Connect with us

Beetpflanzen

Gelbe Blätter bei Rosen – was tun?

Lars Reibemann

Veröffentlicht

auf

Rosen gehören mit ihrer anmutigen Schönheit zu den edelsten und ansehnlichsten Pflanzen im Garten. Dementsprechend hoch sind ihre Ansprüche als Königin im Gartenbeet. Auf Pflegefehler reagieren sie mit absterbenden Trieben und gelblichen Blättern. Auch Krankheiten sowie Schädlinge setzen Rosen stark zu und können unbehandelt mitunter zum Absterben der Gewächse führen. Doch welche Ursachen können gelbe Blätter haben, wie lassen sich Schädlinge effektiv bekämpfen und welche Pflegeansprüche stellen Rosen?

Schlechter Standort

Ein optimaler Standort für Rosen ist weder zu trocken noch zu warm oder zu heiß. Die Pflanzen bevorzugen einen luftigen Standort mit lockerem, gut durchlüftetem Boden. Je günstiger die Eigenschaften des Standorts, desto geringer der Pflegeaufwand. Am wichtigsten ist ein sonniger und warmer Platz mit etwa fünf Sonnenstunden pro Tag.

Für Rosenkulturen eignen sich daher Südlagen besonders gut. Aber auch schattige Plätzchen in Nordlage sind für einige Spezialisten, darunter Strauchrosen wie die Walsrode oder verschiedene Kletterrosen, geeignet. Für eine gesicherte Aufnahme von Nährstoffen sorgt ein lehmiger, gut durchlässiger Boden mit einem leicht sauren pH-Wert zwischen 6 und 6,5. Unzufriedene Rosen äußern sich durch gelbe Blättern und absterbende Blüten. Falsche Standortbedingungen lassen sich schon durch einige Maßnahmen korrigieren:

  • Ausdüngen eines zu dichten Bewuchs
  • Auflockerung des Bodens
  • Drainage mit Sand

Lassen sich die Bedingungen am Standort nicht ändern oder fühlt sich die Pflanze weiterhin unwohl, lassen sich Rosen problemlos ausgraben und an einen optimalen Standort umpflanzen. Häufig lohnt sich direkt ein Rückschnitt des Wurzelwerks.

Falscher Schnitt

Für vitale und gesunde Rosen ist ein richtiger Schnitt unverzichtbar. Egal ob Kletterrosen, Strauchrosen oder Beetrosen: Ein fachgerechter Schnitt sollte alljährlich im Frühjahr ab Mitte März erfolgen. Mit den Jahren verblassen selbst die schönsten Rosen – eine Vergreisung setzt ein. Der nachlassenden Vitalität und Blühwilligkeit lässt sich durch einen Frühjahrsschnitt entgegenwirken. Durch die Verjüngungskur werden Rosen zum kräftigen Austrieb angeregt. Ein starker Rückschnitt sorgt für ein kräftiges Austreiben und beugt diversen Krankheiten vor.

Eine ausgedünnte Krone bekommt mehr Licht und trocknet nach Regenfällen zügiger ab, was die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten wie Mehltau herabsetzt. Welcher Schnitt sich empfiehlt, hängt von der Art der Rosen ab. Grundsätzlich sind Rosen generell robust und sehr schnittverträglich. Wichtig ist ein gleichmäßiger Schnitt aller Triebe, um ein ungleichmäßiges Wachstum und Absterben der Triebe zu vermeiden.

