Besonders in den warmen bis heißen Sommermonaten kann es passieren, dass Eichen einer Pilzkrankheit erliegen, nämlich dem sogenannten Mehltau. Was für uns zuerst dramatisch klingt, ist für die Bäume, solange sie keinem langjährigen Befall ausgesetzt sind, keineswegs gefährlich. Doch da die Ausbreitung schnell voranschreitet und der Baum durch den Entzug von wichtigen Nährstoffen geschwächt wird, gibt es Möglichkeiten, den Eichen zu helfen.
Mehltau ist nicht gleich Mehltau
Sind die Blätter mit einem weißen bis hellgrauen Belag überzogen, ist die Diagnose meist eindeutig: Es handelt sich um Mehltau. Doch bevor man reagiert, sollte man als Erstes herausfinden, um welche Art des Mehltaus es sich hierbei handelt. Da man zwischen einem echten und einem falschen Mehltau unterscheidet und beide Pilzkrankheiten aus unterschiedlichen Bedingungen heraus entstehen, werden sie auch auf verschiedene Weisen erfolgreich bekämpft.
Echter Mehltau
Im Gegensatz zu dem falschen Mehltau, ist der echte Mehltau für seine wirtsspezifische Eigenheit bekannt, was bedeutet, dass man den Eichenmehltau auf keiner anderen Pflanze vorfinden wird. Besonders warme bis heiße Tage begünstigen die Entwicklung des echten Mehltaus, welcher, anders als der falsche Mehltau, ausschließlich auf den Oberseiten der Eichenblätter zu finden sein wird. Die Besonderheit des echten Mehltaus ist die, dass er sich durch den oberflächlichen Befall immer wieder abwischen lässt. Es kann passieren, dass es bei starkem Befall zu einer Blattdeformation kommt und die Eichenblätter sich kräuseln, bis sie sich schließlich verfärben, vertrocknen und letztendlich abfallen.
Bekämpfung

Am einfachsten ist die Bekämpfung des Mehltaus an Jungpflanzen, da man an diese noch besonders gut herankommt. Eine schadenfreie und umweltfreundliche Variante ist der Einsatz von Marienkäfern. So kann man bereits Larven dort ansiedeln, wo sie benötigt werden und die daraus schlüpfenden Marienkäfer ernähren sich dann von dem Eichenmehltau. Eine mit mehr Einsatz verbundene Alternative besteht darin, die betroffenen Stellen mehrere Male die Woche mit einem Gemisch aus Milch und Wasser zu besprühen. Sollte kein Erfolg zu verzeichnen sein, werden die mit Mehltau überzogenen Blätter und Triebe abgeschnitten und somit von der Eiche entfernt. Auch wenn dem echten Mehltau kein feuchtes Milieu bekommt und er die Trockenheit bevorzugt, wird von einer Kompostierung abgeraten.
Vorbeugung
Wenn bei einer Eiche mit Mehltau befallene Pflanzenteile vom Baum getrennt worden sind, sollten diese über den Restmüll entsorgt oder bestenfalls verbrannt werden, um eine Wiederansteckung zu vermeiden. Zudem sollte das gefallene Laub aufgrund der Samensporen des Mehltaus entfernt werden. Des Weiteren wird zu einem sich in der Nähe befindlichen Kräuterbeet geraten. Hier liegt der Fokus speziell auf Kräuter wie Schnittlauch oder Basilikum. Die Eiche sollte nur morgens oder abends gewässert werden, genug Sonne und Luft abbekommen, um bestenfalls selbst gegen den Befall kämpfen zu können und somit genug Abstand zu anderen Bäumen gleicher Art haben. Dadurch kann auch ein übergreifender Pilzbefall vermieden werden.
Expertentipp
Verwenden Sie für das Milchgemisch bestenfalls Rohmilch oder Buttermilch in einem Verhältnis von 1 zu 9 und wiederholen Sie den Vorgang mehrere Male die Woche. Die Verwendung von Fungiziden, sprich Pilzabtötern, verfehlt ebenfalls nicht ihre Wirkung, sollten aber erst als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden. Fungizide gibt es auch mit einem biologischen Wirkstoff.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare