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Was sind die Eisheiligen?

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Was sind die Eisheiligen

Wer als Hobbygärtner unterwegs ist, hört immer wieder von den Eisheiligen. Diese Tage seien abzuwarten, bevor man seinen Garten oder Balkon mit frischen Pflanzen und Saaten bestückt. Viele Menschen wissen gar nicht mehr, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Woher kommt der Name „Eisheilige“? Sind sie heutzutage noch relevant? Und was muss der kluge Hobbygärtner beachten?

Was sind die Eisheiligen?

Als die Eisheiligen werden die Tage vom 11. Bis zum 15. Mai bezeichnet. Diese Bezeichnung stammt aus alten Zeiten, in denen es noch keine Wetterdienste gab, um Vorhersagen zu machen. Wollten die Menschen wissen, wie das Wetter werden wird, mussten sie dafür über längere Zeiträume die Natur beobachten. Wiederkehrende Witterungsbedingen und -phänomene, das Verhalten der Tiere sowie Planten und Sterne studierten sie, um zukünftig darauf vorbereitet zu sein und z.B. ihre landwirtschaftliche Organisation anzupassen. In dieser Zeit entstanden die sogenannten Bauernregeln. Eine der bekanntesten Bauernregeln zu den Eisheiligen lautet auch heute noch: „Wenn’s an Pankraz friert, wird im Garten viel ruiniert.“ Die Grundregel der Eisheiligen lautet, diese Tage abzuwarten, bevor im Garten und auf dem Balkon neu gepflanzt und gesät werden kann.

Wodurch entstehen Kälteeinbrüche im Mai?

Wodurch entstehen Kälteeinbrüche im Mai
Der Name „Eisheilige“ wurde den Tagen gegeben, da es Anfang Mai zu verspäteten Kälteeinbrüchen, die mit Nachtfrost einhergingen, kam. Nicht in allen deutschen Gebieten werden alle 5 Tage als Eisheilige bezeichnet. Im Norden sind es die ersten 3 Tage, vom 11. Bis zum 13. Mai. Im Süden beginnen sie am 13. Mai und enden am 15. Die Kälteeinbrüche um die Eisheiligen entstehen durch Temperaturunterschiede zwischen Meer und Festland. Während sich das Festland im Sommer sehr schnell erwärmt, braucht das Meer deutlich mehr Zeit. Diese Temperaturunterschiede führen zu Tiefdruckgebieten. Dadurch verschieben sich die Luftmassen, sodass warme Luftmassen von der Festlandmitte in den Norden ziehen. Im Gegenzug strömen kalte Luftmassen von Polarrichtung aus zum Festland. Auf die Art kommt es dort zu kälteren Tagen und Nächten. Ohne Wolken kann es nachts so kalt werden, dass nochmal Bodenfrost entsteht.

Wer waren die Eisheiligen?

Wer waren die Eisheiligen
Wollte man sich einen oder mehrere bestimmte Tage merken, benannte man sie früher nach Heiligen. An den entsprechenden Tagen wurde diesen Heiligen gedacht und jeder wusste sofort, welcher Tag gemeint war, wenn man von den Namen sprach. Die Tage der Eisheiligen wurden nach den Heiligen Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und Sophia benannt. Bei ihnen handelt es sich um Bischöfe und Märtyrer, die zwischen dem 3. und 5. Jahrhundert gelebt haben.

Der Tag des Mamertus ist der 11. Mai. Mamertus war ein katholischer Bischof, der die drei Bittgänge einführte, welche auch heutzutage noch bei Christi Himmelfahrt durchgeführt werden. Der 12. Mai gilt Pankratius, welcher ein römischer Märtyrer der frühen römischen Kirche war. Der 13. Mai ist der Tag des Servatius. Servatius soll ein Bischof gewesen sein, welcher einer Legende nach den Hunneneinfall in Europa vorhergesagt haben soll. Bonifatius von Tarsus wird ebenfalls als Märtyrer betrachtet, der sich der Legende nach aus Empathie christlich taufen ließ. Ihm wird am 14. Mai gedacht. Der 15. Mai gilt Sophia von Rom, auch unter dem Namen „kalte Sophia“ bekannt. Auch sie wird als christliche Märtyrerin verehrt.