Schädlinge – Erkennung und Bekämpfung

Vor Krankheiten und Schädlingen sind auch Rosen leider nicht gefeit. Ein Befall kann sich auf mannigfaltige Arten äußern, in der Regel zeigen sich Schäden jedoch durch gelbe Blätter und ein verkümmertes Wachstum neuer Triebe. Besonders häufig sind Rosen befallen von:

  • Spinnmilben
  • Wollläusen
  • Blattläusen

Die winzigen Parasiten sind mit dem Auge kaum zu erkennen und bevorzugen ein warmes, trockenes Klima. Unbehandelt vermehren sich Bevölkerungen schlagartig und richten große Schäden an Rosen an. In der Regel ist das Auftreten von Schädlingen einer falschen Pflege zuzuschreiben. Um einen kleineren Befall einzudämmen, empfiehlt sich das regelmäßige Einsprühen der Rosen mit einem Wasser-Neemöl-Gemisch. Stärker befallene Triebe gehören entfernt und entsorgt. Bringen Hausmittel keine Linderung, kann sich der Griff zum handelsüblichen Bio-Insektizid lohnen.

Im Falle von Gewächshaus-Kulturen können sich Nützlinge als unterstützend beim Kampf gegen diverse Schädlinge erweisen. Raubmilben, Larven der Marienkäfer oder Schlupfwespen ernähren sich von den unerwünschten Schädlingen und ersticken Populationen bereits im Keim.

Nährstoffmangel – Hauptnährstoffe und Spurenelemente

Als Starkzehrer besitzen Rosen einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen. Fehlen Nährstoffe oder sind sie nicht in ausreichender Menge vorliegend, gehen Mangelerscheinungen für gewöhnlich mit einer Gelbfärbung der Blätter einher. Während der Vegetationsperiode im Frühjahr bis Sommer besteht ein Mehrbedarf an:

  • Stickstoff: Ohne ihn stagniert das Wachstum. Fehlender Stickstoff sorgt für eine blasse Blattfarbe.
  • Phosphat: Ein Mangel an Phosphat sorgt für absterbende Blätter.
  • Kalium: Fehlt Kalium, zeigt sich das durch braun-gelbliche Flecken auf den Blättern.
  • Kalzium: Ein nützlicher Stoff zur pH-Wert-Regulierung. Fehlendes Kalzium führt zur Chlorose.
  • Magnesium: Es sorgt für ein gesundes, sattes Grün der Blätter.
  • Schwefel: Schwefel reguliert den Energiehaushalt der Blätter.

Auch Spurenelemente wie Eisen, Kupfer, Mangan, Chlor und Bor sind für das gesunde Wachstum unerlässlich. Im Gartenboden befinden sich diese Stoffe in der Regel in ausreichender Menge. Lässt sich ein Mangel an Eisen im Boden ausschließen, rückt der pH-Wert in den Mittelpunkt der Fehlersuche. Im Zuge eines Kalk-Überschusses, beispielsweise durch zu hartes Gießwasser, steigt der pH-Wert zu stark an. Die Wurzeln der Rosen sind nicht mehr in der Lage, das Eisen aus dem Boden zu lösen und zu verwerten. Zur kurzfristigen Abhilfe einer durch Eisenmangel bedingten Chlorose eignet sich Eisenchelat-Dünger oder Brennesel-Jauche als ökologische Alternative.

Krankheiten – Ursachen, Symptome und Behandlung

1. Sternrußtau

Feuchte und schattige Standorte mit schlechter Belüftung begünstigen die Entstehung von Pilzerkrankungen. Die Verbreitung der Sporen erfolgt per Luft, in der Regel durch befallenes Laub. In Folge einer Sternrußtau-Erkrankung entwickeln sich braun-schwarze, strahlenförmige Flecken. Im Anschluss an die Verfärbung sterben betroffene Blätter ab. Zur Vorbeugung sollten Rosen jährlich zum Rückschnitt im Frühjahr mit passenden Spritzmitteln behandelt werden. Bewährt haben sich die Wirkstoffe Myclobutanil, Azoxystrobin oder Tebuconazol. Einmal befallene Pflanzenteile sind unrettbar verloren und sollten großzügig entfernt werden.

