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Engerlinge bekämpfen

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Engerlinge bekämpfen

Obwohl der Maikäfer als Vorbote des Sommers den Ruf als Glücksbringer innehat, können seine Larven an Sträuchern und Bäumen großen Schaden anrichten. Maikäferjahre gehören in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwar der Vergangenheit an, doch sind Engerlinge in Gärten und Grünflächen dennoch weit verbreitet. Glücklicherweise stehen Gartenbesitzern zahlreiche Möglichkeiten offen, um die ungebetenen Gäste zu vertreiben.

Engerling Steckbrief

Engerling Steckbrief


Die Bezeichnung Engerling tragen die Larven verschiedener Blatthornkäfer, etwa Gartenlaub-, Juni- und Maikäfer sowie Nashorn- und Rosenkäfer. Während Erstere als Schädling eingestuft werden, gehören Letztere zu den geschützten Tierarten. Ihr Lebensraum erstreckt sich über Komposthaufen, Grasflächen, Wiesen und Wälder, wo sie sich zunächst tief ins Erdreich gebohrt von Humus, Wurzeln und Kräutern ernähren. Vom Aussehen ähneln die etwa sechs bis sieben Zentimeter langen Larven dicken, gelblich grau gefärbten Maden, während der Kopf eine dunkelbraune, orangene Farbe annimmt. Im Larvenstadium verbringen Engerlinge bis zu vier Jahre, bis sie sich zur Wandlung zum Imagines, dem ausgewachsenen Käfer, verpuppen. Ein Befall lässt sich häufig an absterbenden Grasflächen oder Jungpflanzen erkennen.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Maßnahmen zur Vorbeugung
Die Eiablage erfolgt häufig in der Abenddämmerung. Helle Lichter ziehen die Käfer an, welche die Eier in die Nähe der Lichtquelle ablegen. Überwiegend in den Flugzeiten zwischen Mai bis Juni ist hier Vorsicht geboten. Alternativ können Insektenschutznetze die Käfer an der Eiablage hindern. Sie bevorzugen offene Bodenflächen oder Komposthaufen. Folgende Vorbeugemaßnahmen haben sich bewährt:

  • Von Mai bis Juni Licht im Garten vermeiden
  • Insektenschutznetze über Kompost und Grünflächen
  • Wurzelschutzgitter zum Pflanzenschutz
  • Regelmäßiges Vertikutieren
  • Gartenarbeiten wie Hacken und Graben stört Engerlinge

Engerlinge einsammeln

Engerlinge einsammeln
Hat sich die Larve einmal ins Erdreich gebohrt, wechselt sie ihren Lebensraum nicht mehr. Völlig unkompliziert lassen sich Engerlinge durch das Umgraben des Erdreichs ans Tageslicht befördern, absammeln und andernorts aussetzen. Regelmäßiges Aufgraben des Bodens deckt nicht nur Engerlinge auf, sondern lockert den Boden und entfernt unerwünschtes Unkraut. Nach starken Regenfällen steigen Engerlinge an die Oberfläche empor und lassen sich widerstandslos einsammeln. Wer etwas nachhelfen möchte, der kann befallene Stellen im Garten ausgiebig künstlich bewässern.

Natürliche Fressfeinde

Des einen Freud, des anderen Leid: Während Gärtner sich über absterbende Grasnarben und Jungpflanzen ärgern, freuen sich Vögel, Mäuse, Maulwürfe, Fledermäuse und Igel über die dicken Leckerbissen. Durch das Einrichten eines Futterplatzes und Unterschlupfs lassen sich Vögel und Igel als Nützlinge in den Garten einladen, die sicherlich den ein oder anderen Engerling verspeisen. Sinnvoll ist etwa das Errichten eines Igelhotels, etwa einer mit Laub und Stroh gefüllten, auf den Kopf gestellten Obstkiste.

Nematoden ausbringen

Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer sind im Fachhandel oder Onlineshop günstig beziehbar und machen die aufwändige Bekämpfung des Engerlings obsolet. Geliefert werden die Nützlinge auf Tongranulat. Einmal ins Erdreich vergraben suchen Nematoden selbstständig nach Engerlingen und töten diese ab.

Insektizide

Da nicht nur Engerlinge, sondern sämtliche Mikroorganismen und damit einhergehend zahlreiche Nützlinge unter dem Einsatz der Chemiekeule leiden, sollten Insektizide nur als letzten Ausweg dienen. Besonders wirksam sind Präparate mit den Wirkstoffen Chlorpyrifos und Neem Azal, welches aus den Kernen des Neem-Baums gewonnen wird. Die Präparate wirken nach einigen Tagen, das Ausbringen erfolgt unkompliziert über das Gießwasser.

Fallen stellen

Das Einfangen von Engerlingen gelingt über den Einsatz diverser Lockstoffe. Die beste Zeit für das Aufstellen von Fallen ist zwischen April und Juni. Als Lockstoff dient Pferdemist oder Kompost. Hierzu wird ein Eimer mit dem Lockstoff befüllt und in ein etwa 50 Zentimeter tiefes Loch eingegraben. Die Stelle wird mit der ausgehobenen Erde zugeschüttet. Im Spätsommer bis Herbst ist der Eimer, in dem sich nun dank des Lockstoffs sicherlich zahlreiche Engerlinge befinden, lediglich aus der Erde zu hieven und zu entleeren. Je nach Gartengröße lohnt sich das Aufstellen mehrerer Fallen.

Expertentipp

Wer nachhaltigen Schutz vor Engerlingen sucht, der hat die Möglichkeit, für die Schädlinge unliebsame Pflanzen im Garten zu halten. Neben Knoblauch sind die Wurzeln von Geranie und Rittersporn reinstes Gift für Engerlinge. Zwischen andere Zier- und Nutzpflanzen ins Beet gepflanzt schützen sie andere Pflanzen effektiv vor Schäden durch Wurzelfraß

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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