Auch das Leben unserer Gartenpflanzen ist endlich. Heimischen Bäumen machen einsetzende Klimaschwankungen zu schaffen. Stammfäule bei zu feuchtem Grund oder Trockenheit im Erdreich führen zusehends dazu, dass Bäume gefällt oder versetzt werden müssen. In beiden Fällen erfordert die Entfernung der Wurzel einen erhöhten Aufwand. Wenn wir es mit Pfahl-, Herzwurzlern oder mit nachwachsenden Rhizomgeflechten zu tun haben, wird die Beseitigung der Pflanze recht aufwändig.
Der Überlebenskünstler Walnussbaum – eine Wurzel für die Ewigkeit
Auch der Walnussbaum mit seinem herzförmigen Wurzelwerk, das sowohl die Tiefe als auch die Fläche weit über den Schattenwurf des Kronenbereichs hinaus umfasst, muss manchmal aus dem Garten oder der Landschaft entfernt werden. Gerade wenn der Wurzelstock noch unbeschadet ist und bleiben soll, lohnt sich die Vorsicht, denn er kann in der Holzverarbeitung weiter genutzt werden und bringt vergleichsweise hohe Erlöse im Verkauf ein.
Falls Sie den Baum versetzen möchten, ist es nötig möglichst die gesamte Wurzel auszugraben. Damit dies gelingt, sollte die Herzwurzel vollständig und das einbettende Erdreich schonend entfernt werden. Denn beim Wiederanpflanzen ist das Versorgungssystem essentiell. Auch beim völligen Entfernen sollten nur wenige Wurzelreste im Erdreich verbleiben, da die feinen Radices erneut austreiben können.
Benötigte Materialien

Gehen Sie zum Entfernen einer Herzwurzel strategisch vor und planen Sie ausreichend Zeit und auch das entsprechende Spezialwerkzeug ein. Je nach Methode benötigen Sie folgende Materialien:
- Kreidespray
- Spaten, gegebenenfalls mit Sägekante
- stabile Fuchsschwanz- oder Motorsäge
- Wurzelfräse
- Kupfernägel
- Biozide
- Wurzelschornstein
Die Ausdehnung der Walnusswurzel
Kreisen Sie mit Kreidespray zunächst den Bereich der Oberflächenbewurzelung etwa bis zum Kronenrand auf dem Boden ein. Um auch die letzten waagerechten Ausläufer zu erfassen, stechen Sie mit der Spatenkante auf der Radiuslinie von der Kreislinie aus auf den Mittelpunkt zu. Markieren Sie die Punkte, an denen Sie auf stärkere Wurzeln, die Hauptversorger, stoßen und ziehen Sie einen zweiten inneren Kreis. Hierfür ist ein Spaten mit seitlich abgeschrägten Sägezahnkanten, der dünne Wurzeln durchtrennt, ideal. Auf diese Weise erfassen Sie in etwa die Ausmaße des ab- bzw. auszugrabenden Wurzelwerks.
Abgraben und Absägen
Nun können Sie das Leitwurzelwerk mit einem kleineren Bagger oder einem Spaten freilegen. Arbeiten Sie sich schrittweise vor, kappen und entfernen die Wurzelabschnitte mit einer Säge. Wollen Sie den Baum komplett entfernen, sollten Stamm und Krone zuvor gefällt worden sein.
Möchten Sie den Baum jedoch umpflanzen, graben sie entlang der inneren Kreislinie, die Wurzeln kappen Sie ebenfalls abgeschrägt in Richtung der Pfahlwurzel. Hierbei ist es sehr wichtig mit sauberem, rostfreiem Werkzeug zu arbeiten, da jede Wurzelverletzung anfällig für Keime ist.
Ausfräsen, verkohlen oder chemisch zersetzen
Wollen Sie die Wurzel nicht verarbeiten, genügt es den Stumpf durch einen Stumpfschornstein zu verkohlen, um ihn so im Sinne des Wortes dem Erdboden gleich zu machen. Alternativ kann der Stumpf mittels einer Stubben- oder Wurzelfräse von oben nach unten abgefräst werden. Er kompostiert anschließend im Erdreich.
Eine weitere Möglichkeit den Stumpf und die Wurzel abzutöten, besteht im Einschlagen von Kupfernägeln oder dem Aufbringen von Bioziden. Beide Möglichkeiten sind ökologisch allerdings nicht unbedenklich.
Expertentipp
Fällarbeiten dürfen grundsätzlich nur während der vegetationsarmen Periode durchgeführt werden. Insbesondere bei alten Walnussbäumen gilt, dass sie oft unter Schutz stehen. Sichern Sie sich durch eine Rückfrage bei der örtlichen Naturschutzbehörde deswegen ab, ehe Sie sich ans Wurzel-Werk machen, auch wenn der Baum auf Ihrem eigenen Grundstück steht. Im Zweifelsfall kann das aufwändiger wirkende Umpflanzen am Ende doch die bessere Variante sein.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare