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Ideen & Inspirationen

Einen Hühnerstall im Garten anlegen

Lisa Schneider

Veröffentlicht

auf

Einen Hühnerstall im Garten anlegen

Hühner sind grundsätzlich gemütliche Tiere, die leicht glücklich zu machen sind. Sie im Garten zu halten kann für die ganze Familie eine Bereicherung sein. Bereiten Sie sich sowie die Familie und Nachbarn und Ihren Garten gut auf den Einzug der Tiere vor. Umso schneller gewöhnen sich die Hühner stressfrei an die neue Umgebung.

Hühner im Garten – geht das?

Hühner sind freundliche und recht aktive Tiere, die zum Lebensglück tagsüber gern draußen herumpicken. Im direkten Vergleich mit Hund und Katze sind Hühner anspruchslos. Ihre Pflege und Versorgung nehmen nicht viel Zeit in Anspruch. Allerdings müssen Sie für einen artgerechten Schutz sorgen – den Hühnerstall. Zudem sollten Sie wissen, dass Hühner den Freilauf nicht nur für das Wohlbefinden, sondern wirklich für ihre Gesundheit brauchen, denn sie orientieren sich am Tageslicht, dem Lauf der Sonne. Durch den Freilauf wird ihr Garten allerdings an diesen Stellen unter Umständen leider nicht mehr gepflegt aussehen.

Vor dem Einzug der Tiere müssen Sie die Nachbarn über die geplante Hühnerhaltung informieren. Diese Tiere können recht laut sein – auch ohne einen krähenden Hahn. Beugen Sie vor und wählen Sie die Hühnerrasse klug aus. Dann sind auch die Nachbarn toleranter und freuen sich über ein paar frische Eier von Ihnen.

Hühner und andere Tiere

Hühner sind nicht wirklich scheu. Deshalb könnten Sie Ihren Hühnern zeitweise freien Lauf im Garten anbieten. Jede Katze, die zu neugierig wird, bekommt den scharfen Hühnerschnabel zu spüren und lässt die Hühner danach bestimmt in Ruhe. Bei Hunden kommt es natürlich auf die Rasse an. Ein Jagdhund sollte nicht zu Ihrer Familie gehören. Ihr Grundstück muss sicher eingezäunt sein, um auch vorbeilaufenden Nachbarhunden den Zutritt zu verwehren. Kaninchen und Hühner lassen sich gegenseitig in Frieden. Andere Vögel zeigen Respekt, Krähen und Elstern könnten neugierig werden und alle Vögel werden sich am frei ausgestreuten Futter beteiligen. Da sich auf dem Lande nachts die wahren Jäger hervorwagen, brauchen Ihre Hühner einen sicheren Ort zum Schlafen. Fuchs, Dachs und Marder zählen Hühner in der Regel zu ihren Lieblingsspeisen.

Hühner im Gehege halten oder komplett frei laufen lassen

Sie können die Hühner sowohl im Gehege mit einem angrenzenden Hühnerhaus halten oder auch tagsüber frei im Garten laufen lassen. Dann müssen Sie sie aber bei Sonnenuntergang in den Hühnerstall bringen beziehungsweise diesen zugänglich machen. Die Tiere suchen nach der Eingewöhnungszeit ganz von alleine abends den Schutz des Hühnerstalls auf.

Der ideale Hühnerstall für den Garten

Der optimale Platz für den Hühnerstall liegt geschützt im Halbschatten, bis Schatten und bietet jedem Huhn ausreichend Platz. Weiterhin muss der Hühnerstall abschließbar sein, sodass kein anderes Tier hinein kann. Der Marder ist einer der geschicktesten Jäger und bekommt auch Türriegel auf. Auch Katzen, Dachse und Füchse sind listige Jäger, dagegen hilft nur ein richtiges Schloss.

Die Größe eines Hühnerstalls wird bei mittelgroßen Hühnern mit 1 – 2 Quadratmetern für drei Hühner veranschlagt. Es kommt also auf die Hühnerrasse, deren Größe und die Anzahl der Tiere an, wie viel Platz Sie im Garten für die Hühner und den Stall reservieren müssen. Berücksichtigen Sie auch Platz für eine vergitterte Auslaufzone, in der die Hühner geschützt im Freien laufen können. Dann braucht der Stall auf jeden Fall ein Fenster, denn Hühner benötigen Tageslicht, wie oben erwähnt. Hier rechnen die Fachleute mit einer Fensterfläche von 0,2 Quadratmetern pro 1 – 2 Quadratmeter Stallfläche.

Im Stall schlafen die Hühner auf Stangen. Diese müssen alle dieselbe Höhe haben, dann fühlen sich alle Hühner gleichwertig. Andernfalls wird es Kämpfe um die Rangordnung geben.