Was bedeuten die Eisheiligen für den Beginn der Gartensaison?

Was bedeuten die Eisheiligen für den Beginn der Gartensaison
Sträucher, Bäume und alles, was sonst frisch gepflanzt wurde, sollte bis zu den Eisheiligen besonders gut im Auge behalten werden. Die zahlreichen Bauernregeln weisen sogar eher daraufhin, mit dem frühzeitlichen Anpflanzen komplett zu warten. Insbesondere stark frostempfindliche Pflanzen sollten nicht zu früh nach draußen gebracht werden. Dazu gehören vor allem mediterrane Gewächse wie Zitruspflanzen, Tomaten, Paprika, Chili und Oleander. Wer die Pflanzen allerdings in Töpfe oder abnehmbare Blumenkästen setzt und direkt nicht in den Boden pflanzt, kann bei warmen Tagen mit dem Pflanzen schon beginnen. Auf die Art können die Pflanzen bei Kälteeinbrüchen bzw. für die Nächte ins Haus geholt werden. Das ist ein wenig mehr Arbeit, kann sich aber bezahlt machen. Der Wetterbericht sollte täglich im Auge behalten werden. So kann vermieden werden, dass ein nächtlicher Kälteeinbruch für unangenehme Überraschungen sorgt.

Alternativ können die Pflanzen im Freien auch kurzfristig geschützt werden. Sowohl das aktuelle Wetter als auch der tägliche Wetterbericht sollten im Mai unter den Umständen nicht außer Acht gelassen werden. Sollte es plötzlich kalt werden, müssen die Pflanzen rechtzeitig geschützt werden. Das geht z.B. mit Gartenvlies, mit dem die Beete (ggf. auch Töpfe) umwickelt werden. Auch Reisig, Zeitungspapier oder eine große Ladung trockenes Laub können hilfreich sein. Plastikfolie sollte nicht verwendet werden, da die sich unter ihr die Feuchtigkeit staut. Dadurch macht sie aus dem Beet den besten Nährboden für Schimmelpilze.

In jedem Fall sollten Schutzvorkehrungen nur wenige Tage oder ausschließlich in der Nacht angebracht bleiben. Die Pflanzen brauchen insbesondere am Anfang der Wachstumsphase viel Licht. Sollten sich bereits Blüten gebildet haben, sind sie mit leichten Tüchern zu umwickeln. Auf die Art gehen sie nicht kaputt.

Die Eisheiligen im Zeitalter des Klimawandel – was ändert sich?

In den letzten Jahren waren Kälteeinbrüche im Mai immer seltener. Wenn es überhaupt zu Kälteeinbrüchen im Frühling kam, dann waren sie entweder bereits im April zu spüren oder später im Mai, etwa um den 20. Die Zeiten haben sich klar verschoben. Ob dies am Klimawandel liegt, ist noch nicht ausreichend erforscht, aber sehr wahrscheinlich. Gärtner mussten sich in den letzten Jahrzehnten jedenfalls keine großen Sorgen um die Eisheiligen mehr machen. Es kann dennoch nicht schaden, bei besonders empfindlichen Pflanzen zu warten. Ganz kann man sich auf das Ausbleiben des Kälteeinbruch noch nicht verlassen.

Expertentipp

Informieren Sie sich vor Aussaat und Anpflanzung detailliert über die Kältegrenzen der Pflanzen. Manche Pflanzen überstehen leichte Minusgrade, anderen sind schon 5 Grad zu wenig. Je besser Sie informiert sind, desto besser können Sie den Pflanzen nach ihren individuellen Bedürfnissen schützen.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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