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Beetpflanzen

Oleander vermehren über Stecklinge

Lars Reibemann

Veröffentlicht

auf

Die wunderschön blühenden Oleander sind selbst für Anfänger leicht zu vermehren. Mit ein paar Tricks und den passenden Tipps lassen sich Nachkommen ganz einfach aus Stecklingen ziehen.

Wissenswertes über den Oleander

Der Oleander (Nerium oleander) stammt ursprünglich aus Marokko und Andalusien. Seit Jahrhunderten ist er im ganzen Mittelmeergebiet verbreitet und zunehmend auch bei uns.

Obwohl die Pflanzen mäßig Winterhart sind, können sie in unseren Breiten nicht ganzjährig im Außenbereich kultiviert werden. Der Strauch, der auch Rosenlorbeer genannt wird, zählt zu den Hundsgiftgewächsen und ist wie der Name bereits vermuten lässt, giftig.

Wer Kinder oder Tiere im Haushalt hat, sollte deswegen auf Oleander verzichten. Alle anderen freuen sich über die üppige Blütenpracht dieser herrlichen mediterranen Pflanzen. Blütezeit ist je nach Region von Juni/Juli bis August/September.

Oleander Nachzucht aus Stecklingen

Oleander lässt sich ganz einfach aus Stecklingen vermehren. Die beste Zeit dafür ist von Mai bis September.

Im Spätsommer geschnitten, sollten Ableger noch ausreichend Zeit haben, vor dem Einsetzen der Kälte ausreichend Wurzeln zu bilden. Da das beim Oleander schnell geht, ist die Nachzucht bis Anfang September gut möglich. An einem sonnigen Standort entwickeln die Triebe im Wasserglas binnen weniger Tage Wurzeln.

Pro neuer buschiger Pflanze werden je nach gewünschter Größe drei bis sechs Stecklinge eingeplant wer. Für ein Oleander-Stämmchen reicht ein Trieb.

Oleander Ableger richtig schneiden

Ableger können theoretisch aus dem Material des Frühjahrschnitts entnommen werden.
Profis raten dazu, genau das nicht zu tun. Im Sommer geschnittene Triebe sind stärker und bilden schneller reiches Wurzelwerk aus.

Mit einem scharfen Messer wird die gewünschte Anzahl Triebe glatt abgeschnitten. Am besten eignen sich dazu weiche Kopftriebe.
Ableger aus holzigen Arealen entwickeln sich insgesamt langsamer.
Geeignet sind Seitentriebe, die keine Blüten ausgebildet haben und eine Gabelung aufweisen. Geschnitten wird waagrecht, direkt über einem Blattansatz. Die optimale Länge der Stecklinge beträgt 20 cm. Die untersten Blätter werden entfernt, sodass nachher nur der Stängel im Wasser steht.

Achtung: Aus den Schnittkanten kann der giftige Saft des Oleanders austreten. Es ist ratsam bei der Arbeit mit dieser Pflanze immer Handschuhe zutragen.

Die Wurzel-Anzucht und das erste Pflanzen

Wer möchte, kann die Triebe sofort in kleine Töpfchen mit Anzuchterde stecken. Die Gefahr, dass Erde und Triebe faulen ist bei dieser Variante allerdings höher.

Am besten stehen die Stecklinge in einem durchsichtigen Wasserglas auf einer Fensterbank. Sie können auch an einem geschützten Standort auf dem Balkon oder der Terrasse platziert werden.

Das Wasser wird alle zwei bis drei Tagen gewechselt. Junger Oleander verträgt selbst kalkhaltiges Leitungswasser bestens.

Die ersten Wurzeln zeigen sich nach etwa einer Woche. Umgepflanzt werden die Ableger erst dann, wenn sich ein buschiger kleiner Wurzelballen entwickelt hat.

Die Triebe können bis zum nächsten Frühjahr getrennt in einzelnen Töpfchen mit Anzuchterde heranwachsen. Oder sie werden gleich in Gruppen in größere Töpfe gesetzt.

Wer seine Stecklinge später zu Büschen ziehen möchte, sollte ihnen spätestens jetzt die Spitze abknipsen.

