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Pflanzenvermehrung

Kamelie vermehren – durch Samen oder Stecklinge?

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Kamelie vermehren - durch Samen oder Stecklinge

Die aus Ostasien stammenden Kamelien werden bereits seit ca. 4000 Jahren als Zierpflanzen kultiviert. Die wundervollen Blüten ähneln in ihrer Erscheinung Rosen. Ihre Farbvarianten beinhalten rot, weiß, rosa, lachsfarben und violett. Auch zweifarbig blühende Sträucher sind im Handel erhältlich. Wer die Blütenfülle im heimischen Garten vergrößern möchte, muss nicht unbedingt eine neue Kamelie erwerben. Stattdessen lassen sich die Pflanzen im Garten durch Stecklinge und teilweise sogar durch Samen vermehren.

Was ist geeignet – Samen oder Stecklinge?

Die meisten Kamelien lassen sich am besten durch Stecklinge vermehren. Samen haben demgegenüber entscheidende Nachteile, auch wenn eine Vermehrung durch sie grundsätzlich möglich ist. Denn Samen bringen eine völlig neue Pflanze hervor, die nach den Regeln der Vererbung keine oder nur geringe Ähnlichkeit mit der Mutterpflanze haben kann. Aus Stecklingen wachsen Abkömmlinge, die von Wuchs und Blütenfarbe identisch zur ursprünglichen Kamelie sind. Zudem verlieren die Samen der Kamelie sehr schnell ihre Fähigkeit zu keimen oder sind von vornherein nicht keimfähig. Ein Ausbleiben der Samenbildung nach der Blüte ist ebenfalls keine Seltenheit.

Was bedeutet die Vermehrung durch Stecklinge?

Was bedeutet die Vermehrung durch Stecklinge


Ein Steckling ist nichts anderes als ein abgeschnittener Trieb einer gesunden Mutterpflanze. Anders als bei natürlichen Abkömmlingen wird durch den Menschen die gezielte Vermehrung einer bestimmten Pflanze angestrebt. Das Vorgehen unterscheidet sich dabei zwischen den verschiedenen Pflanzenarten. Nach dem Schnitt kommt allerdings für alle Stecklinge die gleiche kritische Phase, in der neue Wurzeln gebildet werden müssen. Erst wenn die Wurzelbildung erfolgreich war, ist aus dem abgeschnittenen Trieb eine neue Pflanze entstanden.

So werden Stecklinge von Kamelien gewonnen!

So werden Stecklinge von Kamelien gewonnen!
Kamelien sind immergrüne Teeblattgewächse. Für die Vermehrung mittels Stecklingen sollten frische, junge Triebe ausgewählt werden. Sind die Triebe bereits aus dem Vorjahr und beginnen zu verholzen, ist eine Wurzelbildung schwieriger für den Steckling. Die Erfolgsaussichten sind dementsprechend schlechter. Die Triebe des aktuellen Jahres sollten idealerweise im Spätsommer geschnitten werden. Wichtig ist, die Stecklinge noch vor der Blüte ab September gewonnen zu haben.

Für den Schnitt des Stecklings sollte ein scharfes Gartenmesser oder eine Schere verwendet werden. Zudem empfiehlt es sich, das Schneidwerkzeug zu desinfizieren, um es von Keimen wie Pilzsporen zu reinigen. Auf diese Weise wird sowohl der Stecklinge als auch die Mutterpflanze geschützt.

Der Steckling sollte ca. 15 cm lang sein. Ehe er in geeignete Erde eingepflanzt wird, können alle bis auf 3 Blätter entfernt werden.

Den Steckling richtig einpflanzen und pflegen

Den Steckling richtig einpflanzen und pflegen
Kamelienstecklinge benötigen als Substrat für die Anzucht eine Mischung aus Torf und Sand. In diesen Boden wird der Steckling zu zwei Dritteln seiner Länge eingepflanzt. Entscheidend ist für die Wurzelbildung, das Substrat vor dem Austrocknen zu schützen. Eine regelmäßige Wassergabe ohne Staunässe ist gefragt. Zudem muss die Luftfeuchtigkeit hoch gehalten werden. Hierfür empfiehlt sich ein kleines Gewächshaus. Alternativ kann eine Kunststofffolie über das Anzuchtgefäß gespannt werden.

Kamelien benötigen für die Wurzelbildung außerdem ausreichend Wärme. Um den Erfolg der Vermehrung durch Stecklinge zu sichern, sollte gegebenenfalls eine geeignete Heizmatte unter dem Pflanzgefäß eine Bodentemperatur von 23 – 25°C sicherstellen.

Vermehrung durch Samen

Vermehrung durch Samen
Das Einpflanzen von Samen sollte so rasch wie möglich nach deren Sammeln erfolgen. Auch hier empfiehlt sich ein Substrat aus Torf und Sand. Boden- und Luftfeuchtigkeit sowie die oben genannte Temperatur des Bodens sind ebenfalls unerlässlich. Ein Keimen ist allerdings nicht garantiert und kann bis zu drei Monate dauern.

Expertentipp

Da die Kamelie zu den anspruchsvolleren Pflanzen gehört, empfiehlt sich bei der Vermehrung durch Stecklinge der Einsatz von Bewurzelungspulver. Es besteht aus hormonaktiven Substanzen, welche die Wurzelbildung fördern. Bewurzelungspulver ist im Fachhandel erhältlich und muss vor dem Einpflanzen lediglich auf das untere Ende des Stecklings aufgetragen werden.

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Bildquellen:

© pixabay.com/natmel

Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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