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Tiere und Insekten

Katzen gegen Marder – sind sie ein effektives Hausmittel oder eine tödliche Gefahr?

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Katzen gegen Marder - sind sie ein effektives Hausmittel oder eine tödliche Gefahr

Steinmarder (Martes foina) gehören zur Gattung der Echten Marder (Martes). Sie leben in Wäldern oder dringen in die Randbereiche von Siedlungen vor. Dort richten sie schwere Schäden an Autos an, beschädigen Mülltonnen und halten Bewohner durch nächtlichen Lärm wach. Ein bewährtes Hausmittel für die Vergrämung sind Haare von Hauskatzen (Felis catus), was die Frage aufwirft, ob Katzen ebenfalls ein wirksames Mittel sind.

Natürliche Feinde

Katzen und Marder sind natürliche Feinde. Katzen machen Jagd auf junge Marder und erlegen gelegentlich alte oder kranke Tiere. Doch auch Marder fressen Kätzchen. Das Beutespektrum der beiden Arten überschneidet sich, was sie zu Nahrungskonkurrenten macht. Zudem haben sie Reviere, die sie gegen Eindringlinge verteidigen. Treffen Marder und Katzen aufeinander, kommt es zu Konflikten, denen beide eher aus dem Weg gehen. Die meisten Begegnungen enden deshalb friedlich.

Kampfstärke

Kampfstärke


Kommt es zu einem Kampf, haben Katzen einige Vorteile. Mit Schulterhöhen von 30 bis 35 Zentimetern und einem durchschnittlichen Gewicht von 4 kg sind sie deutlich größer und schwerer als 1,1 bis 2,3 kg schwere Marder. Ihre langen, spitzen Reißzähne dringen tief ins Fleisch ein und hinterlassen Wunden, die Infektionen hervorrufen. Zudem verfügen sie über scharfe Krallen, die eingezogen werden können und nicht wie bei Mardern abstumpfen.

Marder sind jedoch sehr schnell und wendig. Sie gelten als deutlich aggressiver als Katzen. Sie sind gut trainiert und kampferprobt, während Hauskatzen oft übergewichtig sind, da sie sich und ihr Revier nur selten verteidigen müssen. Die Siegeschancen in einem Kampf zwischen zwei gesunden, ausgewachsenen Tieren sind daher ausgewogen.

Todesrisiko

Todesrisiko
Meist endet der Kampf mit der Flucht des unterlegenen Tieres. Ein tödlicher Ausgang oder schwere Verletzungen sind sowohl für Katzen als auch für Marder möglich. Das gilt insbesondere, wenn Muttertiere ihre Jungen verteidigen. Für junge Katzen gilt ein erhöhtes Risiko, da sie unerfahren sind und ihr vollständiges Gewicht noch nicht erreicht haben.

Vorbeugende Wirkung

Vorbeugende Wirkung
Die Anwesenheit einer Katze hat eine vorbeugende Wirkung gegen die Ansiedlung von Mardern. Erhält das Haustier Freilauf im Garten, markiert es sein Revier mit Hilfe von Ausscheidungen und der Duftdrüsen in den Wangen. Marder, die auf Reviersuche sind, riechen diese Markierungen, erkennen sie als Gefahr und siedeln sich anderswo an.

Katzen gegen vorhandene Marder

In einem bestehenden Marderrevier ist von der Anschaffung einer Katze abzuraten, da die Katze in diesem Fall der Eindringling ist und Marder weniger bereit sind, friedlich weiterzuziehen. Neben dem Todes- und Verletzungsrisiko für die Katze ist zu bedenken, dass sie noch nicht an das neue Zuhause gebunden ist. Es kann vorkommen, dass sie sich zur Abwanderung entscheidet, einige Häuser weiter einzieht oder zum Streuner wird.

Möchte man eine freilaufende Katze halten, sollte man kein Kätzchen vom Züchter wählen. Ein erfahrener, ehemaliger Streuner aus dem Tierheim hat bessere Chancen, sich erfolgreich gegen einen Marder zu behaupten. Eine Alternative ist, die Katze im Haus zu halten, was jedoch keine Wirkung auf ansässige Marder hat.

Nebenwirkungen

Katzen sind Raubtiere, die nicht nur Mäuse jagen. Die geschicktesten Jäger können Hasen und ausgewachsene Vögel erlegen. Flügge werdende Jungvögel sind eine leichte Beute, weshalb Katzen eine Gefahr für den Vogelbestand in Gärten darstellen. Eine Unterdrückung des Jagdinstinktes durch Fütterung ist nicht möglich. Zudem beschädigen Katzen geliebte Pflanzen oder nutzen Blumenbeete als Katzenklo.

Expertentipp

Grundsätzlich sind Katzen kein Hausmittel, wie Brennnesselsud, Backpulver oder Essig. Sie sind Lebewesen, die Nahrung, Wasser, Schlafplätze, Kratzbäume und medizinische Versorgung benötigen. Mit der Anschaffung einer Katze übernehmen Sie Verantwortung für ihre Versorgung. Überlegen Sie sich gut, ob Sie eine Katze als Haustier halten oder Marder abschrecken möchten. Es gibt viele Mittel, die letzteres mit weniger Aufwand und günstiger bewerkstelligen.

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