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Beetpflanzen

Roten Sonnenhut vermehren

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Roten Sonnenhut vermehren

Mit dem roten Sonnenhut verfügen viele Hobbygärtner über eine sehr beliebte, mehrjährige Blütenstaude. Ihre kräftig gefärbten Blüten locken jedoch nicht nur menschliche Pflanzenliebhaber an, auch Schmetterlinge und andere Insekten erfreuen sich an jeglichen Sonnenhut-Arten. Als unkomplizierter Dauerblüher eignen sich diese nicht nur für erfahrene Gärtner, auch eher unerfahrene können ihren Balkon, die Terrasse oder den Garten mit dem roten Sonnenhut verzieren. Dieser Artikel verrät Wissenswertes über die Blütenstaude und erklärt, wie sich der rote Sonnenhut vermehren lässt.

Herkunft und Botanik

Die Sonnenhüte sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler und werden auch Scheinsonnenhüte oder Igelköpfe genannt. Der botanische Gattungsname Echinacea leitet sich aus dem altgriechischen Wort für Seeigel ab, da die Sonnenhüte über auffällige stachelspitzige Spreublätter verfügen. Der rote Sonnenhut (Echinacea purpurea) ist einer der bekanntesten Arzneipflanzen und wird vorwiegend zur Kräftigung des Immunsystems eingesetzt. Ursprünglich stammt diese Staude aus Nordamerika, wo sie bevorzugt in Prärien und lichten Wäldern vorkommt. Der auffällige Sonnenhut ist mittlerweile nicht nur in rot, sondern auch in rosa, weiß, gelb und orange erhältlich.

Sonnenhut richtig pflanzen

Sonnenhut richtig pflanzen

Anbau

Ein sonniger bis halbschattiger und windgeschützter Standort wird von diesem Dauerblüher bevorzugt. Wird die Staude nicht bereits als solche in den Garten gesetzt, können die Samen des roten Sonnenhutes im Frühjahr von April bis Mai im Freiland ausgebracht werden. Hierbei sind die Samen mindestens 2 Zentimeter dick mit nährstoffreicher, durchlässiger und nicht zu trockener Erde zu bedecken. Fühlt sich die Staudenpflanze wohl, so kann sie eine Höhe von bis zu 120 Zentimetern erreichen.

Pflege

Im Frühjahr und im Herbst ist rund um die robuste sowie winterharte Staude reichlich Kompost einzuarbeiten. Zusätzliche Düngergaben sind in der Regel nicht notwendig. Bei der Wässerung sollte beachtet werden, dass der rote Sonnenhut mehrere Tage ohne Wasser auskommen kann und lediglich an sehr heißen Tagen regelmäßig gegossen werden sollte. Staunässe verträgt der Korbblütler jedoch überhaupt nicht! Da es sich bei dem roten Sonnenhut von August bis Oktober um einen Dauerblüher handelt, müssen dessen verblühte Pflanzenteile regelmäßig entfernt werden.

Ernte

Geerntet wird meist das blühende Kraut der Blühstaude. Handelt es sich jedoch noch um eine Jungpflanze, so sollte der erste Schnitt frühestens Ende August durchgeführt werden. Ab dem zweiten Jahr kann dann zusätzlich noch ein Schnitt Ende Oktober vorgenommen werden. Sofern der rote Sonnenhut zu Tee verarbeitet werden soll, muss dieser möglichst schnell bei circa 45 Grad getrocknet werden.

Effektive Vermehrung

Effektive Vermehrung
Auch die Vermehrung des roten Sonnenhutes ist möglich. Hierbei gibt es 3 Varianten:

  • Vermehrung durch Samen
  • Vermehrung durch Teilung
  • Vermehrung durch Stecklinge

Vermehrung durch Samen

Der beste Zeitpunkt für eine Vermehrung durch Samen ist im Frühjahr. Zunächst müssen die Sämlinge im Wasser vorquellen, anschließend können diese dann von März bis Juli in eine mit Erde befüllten Schale ausgesät werden. Hierbei sollte der Abstand zwischen den Samen 1 bis 2 Zentimeter betragen. Die mit regelmäßig befeuchteter Erde bedeckten Samen werden nun in einem warmen Raum gestellt. Sobald die Keimlinge Blätter entwickelt haben, dürfen diese in Blumentöpfe umziehen, bei einer Höhe von mindestens 10 Zentimetern dann ins Freiland.

Vermehrung durch Teilung

Gut entwickelter roter Sonnenhut kann mithilfe eines Spatens aus dem Boden gehoben und geteilt werden. Die einzelnen Teile sind dann mit einem Abstand von mindestens jeweils 40 Zentimetern wieder einzupflanzen.

