Lilien sind die Königinnen unter den Blumen und nach wie vor sehr beliebt. Sie verzaubern mit ihren kleinen und großen Blüten, ihrer Farbenpracht und ihrem unvergleichlichen Duft Gärten, Kübel und Töpfe.
Lilien kann man eigentlich nie genug haben, daher ist es von Vorteil, dass man die schöne Lilie durch Samen oder Brutzwiebeln ganz einfach vermehren kann.
Die Samen der Lilie
Während die ersten Blüten bei durch Samen selbstgezogenen Lilien manchmal etwas auf sich warten lässt, hat die Vermehrung durch Samen gegenüber der Vermehrung durch Brutzwiebel einen großen Vorteil, denn mit etwas Glück können dabei ganz neue Kreationen entstehen.
Nach der Blütezeit bilden sich an den Blütenstängeln dreikammerige, aufrecht stehende Kapselfrüchte aus. Diese Kapseln sind je nach Sorte 1,1 cm bis circa 8 cm lang und etwa 0,8 cm bis 3 cm breit. Die längliche bis eiförmige Kapsel verjüngt sich am Ansatz.
In jeder der drei Kammern der Kapsel reifen unzählige Samen heran, die, übereinander aufgeschichtet, fast an eine Rolle Geldstücke erinnern.
Die Samen selbst sind flach, fast kreisrund und von hellbrauner Farbe. In der Mitte der „Samenscheibe“ lässt sich der dunkle Kern, der eigentliche Samen, erkennen.
Die Ernte der Samen

Wer keine Samen ernten möchte, sollte die verwelkten Blüten auf jeden Fall abschneiden. Verbleiben sie an der Pflanze, verwendet die Lilie ihre ganze Energie auf die Reifung der Samen, anstatt in die Ausbildung neuer Blüten im Folgejahr. Es reicht für eine normale Samenernte auch vollkommen, nur einige wenige verwelkte Blüten stehenzulassen.
Nach Ausbildung der Kapselfrucht verfärbt sich diese langsam braun. Aber erst, wenn die Kapsel an der Rückennaht aufplatzt, sind die Samen im Inneren ausgereift und reif für die Ernte. Nun können die Kapseln abgeschnitten, und die Samen entfernt, getrocknet oder im Kühlschrank aufbewahrt werden.
Die Aussaat – so geht’s
Die beste Zeit für die Aussaat ist der Januar oder Februar. Die vorher drei Tage lang in Wasser eingeweichten Samen werden circa einen Zentimeter tief in Töpfe mit einer guten Anzuchterde gesetzt.
Nun die Töpfe an einen Ort aufstellen, an dem die Temperatur zwischen 15 Grad und höchstens 20 Grad Celsius beträgt. Wichtig ist auch, dass die Anzuchterde konsequent feucht gehalten wird.
Bei Liliensamen ist es sehr schwer, die Keimzeit vorherzusagen. Mit viel Glück keimen Lilien innerhalb weniger Tage, es kann allerdings, je nach Sorte, bis zu 2 Jahren dauern, bis sich ein kleiner Keimling zeigt. Ab Mai dürfen die Jungpflanzen dann ins Freibeet umziehen.
Expertentipp
Lilien lassen sich kinderleicht kreuzen, um eine eigene Lilienart zu züchten. Dazu werden sie ganz einfach mit der Hand bestäubt. Das klingt im ersten Moment schwieriger als es ist, denn man benötigt dazu nur zwei Lilien in voller Blüte und etwas Alufolie.
Um eine Lilie zu bestäuben, werden von einer ausgesuchten Lilie die Pollenfäden entnommen und der Stempel einer zweiten Lilie damit sanft betupft. Danach wird der bestäubte Stempel mit etwas Alufolie abgedeckt, bis die Blüte verwelkt ist. Die Samen aus der entstehenden Kapselfrucht aussäen und schon entsteht eine Lilie in neuen Farben und Form.
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