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Schädlinge

Haselnussbohrer bekämpfen

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Haselnussbohrer bekämpfen

Hobbygärtner mit einem eigenen Haselnussbaum im Garten kennen dieses Szenario nur zu gut: Die Erntezeit ist endlich angebrochen, der Baum wirft die ersten Nüsse bereits ab. Diese weisen allerdings schon eine merkwürdige Verfärbung auf, weshalb sie einmal genauer betrachtet werden. Einige der Haselnüsse haben ein kreisrundes Loch – der Haselnussbohrer hat sein Unwesen getrieben!

Schädlingsprofil: Haselnussborher

Schädlingsprofil Haselnussborher


Bei dem Haselnussbohrer handelt es sich um einen Rüsselkäfer, welcher seine Eier in den noch unreifen Haselnüssen ablegt. Aus diesen Eiern schlüpfen dann nach etwa einer Woche Larven, welche den gesamten Inhalt der Haselnuss auffressen. Ist die Nuss leer, hinterlassen die inzwischen 15 Millimeter langen Maden nur noch ihre Exkremente. Das circa 2 Millimeter große und kreisrunde Loch in der Schale entsteht, da die Schädlinge mit ihrem scharfen Mundwerkzeug die Haselnuss nun verlassen.

Der Haselnussbohrer (lat. Curculio nucum) wird 7 bis 8 Millimeter lang. Dass es sich um einen Rüsselkäfer handelt, ist leicht an dem dunkelbraunen und nach unten gebogenen Rüssel zu erkennen. Diese Käferart ist gelbbraun gemustert, wobei die Weibchen einen längeren Körper aufweisen als die Männchen.

Ist der Haselnussbohrer ausgewachsen, frisst er auch Äpfel, Birnen und Pfirsiche. Sobald ein Befall der Haselnüsse also erkennbar ist, muss schnell gehandelt werden! Im Juni legt das Weibchen dann seine Eier in den noch unreifen Haselnüssen ab. Hierzu durchbohrt sie die weiche Schale und legt je ein Ei in den Nüssen ab. Das Weibchen ernährt sich während dieses Prozesses von den Blättern des Haselnussbaumes.

Fallen die Haselnüsse dann herunter, so graben sich die Larven bis zu 10 Zentimeter tief in die Erde. Als Puppen überwintern sie bis zum Frühjahr und anschließend schlüpfen die erwachsenen Haselnussbohrer.

So wird der Haselnussbohrer bekämpft

So wird der Haselnussbohrer bekämpft
Um den Befall deutlich reduzieren zu können, lohnen sich hier einige vorbeugende Maßnahmen:

    • Hobbygärtner sollten bei der Anschaffung darauf achten, dass es sich um eine früh reifende Sorte handelt. Die „Lange Zellernuss“ ist bereits im Juni so weit verholzt, dass ein Durchstechen der Schale nur noch mit viel Mühe gelingt. Regelmäßiges Schütteln des Haselnussbaumes hilft zudem, einige der ausgewachsenen Käfer wieder vom Baum zu holen.
    • Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist die Abdeckung des Bodens mit Kunststoffvlies ab Ende August. Hier sollten dann täglich alle herabfallenden Nüsse eingesammelt und auf Löcher kontrolliert werden. Angebohrte Nüsse sind im Hausmüll zu entsorgen, damit sich die Maden nicht weiter ausbreiten können.
    • Ab Mitte September empfiehlt sich außerdem das Gießen mit SC-Nematoden. Die Anzahl der im Erdreich überwinternden Larven wird so vermindert.

Hobbygärtner welche zusätzlich noch Hühner halten, können das Freilaufgehege von Mitte März bis Ende Mai um die Haselnussbäume herum einrichten. Sobald die Larven schlüpfen, dienen diese dann als Hühnerfutter.

Sträucher aus eigenen Haselnüssen ziehen

Sträucher aus eigenen Haselnüssen ziehen
Wer die Schädlingsbekämpfung des Haselnussbohrers im Griff hat, kann sich auch Gedanken um die Vermehrung seiner Sträucher machen. Die Vermehrung durch die eigenen Haselnüsse ist hier die naturverbundenste Methode. Hierbei werden die herabgefallenen Nüsse aufgesammelt und im Herbst am gewünschten Standort in die Erde gesteckt. Wer lieber die volle Kontrolle behalten möchte, zieht die Haselnusssträucher mit Anzuchterde in einem Topf. Der Auftrieb wird sich Zeit lassen, die Erde muss so lange jedoch dringend feucht gehalten werden. Triebe mit kräftigen Wurzeln können dann in den Garten gepflanzt werden und sind vor Schnecken zu beschützen.

Haselnusssträucher richtig schneiden

Der richtige Schnitt ist auch bei Haselnussbäumen wichtig. Die wichtigsten Informationen in Kürze:

  • Da sich die Haselnuss von der Basis aus verjüngt, wird ein Erhaltungsschnitt durchgeführt
  • Ein Drittel der abgestorbenen und alten Triebe werden an der Basis entfernt. Dies bietet den jungen Trieben Platz
  • Diese Entfernung wird alle 2 bis 3 Jahre durchgeführt, damit der Haselnussbaum vital bleibt.
  • Auch Anfänger können sich den Schnitt zutrauen. Er ist unkompliziert und das Gehölz ist nicht nachtragend.
  • Ältere Triebe in der Nähe des Bodens sind abzuschneiden. Äste und Zweige sind ansonsten nur zur Formgebung zu kürzen.
  • Am Stamm treibende Zweige sind zu entfernen.
  • Geschnitten werden sollte vom späten Winter bis zum zeitigen Frühjahr.

Expertentipp

Unreife Haselnüsse schmecken bitter und haben relativ wenig Nährstoffe. Aufgrund des hohen Feuchtigkeitsgehalts können diese auch nicht gut gelagert werden. Doch woran erkennt man ob die Haselnüsse reif sind?

Anfang August sind die Haselnüsse bereits essbar, jedoch noch nicht vollreif. Im Gegensatz zu Ende September ist der Kern noch weich, hell und mild im Geschmack. Im Spätherbst können die Nüsse dann geerntet werden, wobei die Reifezeit abhängig von dem Standort und dem Klima sowie der Sorte ist.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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