Unter den Sitzstangen wird ein herausnehmbares Kotbrett angebracht. Dieses sorgt dafür, dass die Tiere nicht mit ihrem Kot in Berührung kommen, was vor Krankheiten schützt. Den Menschen erleichtert das Brett die Reinigung des Hühnerstalls.

Ganz wichtig: Der Hühnerstall braucht einen Ein- und Ausstieg mit verschließbarer Hühnerklappe, der mindestens 50 cm über dem Boden liegen sollte. Zum einen schützt die Höhe vor Fremdlingen, zum anderen verhindert es, dass die Hühner ihr Streu aus dem Stall hinaus scharren.

Den richtigen Hühnerstall finden

Der Tierfachhandel, Baumärkte und teilweise auch Gartenfachgeschäfte bieten Hühnerställe in verschiedenen Größen und Ausführungen an. Dort können Sie sich erste Eindrücke verschaffen und informieren. Vielleicht bauen Sie sich dann selbst einen Hühnerstall, der Ihren Hühnern wirklich alles bietet.

Hühnerdreck – so ein Mist

Den Hühnerkot oder Hühnerdreck zu entsorgen ist einfach. Legen Sie einen Komposthaufen an, wo Sie ihn entsorgen. Der Verrottungsprozess mit dem restlichen Kompost sorgt dafür, dass Sie den Hühnerkot als Düngemittel verwenden können. Direkt im Garten verteilt würden Ihre Pflanzen durch den Kot absterben, denn er enthält zu viel Stickstoff.

Die optimale Versorgung und Pflege Ihrer Hühner

Haushühner haben eine normale Lebenserwartung von circa 6 Jahren. In Ausnahmen und abhängig von ihrer Rasse auch bis zu 8 oder 9 Jahren. Vorausgesetzt, Sie haben die Hühner beim Züchter gekauft und betrachten Sie als Haustiere, die Ihnen täglich frische, gesunde Eier liefern.

Die Reinigung des Hühnerstalls sollte täglich erfolgen. Damit unterbinden Sie die Geruchsbildung und die Tiere fühlen sich wohl. Es gibt auch Empfehlungen, den Hühnerstall mindestens einmal monatlich zu reinigen, das klingt nicht nur falsch. Stellen Sie sich allein das Kotbrett vor! Deshalb wechseln Sie täglich die Einstreu auf dem Boden des Stalls. Dafür eignen sich Stroh, Heu (getrockneter Rasenschnitt) und auch Erde oder Sand (natürlicher Sand, bitte kein Vogelsand!).

Die Fütterung erfolgt früh morgens, gleich bei Sonnenaufgang. Da sind wir alle hungrig, so auch die Hühner. Abends sollte nie gefüttert werden, weil das andere Tiere anlockt.

Grundnahrungsmittel sind Getreidekörner, am liebsten picken Hühner Weizen- und Maiskörner. Für die Eiweißversorgung füttern Sie Buchweizenkörner oder Hirse. Auch rohe Gemüsereste werden gern verspeist. Zerkleinerte Eierschalen liefern unter das Futter gemischt den täglichen Kalkbedarf.

Füttern Sie kein Fleisch oder Tiermehl. Gerade Letzteres kann verschiedenen Krankheiten übertragen.

Das ist Pflicht

Für Hühner gibt es eine Pflichtimpfung, die Newcastle Disease. Eine Viruserkrankung, die auch atypische Geflügelpest genannt wird. In Deutschland muss jedes Huhn regelmäßig dagegen geimpft werden. Die Impfung kann über das Trinkwasser der Hühner erfolgen. Aber: Innerhalb von vier Stunden muss jedes Huhn davon getrunken haben.

Alternativ gibt es die klassische Injektionsimpfung beim Veterinärmediziner für jedes einzelne Tier. Informieren Sie sich dort auch über weitere Krankheiten und mögliche Parasiten.

Sollten Ihre Hühner dennoch an Newcastle Disease erkranken, sind Sie verpflichtet, dies unverzüglich zu melden!

Weiter müssen Sie wissen, dass jedes Bundesland eine Tierseuchenkasse führt, in der Sie jedes Huhn anmelden müssen. Dies kann sowohl postalisch als auch online erfolgen.

Expertentipp

Ob Sie Ihren Hühnerstall selbst bauen oder ein fertiges Modell kaufen: Achten Sie auf die Höhe des Hühnerstalls; er sollte zu Ihrer Körpergröße passen. Damit fallen Ihnen alle Arbeiten leichter und Sie haben besseren Zugriff auf die Tiere.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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