Eine Schlange im eigenen Garten zu finden, ist für viele Menschen eine unheimliche Begegnung. Meist handelt es sich hierzulande jedoch um die für Menschen ungefährliche Ringelnatter. Doch auch sie kann unerwünscht sein. Was können und dürfen Sie also tun, um das Reptil wieder loszuwerden?
Identifikation
Gehen Sie zunächst sicher, dass es sich bei der Schlange tatsächlich um eine Ringelnatter handelt. Das geht am besten, wenn Sie sie bei einem Sonnenbad im Garten erwischen. Bewegen Sie sich vorsichtig und leise, können Sie möglicherweise sehr nah an die Schlange herankommen. Sehen Sie sich als erstes ihren Kopf an. Hier besitzt die Ringelnatter auf jeder Seite einen gelben meist halbmondförmigen Wangenfleck. Er ist deutlich sichtbar und kommt bei keiner anderen einheimischen Schlange vor. Ansonsten ist das Tier grau, braun oder leicht grünlich, eventuell mit schwarzen Punkten auf dem Rücken. Ringelnattern sind schlank geformt und werden maximal 1,5 Meter lang.
Gefährlichkeit
Ringelnattern sind für Menschen und die meisten Haustiere vollkommen ungefährlich. Oftmals beißen sie nicht einmal, führen wenn sie sich bedroht fühlen und nicht fliehen können, zischende Scheinangriffe aus, die erschreckend sein können.
Schlangen fühlen sich nicht, wie oft in Romanen beschrieben, glatt und glitschig an. Ihre schuppige Haut ist rau und trocken, wenn sie nicht gerade aus dem Wasser kommen. Lassen Sie sich dadurch aber nicht verleiten, eine Ringelnatter zu fangen oder zu streicheln, denn dann scheidet sie vor Schreck ein sehr unangenehm riechendes Sekret aus und beißt möglicherweise zu. Das ist aufgrund der scharfen Zähne des Tieres schmerzhaft, aber vollkommen harmlos.
Schäden

Der Speichel der Natter enthält ein leichtes Gift, mit dem sie ihre Beute lähmt, bevor sie sie verschlingt. Dabei handelt es sich vorzugsweise um Amphibien wie Frösche und Kröten. Findet sie diese nicht, ernährt sich die Ringelnatter von Fischen und kann den Bestand im Gartenteich deutlich dezimieren. Deshalb sind Ringelnattern bei Teichbesitzern ein ungeliebter Gast.
Schutzstatus
Die Ringelnatter steht als gefährdete Art in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz unter Naturschutz. Das bedeutet, dass Sie sie weder töten, noch fangen oder aktiv vertreiben dürfen. Am besten lässt man das Tier also vollkommen in Ruhe.
Maßnahmen
Meist fliehen Schlangen ohnehin, wenn sich ein Mensch oder Hund lärmend nähert. Achten Sie nach Möglichkeit darauf einen Fluchtweg offen zu lassen. Dann ist kaum mit einer für beide Seiten erschreckenden Begegnung zu rechnen.
Flieht die Schlange nicht, können Sie sie erschrecken, indem Sie sich laut bewegen und zum Beispiel mit dem Fuß auf den Boden stampfen. Dann ergreifen die Tiere normalerweise die Flucht. Es ist allerdings rücksichtsvoller, leise um das Tier herumzugehen und es sein Sonnenbad nehmen zu lassen.
Um Fische und Amphibien in Ihrem Gartenteich zu schützen, können Sie der Ringelnatter den Zugang zum Teich durch einen feinmaschigen Zaun verweigern. Wenn Sie Ihren Komposthaufen zusätzlich umzäunen, ist es möglich, dass die Schlange Ihren Garten freiwillig verlässt. Denn sie findet dann weder eine attraktive Futterquelle noch eine günstige Eiablagestelle.
Expertentipp
Wenn der Fischbestand in Ihrem Garten ohnehin dazu neigt, zu groß zu werden oder Sie gar keine Fische halten, versuchen Sie sich über die Anwesenheit der Ringelnatter zu freuen. Sie ist eine Bereicherung für Ihren Garten und zeigt an, dass das vorhandene Ökosystem gesund ist. Außerdem sind Ringelnattern durchaus hübsche Tiere.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann man Ringelnattern in den Garten locken?
Ringelnattern benötigen ein Gewässer als Nahrungsquelle und einen warmen, ruhigen Brutplatz. Legen Sie einen Gartenteich an und bevölkern Sie ihn mit Fischen. Sorgen Sie dafür, dass der Komposthaufen abgelegen ist und suchen Sie ihn nicht allzu häufig auf oder lassen Sie Stämme von Laubbäumen ganz natürlich im Garten vermodern.
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