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Zitruspflanzen

Gelbe Blätter am Orangenbaum

Lars Reibemann

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Der Orangenbaum (Citrus sinensis) ist der Klassiker unter den Kübelpflanzen. Zu seiner ursprünglichen Heimat gehören die warm-feuchten Regionen dieser Welt. Einen Hauch dieser Exotik transportiert er mit seinen dunkelgrünen Blättern, den orangefarbenen Früchten und weißen, duftenden Blüten in unser Zuhause. Gelingt die Pflege nicht, verfärben sich die Blätter gelb bis braun, rollen sich zusammen und sterben ab. Übrig bleiben nackte Zweige und ein ratsuchender Besitzer. Wir informieren über die Ursachen und nennen die richtigen Pflegemaßnahmen.

Exoten brauchen einen passenden Standort

In vielen Fällen ist der falsche Standort die Ursache für die gelben Blätter am Orangenbaum. Aufgrund seiner Herkunft benötigt er viel Wärme und Licht aber verträgt keinerlei Frost und Dunkelheit. Dennoch möchte Citrus sinensis nicht das ganze Jahr über in einem geschlossenen Wohnraum oder im Wintergarten stehen.

Besser ist ein warmer, heller, wind- und regengeschützter Platz mit viel Sonne. Das kann im Frühjahr und Sommer auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten sein. Ideal ist ein Platz vor einer sonnigen Hauswand und unterm Dach.

Steht die Pflanze auf einem kalten Steinboden, bekommt sie leicht kalte Füße und wird im Wachstum gehemmt. Dagegen hilft ein Stück dicke Styroporplatte unter dem Topf.

Sobald es Herbst wird, sinken nicht nur die Temperaturen, sondern die Tage werden kürzer. Hilfreich ist eine Blumenlampe, welche der Sonne für einige Stunden am Tag ultraviolettes Licht beschert. Wird die Jahreszeit kälter und dunkler, gelingt dem Baum keine Fotosynthese mehr. Er stellt sein Wachstum ein und verliert überschüssige Blätter. Die Überwinterung beginnt. Doch auch zu hohe Temperaturen und zu trockene Luft können im Winter in der Wohnung zu einer Verfärbung der Blätter führen.

Den Orangenbaum überwintern

Da es sich beim Orangenbaum um einen Exoten handelt, verträgt er keinerlei Kälte. Bevor die ersten Nachtfröste auftreten, muss er in ein frostsicheres Winterquartier. Nicht geeignet sind beheizte Wohnräume, gut geeignet sind ein Gewächshaus, ein Wintergarten oder ein heller Keller. Allerdings dürfen die Temperaturen nicht unter fünf Grad fallen oder über zwölf Grad steigen.

Sobald es wieder Frühling wird und die Temperaturen steigen, kann der Orangenbaum zurück ins Freie. Er beendet seine Ruhephase und beginnt erneut zu wachsen und frische Blätter auszutreiben. Bleibt er zu lange im Winterquartier und gelangt dann direkt in die warme Sonne, kann er einen Temperaturschock erhalten und die Blätter werden gelb.

Besser ist es, wenn der Orangenbaum vom Winterquartier langsam an die Wärme gewöhnt wird. Dazu sollte er erst einmal 1 bis 2 Tag im Schatten stehen, bevor er in die direkte Sonne darf. Allerdings reagiert der Orangenbaum nicht sofort auf einen Ortswechsel. Er benötigt Zeit, um sich an die veränderten Gegebenheiten und ein normales Wachstum zu gewöhnen.

Richtiges Gießen und Düngen für gesunde Blätter

Die Versorgung mit Wasser und Dünger gehört zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen und benötigt ein gutes Augenmaß.

Die Wassergabe

Von seiner Genetik her ist der Orangenbaum an Trockenheit gewöhnt. Auf eine übermäßige Wassergabe und vor allem auf Staunässe reagiert er empfindlich. Kommt es zu einer Fäulnis der Feinwurzeln, können die Wurzeln keine Nährstoffe mehr aufnehmen und die Blätter werden gelb, braun und rollen sich zusammen.

Ein Zitrusbaum benötigt erst Wasser, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Der Feuchtigkeitsgehalt lässt durch das Hineinstecken des Fingers in die Erde leicht feststellen. Wer bei der Wasserverteilung ganz sichergehen will, erhält durch einen Feuchtigkeitsmesser genau Auskunft über die Feuchtigkeit und den richtigen Zeitpunkt zum Gießen.

