzeitdünger

Hornspäne und Hornmehl: Stickstoffhaltige Langzeitdünger
Bei Hornspänen und Hornmehl handelt es sich um die geraspelten oder fein gemahlenen Hörner und Hufe von Schlachtvieh. Aus ihnen entsteht ein Düngemittel mit einem Stickstoffgehalt von mehr als zehn Prozent. Viele Hobbygärtner verwenden Hornmehl aus diesem Grund gezielt an mit Rindenmulch bedeckten Stellen, da der Mulch der Erde Stickstoff entzieht. Durch das Hornmehl kann dieser Verlust einfach ausgeglichen werden.

Hornspäne benötigen längere Zeit im Erdreich, bis ihre Wirkung vollständig eingesetzt hat. Deshalb macht es Sinn, dieses Düngemittel schon im Herbst auszubringen. Hornmehl gibt seine Nährstoffe etwas schneller ab als die gröberen Späne, weshalb eine Düngung im Frühjahr ausreichend ist. Beide Stoffe können mit einer Harke flach ins Erdreich eingearbeitet werden.

Algensaft: Der Blattdünger mit den Spurenelementen

Auch der aus Grün- oder Braunalgen gepresste Saft ist mittlerweile als biologisches Düngemittel bekannt. Er besteht zu ungefähr drei Vierteln aus organischen Stoffen und zu einem Viertel aus Mineralien. Neben den klassischen Stoffen wie Stickstoff und Phosphor sind in Algensaft mehr als siebzig weitere Spurenelemente enthalten, die das Meer den Algen liefern konnte.

Dadurch, dass Algensaft als Flüssigpräparat verkauft wird, kann es an den Blättern ebenso einfach eingesetzt werden wie im Wurzelbereich. So können Sie den Saft zum Beispiel mit der Gießkanne an die Wurzeln geben. Es ist aber auch möglich, ihn nach dem Austrieb auf die Unterseiten der jungen Blätter zu sprühen und so ihren Wuchs zu stärken.

Pflanzenjauche: Selbstgemachter Dünger für Starkzehrer

Pflanzenjauche stellt eine besonders milde Form der Nährstoffzufuhr dar. Sie kann von Hobbygärtnern leicht selbst hergestellt werden. Dazu werden häufige, einheimische Pflanzen wie Brennnesseln, Ackerschachtelhalm, Beinwell oder Knoblauch verwendet.

Wenn die Pflanzenjauche nicht mehr schäumt und eine dunkle Farbe angenommen hat, ist sie fertig. Das selbstgebraute Düngemittel kann dann abgeseiht und in einem Verhältnis von 1:10 verdünnt werden. Im Frühling und Spätsommer wird die Jauche dann auf die Blätter und den Boden gesprüht. Vor allem für Starkzehrer wie Tomaten ist sie eine fantastische Wahl.

Biologische Düngerkonzentrate für konkrete Pflanzen

Biologische Düngerkonzentrate können im Fachhandel erworben werden und werden meist in flüssiger oder pulverisierter Form angeboten. Im Gegensatz zu vielen anderen bereits vorgestellten Düngemitteln verfügen sie über einen neutralen Geruch und erfordern keinen großen Zeitaufwand. Zusätzlich werden Düngerkonzentrate mittlerweile auch pflanzenspezifisch hergestellt. So gibt es zum Beispiel speziellen Kräuterdünger, Tomatendünger oder Beerendünger, der auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanze ausgelegt ist.

Expertentipp: Geruchsbelästigung vermeiden

Einige Bundesländer haben spezielle Verordnungen für die Nutzung organischer Dünger veröffentlicht. Diese erklären, dass durch biologische Düngemittel wie Stallmist, Jauche oder Guano keine Geruchsbelästigung entstehen darf. Informieren Sie sich deshalb stets über die Gegebenheiten in Ihrer Region und sprechen Sie sich mit Ihren Nachbarn ab, bevor Sie derartigen Dünger verwenden.

Häufig gestellte Fragen

Wann ist Dünger organisch?

Im Gegensatz zu mineralischen Düngern verfügen organische Dünger nicht über Nährstoffe in reiner Form. Stattdessen liegen diese in Form abgestorbener Reste oder Ausscheidungen von Lebewesen vor.

Wann wirkt biologischer Dünger?

Biologischer Dünger wirkt meist langsamer als mineralischer, weil er erst von Mikroorganismen erschlossen und verarbeitet werden muss. Die Langzeitwirkung kann sich zwischen drei und zwölf Monaten bewegen.

Kann man mit biologischem Dünger überdüngen?

Das ist fast nicht möglich. Mineralischer Dünger kann Pflanzen in den schlimmsten Fällen sogar verbrennen oder vergiften. Organische Düngemittel sind mit Ausnahme von Guano fast immer ungefährlich und wirken besonders mild auf die Pflanze.

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