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Flechten an Bäumen

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Flechten an Bäumen

Ältere Apfelbäume oder diverse Gehölze sind oftmals mit einem dichten Teppich aus Flechten bewachsen. Die aus einem Kollektiv aus Algen und Pilzen bestehenden Flechten besiedeln neben der Rinde von Bäumen auch Sandböden, Felsen oder Steine. Alleine in Europa existieren ungefähr 2.000 verschiedene Arten von Flechten. Doch wie entstehen Baumflechten überhaupt, schaden sie Gehölzen im Garten und wie erfolgt die Bekämpfung?

Was sind Flechten?

Was sind Flechten
Aus botanischer Sicht werden Flechten nicht als eigene Pflanze klassifiziert. Die Lebensgemeinschaft aus Algen und Pilzen bilden eine sogenannte Symbiose, aus der beide Organismen einen Vorteil ziehen. Während Pilze Nährstoffe und Wasser aus der Luft und der Rinde ziehen, können Algen mit Hilfe Fotosynthese Zuckerstoffe produzieren. Beide Partner ernähren sich auf diese Weise gegenseitig. Farbgebend ist dabei der Pilz, der auch den Großteil des Körpers der Flechte ausmacht. Sein Farbspektrum reicht von Weiß über Orange oder Braun bis hin zu Grau. Je nach Art und Klima können Flechten ein Alter von mehreren tausend Jahren erreichen. Das Wachstum schreitet jedoch nur langsam fort. Sie dienen vielen Tieren als Nahrungsquelle.

Verschiedene Arten

Verschiedene Arten
Auf der Welt existieren etwa 25.000 verschiedene Arten von Flechten, 2.000 davon sind in Europa beheimatet. Anhand der Wuchsform lassen sie sich in drei Arten unterteilen: Strauch-Flechten, Krusten-Flechten und Laub-Flechten. Während Strauchflechten feine Verästelungen ausbilden, weisen Krusten-Flechten ein dichtes Wachstum auf. Blatt-Flechten sind nur locker mit dem Untergrund verbunden und wachsen flächig.

Ursachen für Flechtbewuchs

Ursachen für Flechtbewuchs
Flechten bevorzugen die Rinde von Obstgehölzen und Laubbäumen, etwa Spitzahorn, Birke, Holunder, Esche oder Pappel. Doch sind auch andere Hölzer nicht vor ihr gefeit. Besonders häufig treten Flechten an dicht gewachsenen Bäumen auf. Ein schattiger und feuchter Platz fördert ihre Entstehung. Grundsätzlich haben Flechten eine Vorliebe für ältere, geschwächte Bäume. Doch ist ein Bewuchs nicht zwangsläufig als Indiz für diverse Krankheiten zu werten, da sie mitunter auch vitale, junge Bäume besiedeln.

Schädlichkeit von Flechten

Schädlichkeit von Flechten
Obwohl Flechten eher ungern gesehene Gäste im Garten sind, geht ein Befall nicht grundsätzlich mit einer Schädigung des Baums einher. Die Organismen entziehen dem Baum weder Nährstoffe, noch dringen sie ins Innere des Baums ein. Durch ihre symbiotischen Fähigkeiten können sie sich selbstständig mit Nährstoffen, Licht und Wasser versorgen. Da das Wachstum eines Baums in keiner Weise gestört ist, stellen Flechten ein rein ästhetisches Problem dar. Nur in Einzelfällen ist eine Entfernung der Flechten notwendig, da ein zu starker Wuchs die Atmung des Baumes über die sogenannten Lentizellen oder Korkporen stören kann. Zudem fördert ein starker Bewuchs die Entstehung von Moosen und Pilzen, da sie die Luftfeuchtigkeit in der Baumkrone erhöhen. Darüber hinaus dienen sie Schädlingen als Unterschlupf und können Knospen durch Überwucherung am Austreiben hindern.

Entfernung von Baumflechten

Entfernung von Baumflechten
Hält sich der Flechtenwuchs im Rahmen, ist eine Entfernung überflüssig. Hierzulande sind bereits viele Flechten-Arten bedroht, weshalb von einer Entfernung aus rein ästhetischen Gründen abzusehen ist. Gartenbesitzern stehen folgende Möglichkeiten zur Beseitigung von Flechten offen:

1. Schnittmaßnahmen

Das Ausdünnen einer dichten Baumkrone oder ein kräftiger Verjüngungsschnitt können die übermäßige Ausbreitung von Moosen und Flechten eindämmen. Eine gute Belüftung der Baumkrone beugt einem Befall durch Flechten vor. Stark befallene Äste lassen sich optional vollständig kappen.

2. Kalkanstrich

Ein Kalkanstrich bietet über viele Wochen Schutz vor Flechten. Der Anstrich erfolgt bei mildem, trockenen Wetter idealerweise im Januar. Lockere Rindenteile und Flechten sind zuvor mit einem Spachtel vom Stamm zu lösen. Angestrichen wird der Stamm sowie größere Äste. Nicht nur vor Flechten, auch vor Pilzkrankheiten oder Frostrissen bietet ein Kalkanstrich Schutz. Ist dieser verblasst, lässt er sich unkompliziert erneuern.

3. Abschaben

Mit speziellen Baumbürsten lassen sich betroffene Äste und Zweige sowie der Stamm gründlich abbürsten. Flechten, Moose und darin lebende Schädlinge lassen sich damit auf schonende Weise vom Baum schaben. Weniger geeignet sind herkömmliche Drahtbürsten, welche die darunterliegende Rinde verletzen könnten. Um die Baumrinde zu schonen, ist das Arbeiten mit niedrigem Druck empfehlenswert.

4. Kalkschwefel und Kupfersulfat

Der Fachhandel bietet zahlreiche Produkte zur Bekämpfung von Flechten an. Hierzu gehören Spritzmittel mit den Wirkstoffen Kalkschwefel und Kupfersulfat, welche den Pilz gezielt abtöten. Gespritzt wird zwischen spätem Frühjahr und Spätsommer. Die Lösung sollte nicht auf Blätter oder Wurzeln gelangen, da sie den Baum schädigen können. Vor dem Sprühen gilt es, die Wurzeln durch das Auslegen einer Plane zu schützen.

Flechten als Indiz für gute Luftqualität

Da die Organismen in der Flechte einen Großteil ihrer Nährstoffe aus der Luft beziehen, ist eine gute Luftqualität für sie lebenswichtig. Schadstoffe in der Luft machen ihnen zu schaffen, da sie keine Ausscheidungsorgane besitzen. Als Indikator für eine schadstoffbelastete Luft lässt sich die Flechte kaum in Großstädten sichten.

Expertentipp

Der richtige Standort ist bereits die halbe Miete. Trockene, luftige und helle Standorte beugen einem Bewuchs durch Flechten und Moosen vor. Windgeschützte und feuchte Orte hingegen begünstigen einen Bewuchs.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Entfernung von Flechten zwingend nötig?

Normalerweise müssen Flechten nicht zwangsläufig entfernt werden, da sie keinen Schaden am Gehölz anrichten. Starke Überwucherungen hingegen können die Bildung von Mykosen fördern und sind zu entfernen.

Sind Flechten giftig für Mensch und Tier?

Nein, bislang sind keine Vergiftungen durch Flechten oder Moose bekannt.

Beeinträchtigen Flechten das Wachstum von Bäumen?

Flechtenwuchs ist keine Ursache für schwachwüchsige Bäume. Häufig ist ein schwacher Baumwuchs die Folge einer schlechten Bodenpflege, eines suboptimalen Standorts oder eines Schädlingsbefalls.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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