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Kräuterpflanzen

Waldmeister anpflanzen

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Waldmeister anpflanzen

Wenn wir das Wort Waldmeister hören, denken wir sofort an Sirup, Limonaden, Kaugummis und an die Farbe Grün. Es handelt sich um ein Kraut mit unscheinbarer Blüte. Doch der Geschmack ist unverwechselbar. Jedes Frühjahr erscheint die Pflanze in Laubwäldern und Gärten. An welchem Standort der Waldmeister gesetzt werden sollte, wie dieser richtig gepflegt wird und was es sonst noch zum Thema zu wissen gibt, ist in nachfolgendem Ratgeber zu lesen.

Die Waldstaude ist nicht nur im Wald gut aufgehoben

Der Waldmeister ist eine Waldpflanze, welche allerdings auch im Garten angebaut werden kann. Sein charakteristisches Merkmal ist der einzigartige Duft. Genau genommen, wird die Pflanze als Waldstaude bezeichnet. Das heißt aber nicht, dass der Waldmeister nur zwischen Bäumen gedeihen kann. Wer die Standortbedingungen einhält, kann das Gewächs auch ohne Probleme im heimischen Garten anpflanzen. Dieser Artikel beschreibt das genaue Vorgehen und was es dabei zu beachten gilt, wenn der Waldmeister kultiviert werden soll.

Die richtigen Bedingungen ermöglichen sogar den Anbau im Topf

Die richtigen Bedingungen ermöglichen sogar den Anbau im Topf


Der Waldmeister ist eigentlich in Buchen- und Laubmischwäldern anzutreffen. Er ist aber auch auf Deutschlands Balkonen und in unseren Gärten ein willkommener Gast. Der Anbau gestaltet sich dabei ohne Probleme, da die Waldstaude kaum Ansprüche stellt. Ganz im Gegenteil: Unter den idealen Bedingungen kann sich der hübsche Bodendecker sogar richtig gut ausbreiten. Für seine Ausbreitung bildet der Waldmeister Rhizome, welche flach im Boden verlaufen. Wer es nicht ganz so buschig bevorzugt, kann das duftende Kraut in einem Kübel anpflanzen. Die Staude ist jedoch ein großer Freund von Feuchtigkeit, weshalb bei der Kultivierung im Kübel auf eine angemessene Wasserversorgung geachtet werden muss.

Schon gewusst?

Obwohl die Rhizome im Boden wachsen, handelt es sich nicht um Wurzeln. Aus botanischer Sicht sind es Sprosse, welcher unterirdisch verlaufen. Das bedeutet, dass sich an allen Rhizomen ein neuer Trieb bilden kann, welcher an die Oberfläche wächst.

Waldmeister anpflanzen: Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür?

Waldmeister anpflanzen Wann ist der richtige Zeitpunkt dafür
Die beste Zeit das Kraut zu kultivieren, bezieht sich auf Mitte September bis Ende Oktober. Dann besteht die Möglichkeit, den Waldmeister selbst auszusäen. Ist dies nicht gewünscht, können auch vorgezogene Triebe oder Teilstücke gesetzt werden. Die beste Zeit dafür ist zwischen März und Oktober. Grundsätzlich können die Samen gekauft und ausgesät werden. Alternativ können vorkultivierte Triebe im Gartencenter gekauft werden. Diese werden meistens im Topf angeboten. Vielleicht lässt sich das Kraut auch in einem umliegenden Wald oder dem Nachbargarten finden. Natürlich sollte der Gartenbesitzer um Erlaubnis gefragt werden. Ist dieser einverstanden, ist es ausreichend ein paar Rhizome zu entnehmen. Diese sollten dann im eigenen Garten zeitnah eingepflanzt werden. Gibt es in der Umgebung keinen Waldmeister zu finden, können natürlich auch Samen im Baumarkt oder im Gartencenter gekauft werden. Manchmal werden Waldmeister-Samen auch im Supermarkt angeboten. Die richtige Zeit, Samen unter die Erde zu bringen, gestaltet sich zwischen September und Februar. Wer die Waldstaude als Topfpflanze im Gartencenter gekauft hat, sollte sie zwischen März und Oktober ihren festen Plätzchen im Garten zuweisen. Das Kraut kann aber auch im Topf verbleiben und auf den Balkon oder die Terrasse gestellt werden.

Achtung:

Handelt es sich um einen kleinen Topf, kann dieser bei Frost sehr schnell durchfrieren. Soll der Waldmeister im Kübel kultiviert werden, bietet sich deshalb ein passender Winterschutz an.

So sieht der perfekte Standort für den Waldmeister aus

So sieht der perfekte Standort für den Waldmeister aus
Die Waldstaude macht es sich am liebsten an einem schattigen Platz gemütlich. Der Boden sollte feucht und humos sein. Im Idealfall ist die Erde etwas kalkhaltig. Diese kann sogar sauer bis alkalisch sein. Das mag im ersten Moment irritierend klingen, erweist sich aber als logisch, wenn man seinen Herkunftsort ins Auge fasst: Im Wald gibt es mehr Schatten als Sonne und das umliegende kühle Moos dient dazu, die Feuchtigkeit lange zu speichern. Der beste Standort ist deshalb an einer kühlen Hauswand zu finden. Alternativ kann der Waldmeister auch unter einem Baum oder einem Strauch gepflanzt werden.

