Der Vorgarten eines Hauses grenzt das private Grundstück zum straßenseitigen, öffentlichen Raum ab. Damit bestimmt der Vorgarten den ersten Eindruck den Passanten und Besucher vom Privateigentum erhalten. Neben praktischen Aspekten, wie zum Beispiel einem Stellplatz für das Auto oder Unterbringungsmöglichkeiten für Mülltonnen und Fahrräder, soll er deshalb auch eine positive Außenwirkung haben und einladend wirken.
Unter Umständen wird die Gestaltungsfreiheit durch kommunale Vorgaben in den Bebauungsplänen hinsichtlich der Größe und einheitlicher Gestaltung eingeschränkt. Auch ist der Vorgarten mittlerweile Gegenstand eines ökologischen Diskurses geworden. So werden reine Schottergärten, die zwar einfach anzulegen und pflegeleicht sind, zu Recht als ökologisch wertlos oder sogar als schädlich für das lokale Mikroklima angesehen.
Dieser Artikel behandelt ein Vorgarten-Konzept, das einerseits pflegeleicht ist und eine klare Grundordnung ausstrahlt, aber dennoch natürlich und aufgelockert wirkt.
Die Prärie im Vorgarten – eine faszinierende Landschaft vor dem eigenen Haus
Prärien sind Steppengebiete in weiten Teilen Nordamerikas. Diese natürlichen Graslandschaften zeichnen sich durch ein niederschlagsarmes Klima und eine dementsprechend robuste Fauna aus. Während Cowboys im 19. Jahrhundert durch die weiten Ebenen des Wilden Westens in den Sonnenuntergang ritten, bietet diese Landschaftsform heute auch auf kleiner Fläche interessante Gestaltungsmöglichkeiten für Vorgärten an. Der Untergrund, in Form von Kiesflächen, ist wasserdurchlässig und speichert die Wärme des Tages. Deshalb eignet er sich hervorragend für verschiedene Gräser.
Welche Gräser sind für die Vorgartengestaltung in Kombination mit Steinen geeignet?

Es ist empfehlenswert, die Pflanzen etwas unregelmäßig in die Flächen zu setzen. Mehrere Ebenen mit eigenen Strukturen und einer lockeren Anordnung der Gräser lassen die Landschaft natürlicher wirken. Es gibt zahlreiche Arten, die sich als Bepflanzung von Kies- und Steinflächen gut eignen. Die folgenden Ziergräser zeigen beispielhaft die enorme Vielfalt der denkbaren Varianten.
Bärenfellgras
Wie der Name vermuten lässt, erinnert der pelzartige Wuchs an dichtes Bärenfell. Die sattgrünen und ausgesprochen üppigen Graspolster gedeihen am besten an nicht zu nassen Plätzen, die den Pflanzen Halbschatten bieten. Das Bärenfellgras ist sehr pflegeleicht und wird am besten im Frühjahr oder Herbst eingepflanzt.
Blaustrahlhafer
Der schmalblättrige Blaustrahlhafer zeigt ein silbrig-blaues Polster und von Juni bis August attraktive Blütenrispen, die etwas an Hafer erinnern. Der Standort für das Gewächs sollte möglichst viel Sonneneinstrahlung aufweisen. Die richtige Jahreszeit zum Pflanzen ist der Frühling. Im Frühjahr sollten die verblühten Rispen des letzten Jahres zurückgeschnitten werden, um den Austrieb neuer Halme zu fördern.
Diamantgras
Die zarten Blüten des Diamantgrases fallen durch ihre silber-rötliche Farbgebung inmitten der übrigen Gräser sofort ins Auge. Dazu trägt auch die stattliche Höhe der Pflanze von bis zu 120 Zentimetern bei. Nach einem Regenschauer oder bedeckt mit Tau zeigen sie ihren namensgebenden, diamantenen Glanz. Auch wenn das Diamantgras mit schattigen Plätzen zurecht kommt, bevorzugt es möglichst sonnige Orte. Gepflanzt werden sollte im Frühjahr, weitere Pflege ist nicht nötig.
Japangras
Während das Japangras im Herbst eher braun und etwas trist erscheint, so zeigt es im Sommer ein kräftiges Bambus-Grün. Im Frühjahr eingepflanzt, wächst es optimal an halbschattigen Plätzen ohne weitere Pflege zu benötigen.
Pampasgras
Durch seine mächtige Erscheinung übernimmt das Pampasgras mit Leichtigkeit die Hauptrolle in jedem Vorgarten-Ensemble. Die mehr als 200 Zentimeter hohen, buschigen Blütenrispen ragen aus dem niedrigeren Blätterhorst hervor und überblicken die gesamte Anlage. Der Standort sollte sonnig und eher trocken sein. Gepflanzt wird das Pampasgras unter Einbringung von etwas Kompost im späten Frühling. Sollten die Pflanzen geschnitten werden, empfiehlt sich hierfür ebenfalls das späte Frühjahr.
Expertentipp
Um die Anlage noch abwechslungsreicher zu gestalten, können in den Steinflächen zwischen den Gräsern einzelne große Steine dekorativ arrangiert werden. Zusätzlich kann man nach Belieben auch noch Staudenpflanzen wie Präriestauden, Blütenstauden oder Steingartenstauden einbringen.
Lassen Sie uns wissen, wenn Ihnen der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Die neusten Kommentare