Das ideale Gießwasser ist weiches Regenwasser. Erhält der Orangenbaum dagegen zu viel kalkhaltiges Wasser, tritt die sogenannte “Chlorose” auf und die Pflanze kann kein Eisen mehr aus der Erde aufnehmen. Der Schaden ist an dem Kontrast der dunkelgrünen Adern und gelbgrünen Blattwänden zu sehen. Durch das Besprühen des Baumes mit einem eisenhaltigen Dünger und das zukünftige Gießen mit weichem Wasser regeneriert sich die Pflanze bald wieder und erhält ihr gewohntes, gesundes Aussehen.

Die Düngergabe

Eine gute Nährstoffversorgung gehört zu den wichtigsten Maßnahmen gegen die Bildung von gelben Blättern. Die richtige Düngung erfolgt ausschließlich während der Wachstumsperiode von Mai bis Ende August einmal in der Woche. Danach ist die Düngung zu reduzieren, da die Pflanze während der Winterruhe kaum noch Nährstoffe benötigt.

Empfehlenswert für das effektive Wachstum eines Orangenbaumes ist ein mineralischer Dünger in Pulverform. Er besteht aus einen reduzierten Anteil an Phosphat und einen höheren Anteil an Stickstoff. Ebenso wichtig sind die Spurenelemente Eisen, Zink, Magnesium und Kupfer. Der Dünger lässt sich optimal mit dem Wasser verteilen.

Umtopfen für ein besseres Wachstum

In der Regel kann ein junger und noch wachsender Orangenbaum alle 2 bis 3 Jahre umgetopft werden. Dagegen benötigt ein schon älterer und größerer Orangenbaum nur alle 4 bis 5 Jahre diese Erneuerung. Die beste Zeit ist im späten Winter, da der Baum danach besonders gut neue Wurzeln und frisches Grün bilden kann.

Es gibt verschiedene Gründe zum Umtopfen:

  • Der Topf soll ausgetauscht werden.
  • Der Wurzelballen ist groß geworden und hat zu wenig Platz im Kübel. Die Feinwurzeln wachsen schon aus den Abflusslöchern heraus.
  • Das Substrat ist ausgelaugt und der Orangenbaum erhält keine ausreichenden Nährstoffe mehr.
  • Die Kübelpflanze konnte die Düngung nicht ausreichend abbauen und ist überdüngt.

Das Substrat

Bei einem mangelhaften Substrat verdichtet sich die Konsistenz im nassen Zustand und verhindert eine ausreichende Zufuhr von Sauerstoff. In der Folge können die Wurzeln die Nährstoffe nicht mehr richtig aufnehmen und die Blätter verfärben sich gelb. Die geeignete Erde ist strukturstabil und durchlässig. Zur Verbesserung der Durchlässigkeit kann zusätzlich Quarzsand untergemischt werden. Außerdem verleiht ein Anteil Ton der Erde mehr Speicherkapazität.

Gegen einen Stau von Wasser im Topf hilft eine Drainage im unteren Drittel. Das geeignete Drainagematerial besteht aus Kies, Blähton oder kleinen Tonscherben. Außerdem darf kein Wasser im Unterteller oder Übertopf stehen bleiben und sollte immer zügig entfernt werden.

Der Topf

Der richtige Topf bietet dem Orangenbaum Platz und Standhaftigkeit. Er besitzt ein oder mehrere kleine Löcher zum ungehinderten Abfluss des Wassers und einen breiten Boden.

Expertentipp

Treten beim schon in die Jahre gekommenen Orangenbaum stark verkahlte Stellen auf, kann ein radikaler Rückschnitt zu einer Verjüngung führen.

Häufig gestellte Fragen

Was bedeuten gelbe Blätter am Orangenbaum?

Die Pflege ist unzureichend. Der Orangenbaum bekommt eher zu viel als zu wenig Wasser. Die Pflanze friert, erhält zu wenig Licht oder wird falsch gedüngt.

Was hilft gegen gelbe Blätter am Orangenbaum?

Die Pflegemaßnahmen sind mangelhaft. Standort, Helligkeit, Temperatur, Wasser- und Nahrungsgabe sind zu überprüfen und den Bedürfnissen der Pflanze anzupassen.

Was hilft, wenn häufig kleine Mengen Blätter am Orangenbaum abfallen?

Jeder gesunde Baum verliert Blätter. Werden diese vor dem Abfallen nicht gelb, kann es sich um einen normalen Zyklus zum Regenerieren handeln. Dann lässt der Baum verbrauchtes Laub fallen und schafft Platz für neue Blätter.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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