Eine schöne Hecke schafft nicht nur Sichtschutz im Garten, sondern bietet häufig auch Insekten und Vögeln einen Rückzugsort und Nahrung. Möchte man gleich mehrere Exemplare von Sträuchern kaufen, geht das schnell ins Geld. Abhilfe schafft die Vermehrung per Hand. Wir zeigen, wie es funktioniert.
Methoden der Vermehrung
Grundsätzlich gibt es verschiedene Methoden, um Sträucher zu vermehren. Bewährt haben sich die Vermehrung über Stecklinge, das Teilen des Wurzelballens und die Vermehrung durch Absenker. Diese eignen sich aber nicht für alle Pflanzen, sondern sind individuell verschieden.
Vermehrung durch Stecklinge
Ganz klassisch können Sie Ihren Strauch durch Stecklinge vervielfältigen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist der Frühsommer, meist zwischen Mai bis August. Für die Vermehrung schneiden Sie einen Trieb ohne Blüten oder Knospen, aber mit mehreren gesunden Blättern mit einem scharfen Messer ab. Im Anschluss haben Sie zwei Möglichkeiten: die Bewurzelung im Substrat oder im Wasserglas.
Bei der ersteren Methode stecken Sie den Trieb in eine Aussaatschale oder einen Topf mit magerer Erde und bewahren ihn warm und möglichst feucht auf. Beispielsweise können Sie ein Mini-Gewächshaus verwenden oder Folie über den Steckling geben, die aber immer wieder zum Lüften kurz entfernt werden sollte. Alternativ kann der Steckling auch einige Zentimeter tief in ein Glas mit Wasser gegeben werden. Nach einiger Zeit sollte der Trieb Wurzeln gebildet haben und kann dann im Herbst draußen verpflanzt werden.
Vermehrung durch Absenker

Diese Methode eignet sich vor allem für Obststräucher, Liguster oder Hartriegel mit biegsamen Trieben. Suchen Sie sich im Hochsommer einen geeigneten, langen Zweig aus und entfernen Sie die unteren Blattpaare. Im Anschluss graben Sie eine kleine Kuhle, legen einen Teil des Triebs in die Erde, bedecken ihn mit Erde und ziehen den Rest des Zweigs mitsamt Blättern nach oben. Damit der Seitentrieb in der Erde verbleibt, können Sie ihn mit einer Klammer im Substrat befestigen. Nun wird der Trieb gewässert und sollte nach einigen Wochen Wurzeln bilden. Dann kann dieser abgeschnitten und an einer neuen Stelle verpflanzt werden.
Vermehrung durch Teilen

Das Teilen des Wurzelballens eignet sich nicht für alle Sträucher. Informieren Sie sich im Zweifelsfall darüber, ob Ihr Strauch eine solche Teilung verträgt. Nehmen Sie im Frühjahr einen Spaten in die Hand und bilden mehrere Teile aus dem Wurzelballen. Vorsichtshalber sollten die Erde vorher aufgelockert und der Ballen komplett herausgehoben werden. Nun müssen Sie den verbleibenden Teil wieder in die Erde vergraben und gut wässern. Die anderen Pflanzenteile sollten direkt an einer geeigneten Stelle vergraben und gut gegossen werden.
Expertentipp
Grundsätzlich sollte die Vermehrung nur bei Sträuchern durchgeführt werden, die bereits einige Jahre alt sind. Zu junge Sträucher nehmen oft Schaden von der Teilung des Wurzelballens.
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