Vermehrung durch Stecklinge

Weist der Blütenstängel mindestens drei Blattpaare auf, ohne dabei zu blühen, so kann dieser abschnitten und in eine 1 bis 3 Zentimeter hohe Schicht Anzuchterde gesetzt werden. Durch regelmäßiges Gießen entwickeln sich so nach etwa sechs Wochen ausreichend Wurzeln und der Steckling kann in einen Blumentopf und später ins Freiland umziehen.

Tipps zur Verwendung

Tipps zur Verwendung
In Gesellschaft von nicht bedrängenden Begleitstauden, wie halbhohen Ziergräsern oder anderen Stauden fühlt sich der rote Sonnenhut besonders wohl. Traditionell wurde diese Bauerngarten- und Medizinpflanze der Klostergärten gemischt zwischen Kräutern und auch Gemüse gepflanzt. So sieht der rote Sonnenhut besonders anmutig zwischen den bunten Gemüsesorten oder den kräftig grünen Kräutern aus.

Diese Pflanzen lassen sich ebenfalls gut mit dem Dauerblüher kombinieren:

  • Kräuter wie Salbei, Thymian, Oregano und Lavendel
  • Ziergräser wie die Weißbunte Japan-Segge, Reitgras, Blaustrahlhafer und Bärenfell-Schwingel
  • Korbblütler wie Astern und Kugeldisteln
  • Weiderichgewächse wie der Blutweiderich
  • Frühblüher wie Nieswurz, Tränendes Herz und Strahlenanemone
  • Frühlingszwiebeln wie Narzissen, Krokusse, Schneeglöckchen und Tulpen.

Doch auch als Solitärstaude kann der rote Sonnenhut durchaus verwendet werden. Damit dieser sich auch entsprechend seines Präriecharakters ausbreiten kann, sollte ihm jedoch eine gewisse Fläche geboten werden. In Pflanzkübeln auf dem Balkon oder der Terrasse kann der Korbblütler mit seiner opulenten Blütenpracht ebenfalls bestehen. Sämtliche Sonnenhut-Arten eignen sich zudem als Schnittstauden und können so auch beispielsweise für dekorative Herbststräuße verwendet werden.

Wichtige Heilpflanze

Bereits die Ureinwohner Nordamerikas verwendeten den roten Sonnenhut schon als Heilpflanze gegen Atemwegsbeschwerden, Husten und auch bei Verletzungen. Auch heute noch wird die Blühstaude aufgrund ihrer entzündungshemmenden und immunstimulierenden Inhaltsstoffe vielseitig eingesetzt. Eine der besonderen Fähigkeiten dieser Heilpflanze ist es, das körpereigene Immunsystem durch Aktivierung der Fresszellen im Blut und Gewebe anzuregen. Nicht zuletzt auch deshalb wird der rote Sonnenhut bei Infektneigung oder auch schleichenden chronischen Infektionen eingesetzt. Doch auch bei schlecht heilen wollenden Wunden wird er sowohl innerlich und äußerlich oft erfolgreich eingesetzt. Der Korbblütler wird dabei antibakteriell, antibiotisch, antiviral und schmerzstillend.

Anwendung

Präparate auf Basis des roten Sonnenhutes können in der Apotheke, dem Reformhaus oder auch gut sortierten Apotheken erhalten werden. Im Allgemeinen kann hierbei zur innerlichen Verwendung zwischen Tinkturen oder Tabletten gewählt werden. Für die äußerliche Anwendung eignet sich allerdings eine Tinktur, welche aus dem Kraut sowie dem Wurzelstock, der im eigenen Garten angebauten Blühstaude hergestellt werden kann.

Herstellung Tinktur

Um eine Tinktur aus rotem Sonnenhut selbst herzustellen, werden dessen Kraut und Wurzeln in einem Schraubdeckel-Glas mit Weingeist oder Doppelkorn komplett übergossen. Die Mischung sollte dann für mindestens 2 und längstens 6 Wochen ziehen. Anschließend wird das Gemisch durch ein Sieb gegeben, wobei die Flüssigkeit dann in eine Flasche abgefüllt wird. 10 – 50 Tropfen können je nach Leiden bis zu dreimal täglich hiervon eingenommen werden.

Für folgende Anwendungsbereiche eignet sich die Tinktur:

  • Zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Abszessen, Erysipel, Furunkeln, Karbunkeln und Schuppenflechte
  • Bei Gelenkentzündungen, Geschwüren und schlecht heilenden Wunden
  • Als vorbeugende Maßnahme gegen Infektionen und zur Behandlung von Bronchitis, Erkältungen und grippalen Infekten

Expertentipp

Roter Sonnenhut sollte alle 3 Jahre nach der Blüte abgeschnitten werden. Mit einem Spaten wird die Pflanze dann vorsichtig abgeteilt, aus dem Erdreich gehoben und an einen neuen, nährstoffreichen Standort versetzt. Diese Umsetzung ermöglicht eine optimale Blühkraft der Stammpflanze.

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Bildquellen:

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