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Zimmerpflanzen

Die Aussaat von Orchideensamen ohne Nährboden

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Die Aussaat von Orchideensamen ohne Nährboden

Um Orchideen aus Samen ohne einen Nährboden selbst zu züchten, müssen einige Besonderheiten beachtet werden. Im Gegensatz zu den Samen anderer Pflanzen verfügen die Orchideensamen über kein eigenes Nährstoffgewebe. Sind sie angewiesen auf einen Symbiose-Pilz, der sie bei der Aufnahme von Wasser und Nährstoffen unterstützt. Ohne einen Mykorrhiza-Pilz, der die Nährstoffe für die Samen aufschließt, funktioniert die Keimung nicht. Zudem schützt dieser Symbiosepartner die Samen vor Erregern, Keimen und anderen Pilzen, gegen die sie während der Keimung sehr anfällig sind.

Methoden für die Aussaat ohne Nährboden

Methoden für die Aussaat ohne Nährboden


Für die Aussaat der Orchideensamen ohne einen künstlichen Nährboden gibt es verschiedene Möglichkeiten.

    • Aussaat auf Substrat

Die einfachste und natürlichste Methode zur Anzucht der Samen ist ihre Aussaat im Topf der Mutterpflanze. Hier finden sie die besten Bedingungen, in die Nähe des für sie wichtigen Symbiose-Pilzes zu kommen, da er sich mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in dem Substrat befindet.

Dazu werden die Samen direkt neben der Mutterpflanze in das gut durchfeuchtete Substrat ausgesät. Dabei ist zu beachten, dass das Substrat in der Zeit der Keimung nicht an- oder austrocknet.

    • Aussaat auf eine Rinde

Für die Anzucht eines Orchideensamens kann auch ein Stück Rinde ausreichen. Dazu wird diese zunächst mit kochendem Wasser übergossen und sterilisiert. Damit sie zur Trägerin des benötigten Pilzes wird, steckt man die Borke anschließend für circa zwei Wochen direkt in den Topf der Mutterpflanze oder bedeckt sie mit deren Substrat.

Nach diesem Zeitraum besprüht man die Rinde mit destilliertem Wasser, bis sie tropfnass ist und sät den Orchideensamen auf dem Stück Rinde aus.

Die Rinde mit dem Samen benötigt nun eine hohe Luftfeuchtigkeit und hohe Temperaturen. Zur weiteren Anzucht eignet sich dazu ein Zimmergewächshaus oder ein Gefäß mit Glasdeckel. Die Samen verteilen sich zunehmend auf der Rinde und dringen in ihre Zwischenräume ein. Entstehen trockene Stellen auf dem Rindenstück, sollte dieses sofort wieder mit Wasser besprüht werden.

    • Aussaat auf ein Handtuch

Für die sogenannte „Handtuch-Methode“ sterilisiert man einen circa 20 cm großen Tontopf, ein neues Geschirrtuch sowie Sphagnum Moos und Baumfasern mit kochendem Wasser. Dann füllt man den Topf zur Hälfte mit dem zerkleinerten Moos und/oder den Baumfasern (im Fachhandel erhältlich) und drückt die Masse leicht an. Die andere Hälfte wird in das neue Tuch eingeschlagen und ohne Falten auf die bereits im Topf befindliche Schicht gelegt. Zur Sterilisation wird alles noch einmal mit kochendem Wasser übergossen.

Wenn alles abgekühlt ist, verteilt man einige frische Wurzelspitzen der Mutterpflanze auf dem Stoff. Anschließend werden die Samen zwischen den Wurzelspitzen auf dem Tuch verstreut. Zum Abschluss wird der Tontopf in eine Schale mit abgekochtem Wasser gestellt und abgedeckt. Achtung: Sobald das Wasser in der Schale austrocknet, muss es nachgefüllt werden!

Expertentipp

Als Alternative zu den hier vorgestellten Möglichkeiten für die Aussaat von Samen gibt es spezielle Anzucht-Sets für Orchideen im Fachhandel oder Online.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert es, bis sich eine Samenkapsel bildet und ausgereift ist?

Die Kapseln brauchen je nach Orchideenart unterschiedlich lange, mindestens jedoch mehrere Monate, bis sie herangereift sind.

Welchen Zeitraum brauchen die Samen, bis sich die Sämlinge bilden?

Bis sich die Sämlinge entwickeln, können einige Wochen oder Monate vergehen.

Wie lange dauert es insgesamt, bis aus dem Sämling eine richtige Orchidee wird?

Es kann mindestens drei Jahre dauern, bis die Orchidee eine erste Blüte trägt.

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Bildquellen:

© www.istockphoto.com/Anton Skripachev

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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