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Tiere und Insekten

Schildkröten im Garten halten

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Schildkröten im Garten halten

Landschildkröten können bei artgerechter Haltung bis zu 80 Jahre alt werden. Schildkröten-Liebhaber bewundern an ihnen besonders ihr gemächliches Wesen, ihre weisen Gesichter und ihren robusten Panzer. Seit Millionen von Jahren leben diese Tiere bereits auf unserem Planeten. Unter all den verschiedenen Arten ist die Griechische Landschildkröte jedoch besonders beliebt für die Gartenhaltung. Sie wird bis zu 25 Zentimeter lang und gehört damit zu den eher kleinen Schildkröten. Wer die Ansprüche der Tiere kennt, wird ihnen ein schönes und artgerechtes Zuhause im Garten ermöglichen können.

Artgerechte Haltung im Garten

Artgerechte Haltung im Garten
Schildkröten sollten weder in der Wohnung noch im Terrarium gehalten werden. Erhalten diese Tiere zu wenig UV-B-Strahlen, so bildet ihr Körper kein Vitamin D mehr. Dies führt unter anderem zu Störungen beim Knochenaufbau der lichthungrigen Wesen. Wer Schildkröten kein artgerechtes Zuhause bieten kann, sollte die Anschaffung vermeiden. In einem Gartengehege mit mindestens 10 Quadratmetern Größe fühlen sich Schildkröten besonders wohl. Zudem sollte das Gehege ausbruchsicher sein, da sich die Schildkröten gerne auf Wanderschaft begeben.

Im Gehege sollte allerdings nie mehr als ein Männchen leben, da es ansonsten zu blutigen Kämpfen kommen kann. Pro Männchen sollten mindestens zwei Weibchen in einem Quartier leben. Um eine homogene Gruppe zu erhalten, sollte auf die Panzergröße, also das Alter der Tiere geachtet werden. Jungtiere und frisch geschlüpfte Schildkröten sind keinesfalls mit erwachsenen Tieren zu halten, sondern in einem geschützten und kleineren Gehege.

Gestaltung des Geheges

Um den Schildkröten ein besonders naturnahes Zuhause zu ermöglichen, eignen sich Wurzeln, Äste, Steine und Hügel. Tunnel aus Gehwegplatten dienen als Versteck, wobei sich ein lehmiger Boden für das gesamte Gehege sehr empfiehlt. Ein Boden aus Mulch, Kies oder Holzstücken ist ungeeignet. Der Standort des Geheges sollte an die natürliche Lebensweise der Schildkröten angepasst werden. Am besten eignet sich hier ein Bereich des Gartens, auf den bereits früh morgens die Sonne scheint. Dies aktiviert den Stoffwechsel der Tiere und diese leben dann gesünder. Im Gehege sollte ein Frühbeet oder Gewächshaus zum Schutz der Schildkröten vorhanden sein. Dieses wird dann mit einer Wärmelampe und Heizmöglichkeiten ausgestattet. Ungiftige Pflanzen welche Schatten spenden, vielfältige Futterpflanzen und Wasser- sowie Badeschalen runden das ideale Gehege ab. Der Untergrund ist abwechseln steinig und erdig zu gestalten. Zudem sind den Schildkröten Eiablagemöglichkeiten zur Verfügung zu stellen.

Schildkröten sind Vegetarier. Wer ihnen Wildpflanzen wie Brennnesseln, Giersch, Löwenzahn und Klee im Gehege anbaut, ermöglicht ihnen eine naturnahe Futterquelle. Selten kann Salat gefüttert werden, Heu sollte jedoch dauerhaft zur Verfügung stehen. In keinem Fall sind Obst und Gemüse zu verfüttern. In der Regel sollten Schildkröten sich selbst versorgen können. Das heißt, die Tiere leben eigenständig und erhalten ein reichhaltiges Angebot an Pflanzen in ihrem Gehege. Hierfür sollte die Gehegefläche dann jedoch entsprechend groß sein, um das Nachwachsen der Futterpflanzen zu gewährleisten.

Schildkröten und ihr Winterschlaf

Schildkröten und ihr Winterschlaf
Da Schildkröten wechselwarme Tiere sind, frieren sie nicht. Bereits im Herbst verlieren sie ihren Appetit, werden müde und fahren ihren Stoffwechsel herunter. Zwischen November und März befinden sie sich dann in der Winterruhe und sollten hierbei auf keinen Fall gestört werden. Um einen artgerechten Winterschlaf zu ermöglichen, ist eine Kiste mit Laub sowie feuchtem Moos zu befüllen. Diese ist dann bei 6 bis 9 Grad Celsius in einen ungenutzten Kühlschrank zu stellen und die Schildkröten hierin für die Dauer der Winterruhe zu betten. Temperaturschwankungen oder das Eindringen von beispielsweise Eindringlingen wie Ratten sollte in jedem Fall verhindert werden. Einmal pro Woche ist während dieser Zeit leise nach den Schildkröten zu sehen. Die Box kann mit den ersten warmen Sonnenstrahlen dann wieder in das Gehege gebracht werden. Nach einigen Tagen bis Wochen werden die Schildkröten im Frühling wieder gemütliche Runden im Gehege drehen.

Expertentipp

Schildkröten ergreifen jegliche Möglichkeiten zur Flucht, um einen Ausflug zu unternehmen. Deshalb sollte die Gehegebegrenzung nicht untergraben, überklettert oder durchstoßen werden können. Eine stabile und beständige Umrandung von Anfang an ist unerlässlich. Glatte Randsteine aus Beton können einfach vermauert werden. Ebenfalls eignet sich eine Begrenzung aus Holzpaneelen, Steinmauern und Klinkersteinen. Auch zwei übereinander kletternde Tiere sollten die Umrandung nicht überwinden können! Hierfür ist folgender Maßstab zu beachten: Die Höhe der Umrandung sollte die doppelte Panzerlänge des größten Tieres im Gehege übersteigen. Kalksteine am Boden verhindern hierbei das Zuwuchern durch Pflanzen, welche die Schildkröten oft auch als Ausbruchshilfe nutzen.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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