Oleander Ableger brauchen einen warmen, geschützt und hellen Standort. Da die Wurzeln noch sehr empfindlich sind müssen die Stecklinge die ersten Wochen immer gut feucht gehalten werden. Die Töpfe dürfen nicht austrocknen.

Der junge Oleander im Winterquartier

Große Oleanderpflanzen gelten als Winterhart bis ca. -5 °C. Die jungen Pflanzen sind viel sensibler und sollten im ersten Herbst und Winter überhaupt keiner Kälte ausgesetzt werden. Am besten ziehen sie ab den ersten kühlen Spätsommernächten in einen warmen Innenraum um.

Stecklinge dürfen den ganzen Winter über in einem hellen Raum mit 15 bis 18 °C verbringen. Erst nach der ersten Saison im Freien überwintern sie mit anderen Oleandern im kühlen Wintergarten oder einer Garage.

Die ersten Jahre der jungen Oleanderpflanze

Spätestens im ersten Frühjahr nach der Anzucht, werden die Pflanzen in größere Gefäße umgesetzt.

Die jungen Pflanzen sollten weiter vor Zugluft geschützt an einem sonnig-hellen Standort wachsen.

Ab dem ersten Jahr werden sie während der Wachstumsperiode monatlich sachte gedüngt.

Für optimales Wachstum werden Jungpflanze jährlich umgetopft. Der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr, gleich wenn die Pflanze aus dem Winterquartier kommt. Der neue Topf sollte mindestens fünf Zentimeter größer sein, als der alte.

Oleander wurzelt mehr flach, denn tief. In breiten Gefäßen entwickeln sie sich besser als in schmalen und hohen.

Spätestens ab dem zweiten Jahr werden junge Oleanderpflanzen regelmäßig in Form geschnitten werden. Dazu werden alle Triebe entfernt, die nicht dem gewünschten Wuchsbild entsprechen oder überlang geworden sind.

Oleander als Busch ziehen

Je nach Größe werden drei bis sechs Stecklinge mittig in eine Gruppe gepflanzt. Der Abstand zwischen den Trieben beträgt etwa fünf Zentimeter. Später ergibt sich durch diese Art der Pflanzung der Eindruck, die buschige Pflanze sei aus einem Wurzelwerk gewachsen.

Oleander als Hochstamm ziehen

Junger Oleander kann zu einem optisch attraktiven Hochstamm gezogen werden. Dazu bleibt die Spitze der Triebe erhalten. Streng senkrecht eingetopft, wird der Ableger als strammes Stämmchen in die Höhe wachsen. Mit einer Wuchshilfe ausgestattet bleibt der Stamm senkrecht und kippt nicht um.

Triebe, die unterhalb der Krone entstehen, müssen immer wieder entfernt werden. Die Wuchskraft geht so automatisch in die Krone. Irgendwann wird sich die Spitze teilen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, die Triebe durch Schüre oder Drähte in Form zu bringen. Sie werden vom Stamm abgespreizt und nach den Wünschen des Gärtners zu einer hübschen Hochstamm-Krone geformt.

Expertentipp

Die beste Zeitpunkt für den Oleander-Rückschnitt ist das Frühjahr. Wird die Pflanze im Spätsommer oder Herbst geschnitten, treibt sie vor dem Winter nochmals aus. Die frischen Triebe sind anfälliger für Kälte und können die Pflanze während der Ruheperiode schwächen.

Häufig gestellte Fragen

Wann blüht junger Oleander zum ersten Mal?

Das ist unterschiedlich. Manche Pflanzen wachsen bereits im ersten Jahr üppig heran und blühen ab der zweiten Saison. Andere brauchen etwas länger.

Welches Substrat eignet sich am besten für Oleander?

Stecklinge werden in ungedüngter Anzuchterde (auch vermischt mit etwas Sand) gezogen. Später eignet sich normale Erde für Kübelpflanzen ohne Torf. Experten raten zu mineralischen und kalkhaltigen Substraten mit einem Anteil Lehm oder Tongranulat.

Was tun, wenn der junge Oleander einfach nicht blühen will?

Sieht die Pflanze sonst gesund aus, braucht sie wahrscheinlich noch etwas Wachstum. Am besten bekommt sie nochmals einen etwa 5 cm größeren Topf und wird regelmäßig gedüngt.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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