2. Echter Mehltau

Auch der Echte Mehltau entsteht vorwiegend im Zuge eines nicht optimalen Standortes. Überdachte Plätzchen mit schlechter Durchlüftung fördern die Entstehung der Pilzerkrankung, die sich durch einen schimmelartigen, weißen Belag auf den Blättern äußert. Neben Blättern befällt er auch junge Triebe, Blüten und Knospen. Befallene Pflanzenteile zeigen ein deformiertes Wachstum auf und trocknen schrittweise ein. Der Echte Mehltau ist für Rosen zwar nicht letal, birgt jedoch ein erhöhtes Risiko für die Entstehung weiterer Infektion. Zur Bekämpfung reicht ein frühzeitiges Entfernen betroffener Pflanzenteile oder vorbeugendes Spritzen mit Fungiziden.

3. Falscher Mehltau

Der Falsche Mehltau bevorzugt ein feucht-kaltes Klima und tritt überwiegend im Frühjahr auf. Erkennbar ist eine Pilzinfektion durch violette, runde Flecken auf befallenen Blättern. Befallenes Pflanzenmaterial verfärbt sich letztlich gelblich und stirbt ab. Befallene Triebe weisen auch im Folgejahr ein stark gehemmtes Wachstum auf. Unbehandelt kann der Falsche Mehltau zum Absterben der ganzen Pflanze führen. Neben der Entfernung von betroffenem Pflanzenmaterial eignet sich der Einsatz spezieller Spritzmittel mit dem Wirkstoff Fosetyl.

4. Rosenrost

Wie alle Pilzerkrankungen bevorzugen auch Rostpilze kühle Standorte mit hoher Luftfeuchtigkeit. Erkennbar ist Rosenrost an den charakteristisch gelb-roten Flecken auf der Blattoberseite und mit Sporen gefüllten Pusteln an der Blattunterseite. Im fortgeschrittenen Stadium tritt eine Gelbfärbung der Blätter in Kombination mit schwarzen Flecken auf. Zur Bekämpfung eignen sich vorbeugende Maßnahmen wie die Behandlung im Frühjahr mit geeigneten Spritzmitteln.

Expertentipp

Rosen benötigen zwar ausreichend Feuchtigkeit, doch spült übermäßiges Wässern Nährstoffe aus dem Boden, welche die Rose als Starkzehrer dringend benötigt. Staunässe schädigt den Wurzelballen und führt zur Wurzelfäule. Um eine falsche Düngung als Ursache für die Gelbfärbung der Blätter ausschließen zu können, sollte drei Mal im Jahr eine ausgiebige Düngung während der Vegetationsperiode erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Wie entsorge ich kranke Pflanzenteile?

Die Entfernung befallener Pflanzenteile ist zwar nicht immer notwendig, kann eine Ausbreitung der Krankheit jedoch eindämmen. Betroffenes Pflanzenmaterial gehört keinesfalls auf den Kompost, da die Gefahr einer erneuten Ausbreitung im Garten droht. Sicherer ist die Entfernung über den Hausmüll oder einen Wertstoffhof für Bioabfälle.

Deuten gelbe Blätter immer auf eine Krankheit hin?

Nicht immer müssen gelbliche oder blasse Blätter auf einen Pflegefehler oder eine Krankheit hindeuten. Eine Gelbfärbung kann in vielen Ursachen begründet liegen. Neben einfachen Ursachen wie einer unzureichende Bewässerung oder Düngung kommen ein falscher Standort und zu wenig Sonnenlicht als Auslöser in Frage. Im Zuge eines falschen Schnitts können vereinzelte Triebe allmählich absterben und eine Gelbfärbung des Laubs verursachen.

Ist eine Gelbfärbung der Blätter gefährlich?

Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da es auf das Ausmaß der Färbung ankommt. Sind nur wenige Stellen betroffen und tritt das Phänomen gegen Ende der Vegetationsperiode auf, handelt es sich womöglich um eine natürliche Herbstfärbung des Laubs. Treten weitere Symptome auf oder wirkt die Pflanze stark geschwächt, kann dies auf eine Pilzinfektion oder einen Schädlingsbefall hindeuten.

Hat Ihnen dieser Ratgeber weitergeholfen?

Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

Klicken Sie, um zu kommentieren

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Gerade populär