Kann der Waldmeister mit anderen Pflanzen kombiniert werden?

Die Vergesellschaftung gestaltet sich als schwierig, da es kaum Pflanzen gibt, welche neben dem duftenden Kraut bestehen können. Die dominant wuchernde Staude verdrängt rückstandslos alle Konkurrenten. Es gibt nur wenige Pflanzen, welche in unmittelbarer Nähe geduldet werden. Das betrifft zum Beispiel die Akelei (Aquilegia) und die Goldnessel (Lamium galeobdolon). Dadurch lässt sich eine reizvolle Mischung der unterschiedlichen Stauden kreieren.

Waldmeister pflanzen: die richtige Vorgehensweise

Die Aussaat sollte zwischen Mitte September und Anfang Februar praktiziert werden. Die kleinen Samenkörnchen werden dazu im Freiland einen halben Zentimeter tief in die Erde gestreut. Wichtig ist, dass die Samen genug Abstand in der Reihe aufweisen. Hier gilt ein Richtwert von etwa 50 Samen pro Meter. Der Abstand zwischen den einzelnen Reihen sollte 25 Zentimeter betragen. Sofern die Aussaat im tiefsten Winter stattfindet, kann diese mit Zweigen oder einer dünnen Schicht Mulch abgedeckt werden. Die Abdeckung kann im Frühjahr entfernt werden, wenn es darum geht, die jungen Pflanzen auf 20 cm zu vereinzeln. Eine Topfpflanze sollte zwischen März und Oktober im Freiland kultiviert werden. Dazu sollte ein Loch ausgehoben werden, welches mindestens doppelt so groß wie der Topf ist. Um den Wurzelballen in das Loch einzusetzen, sollte dieser zusammen mit dem Aushub und etwas Dünger unter die Erde gebracht werden. Der Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen sollte etwa 40 Zentimeter betragen. Die Pflanze kann alternativ in einem Kübel oder in einem Topf kultiviert werden.

Wie wird der Waldmeister am besten gepflegt?

Grundsätzlich handelt es sich um ein sehr pflegeleichtes Gewächs. Dennoch gibt es ein paar Dinge, die im Rahmen der Pflege beachtet werden sollten. So ist es zum Beispiel wichtig, dass der Boden immer schön feucht ist. Die Feuchtigkeit lässt sich am besten überprüfen, indem ein Finger in das Substrat gesteckt wird. Beginnt dieses bereits auszutrocknen, sollte zeitnah gegossen werden. Eine zusätzliche Mulch-Schicht kann helfen, den Boden feucht zu halten. Alternativ kann auch im Herbst herab gefallenes Laub genutzt werden, um eine feuchtigkeitsbindende Schicht zu bilden. Auf diese Weise wird zusätzlich dafür gesorgt, dass die Mikroorganismen, welche sich im Boden befinden, eine Extraportion Nährstoffe bekommen. Sobald sich das Gewächs etabliert hat, schafft es sein eigenes Mikroklima, welches ausreichend Feuchtigkeit enthält. Dann ist auch das Mulchen nicht mehr erforderlich.

Wichtig!

Wenn der Waldmeister von Unkraut befreit werden soll, darf nicht gehackt werden. Stattdessen kommt die Jäte zum Einsatz, damit die flach im Boden verlaufenden Rhizome nicht beschädigt werden.

Hinweis:

Im ersten Jahr sollte die Waldstaude nicht zusätzlich gedüngt werden. Im zweiten Jahr bietet sich eine kleine Menge Kompost an, damit der Waldmeister eine angemessene Portion Nährstoffe bekommt.

Das Pflanzen und die Pflege zusammengefasst

  • Zwischen September und Februar aussäen
  • Maximal 50 Samen pro Meter
  • 25 Zentimeter Reihenabstand
  • Im Frühjahr vereinzeln
  • Vorkultivierte Pflanzen zwischen März und Oktober setzen
  • Doppelt so großes Pflanzloch wie der Topfballen
  • Regelmäßig wässern
  • Topfpflanzen regelmäßig auf Feuchtigkeit überprüfen
  • Im zweiten Jahr organisch düngen
  • Bei der Unkraut-Entfernung nur jäten

Expertentipp

Die Samen sind auf eine Kälteeinwirkung über mindestens sechs Wochen angewiesen. Nur so entwickeln sie ihre Keim-Bereitschaft. Aus diesem Grund werden sie auch als Frostkeimer bezeichnet. Gekauftes Saatgut wurde bereits einer entsprechenden Behandlung unterzogen. Bei selbst geernteten Saatgut muss der Prozess zum Abbau der Keimhemmung noch durchgeführt werden. Es ist deshalb wichtig, noch vor dem Winter auszusäen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Samen in den Kühlschrank zu legen, wo sie mindestens sechs Wochen gelagert werden sollten, bevor sie den Weg in die Erde finden.

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