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Hang mit Pflanzringen befestigen

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Hang mit Pflanzringen befestigen

Wer über ein Grundstück mit Hang oder Böschung verfügt, muss sich zwangsläufig auch über deren Befestigung Gedanken machen. Viele Hobbygärtner schieben die wichtige Hangbefestigung lange auf und dass, obwohl eine Befestigung mit Pflanzringen doch so viele neue Möglichkeiten zur Bepflanzung bietet. Eine Befestigung verhindert nicht nur, dass der Hang oder die Böschung durch Schwerkraft oder Erosion abrutscht, oftmals lässt sich die nutzbare Gartenfläche auch noch vergrößern. Dieser Artikel klärt über die diversen Unterschiede von Hängen auf, erklärt die richtige Befestigung Schritt für Schritt und verrät zudem noch welche Pflanzen sich besonders gut für die Gestaltung der Pflanzringe eignen.

Hang ist nicht gleich Hang

Hang ist nicht gleich Hang


Der Entschluss ist gefasst und die Böschung muss befestigt werden – vom Gefälle bis zur eventuellen Baugenehmigung gibt es allerdings eine ganze Menge zu beachten. Die optimale Hangbefestigung muss zwar in erster Linie sicher sein, sollte jedoch auch zur Gesamtoptik des Gartens passen. Um dies gewährleisten zu können, sollte zunächst folgendes berücksichtigt werden:

Hangneigung

Als Hangneigung wird der Winkel zwischen dem Hang und der gedachten, geraden Erdoberfläche bezeichnet. Das sogenannte Geoid dient hierbei zur Definition von Höhen sowie zur Vermessung.

Hangausrichtung

Um die Ausrichtung des Hanges bestimmen zu können, müssen folgende Fragen beantwortet werden:

  • In welche Himmelsrichtung fällt der Hang ab?
  • Liegt dieser meist im Schatten oder ist er überwiegend der Sonne ausgesetzt?

Bodenbeschaffenheit

Für die Ermittlung des Sicherungsbedarfs einer Böschung spielt auch die Beschaffenheit des Bodens eine große Rolle. Hier gilt zu klären:

  • Lockerer humusreicher oder fester lehmartiger Boden?
  • Kompaktes Erdreich oder von Steinen durchzogen?
  • Ist bereits Vegetation vorhanden?

Hanghöhe

Sofern eine natürliche Hangsicherung nicht in Frage kommt, muss für eine bauliche Hangsicherung gesorgt werden. Dies ist der Fall, wenn der Hang nicht sanft ausläuft, sondern größere Höhenunterschiede aufweist.

Zunächst sollte sich beim örtlichen Bauamt informiert werden, ob es konkrete Vorgaben in Bezug auf Größe und Ausführung der Hangsicherung gibt. Auch sollte geklärt werden, wer für die Kosten aufkommt, sofern es sich um einen Grenzfall zwischen zwei Grundstücken handelt.

Die richtige Hangbefestigung

Die richtige Hangbefestigung
Es ist nun also klar, dass der Hang mit Pflanzringen befestigt und diese Arbeit ohne professionelle Hilfe bewältigt werden kann. In jedem Fall sollte die Befestigung ein stabiles Fundament und ein Entwässerungssystem beinhalten! Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung gelingt die Hangbefestigung mit Pflanzringen:

Schritt 1: Optimale Vorbereitung

Die Statik und ein eventuell zu stellender Bauantrag wurden bereits geprüft. Nun kann es also mit der Planung des Entwässerungssystems begonnen werden. Durch eine Drainage wird herabfließendes Hangwasser (Regen- oder Schmelzwasser) hinter dem Mauerwerk aus Pflanzringen abgefangen und seitlich abgeleitet. Frost, Wasserdruck und Nässestau schädigen die Befestigung, sofern nicht für ein entsprechendes Entwässerungssystem gesorgt wurde.

Schritt 2: Fundament vorbereiten

Damit die Befestigung dauerhaft stabil ist, wird im nächsten Schritt nun ein Graben in einem Abstand von circa 50 Zentimetern zum Hang ausgehoben. Hierbei sollte eine Tiefe von 60 bis 80 Zentimetern erreicht werden. Rutscht Erdreich nach, kann mit Schalbrettern eine Verschalung erstellt werden. Der Untergrund wird anschließend verdichtet und mit einer bis zu 50 Zentimeter hohen Frostschutzschicht aus Kies und Schotter aufgefüllt. Hierbei sollte für das Betonfundament berücksichtigt werden, dass dies eine Stärke von circa 30 Zentimetern aufweist und auf den jeweiligen Seiten mindestens 5 Zentimeter breiter ist als die Pflanzringe. Hinter dem Fundament sollte zudem noch Platz für das Entwässerungssystem eingeplant werden.

Schritt 3: Das Entwässerungssystem

An der Rückseite des Fundaments wird nun das Drainagerohr in der Kiesschicht verlegt. Dies ermöglicht den Ablauf von Schmelz- und Regenwasser hinter dem Fundament hinein in eine Entwässerungseinrichtung. Hierfür eignen sich sowohl eine Sickermulde als auch eine Rigole.

Schritt 4: Fundament gießen

Sobald der Beton für das Fundament angerührt ist, wird dieser in den Graben für die Hangbefestigung gegossen – mithilfe eines Spatens oder einer Holzlatte wird der Beton durch leichtes Stochern anschließend noch verdichtet. Eingeschlossene Luft kann so entweichen und der Beton ist noch dazu viel stabiler.

Schritt 5: Einsetzen der Pflanzringe

Nachdem das Fundament ausgehärtet ist, können die Pflanzringe eingesetzt werden. Hierfür wird die erste Reihe in eine Mörtelschicht gesetzt wobei auf eine lotgerechte und höhengleiche Ausrichtung zu achten ist. Das Aufschütten zwischen Hang und Pflanzringen mit frostsicherem Kies ermöglicht die künftige Entwässerung und sorgt für eine Verdichtung. Wer die Funktion der Kiesschicht dauerhaft erhalten möchte, baut noch ein Filtervlies zwischen Erdreich und Kiesschicht ein. In einem Mischverhältnis von 1:1 werden die Pflanzringe nun mit Sand und Kies oder Erde und Sand oder Kies befüllt.

Schritt 6: Fertigstellung

Reihe um Reihe werden die Pflanzringe nun mit Versatz aufgesetzt, wobei jede fertige Reihe wiederum be- und hinterfüllt wird. Die Hangbefestigung wird auf diese Weise bis auf die geplante Höhe gezogen.

Bepflanzung der Pflanzringe

Nach der Fertigstellung der Hangbefestigung können die Pflanzringe bepflanzt werden. Stauden, Halb- und Zwergsträucher eignen sich hierbei besonders gut, da der Platz der Pflanzringe begrenzt ist. Bei der Auswahl der Bepflanzung sollte in jedem Fall die Ausrichtung des Hanges berücksichtigt werden. Sonnenliebende Pflanzen eigenen sich bei südlicher Ausrichtung, feucht- und schattenverträgliche Pflanzen können bei nördlicher oder schattiger Ausrichtung gepflanzt werden. Nach dem Bepflanzen wird eine Schicht Zierkies oder Lavakies aufgetragen, um die Feuchtigkeit im Pflanzboden zu erhalten und Verschmutzungen am Mauerwerk durch Schlagregen zu vermeiden.

Geeignete Pflanzen:

Hänge- und Kletterpflanzen

Geißblatt, Kletterrosen, Kletterhortensie, Knöterich, Weigelie, Blauregen, Efeu und Waldrebe.

Sukkulenten

Mauerpfeffer, Hauswurz und Feigenkakteen.

Blühende Pflanzen

Schleifenblume, Steinkraut, Teppich-Phlox und Seifenkraut.

Gehölze

Buchsbaum, Bonsai, Liebesperlenstrauch, Berg-Kiefer, Skimmie, Chinesischer Sommerflieder und Schlitz-Ahorn.

Kräuter

Majoran, Salbei, Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum, Petersilie und Schnittlauch.

Polsterpflanzen

Bleiwurz, Kriechspindel, Sternmoos, Moos-Steinbrech.

Expertentipp

Es gibt einige Möglichkeiten, um übrig gebliebene Pflanzringe noch zu verwenden. Mit der richtigen Befestigung lassen sich aus ihnen ganze Sitz- und Ablageflächen gestalten. Wichtig ist es, hier ebenfalls für ein stabiles Fundament zu sorgen und die Pflanzringe stabil zu verbinden. Zudem eignen sich die Ringe als Buddelkisten für Kaninchen, zum Bau eines Weinregales oder als Teichumrandung.

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Bildquellen:

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