Ein Gärtner investiert viel Zeit und Aufwand in die Pflege seiner Pflanzen. Jedes neue Blatt und jede Blüte sind sein Lohn. Umso größer die Enttäuschung, wenn ein Schädling sich einschleicht. Gelbe Blattläuse befallen am liebsten Hundsgiftgewächse, zu denen auch der Oleander zählt. Werden sie nicht schnell bekämpft, droht der erkrankten Pflanze ernsthafter Schaden.
Befall durch gelbe Blattläuse erkennen und verstehen
Ihre typische gelbe Farbe verdankt die Blattlaus dem Pflanzensaft des Oleanders, von dem sie sich ernährt. Dafür sitzt sie bevorzugt an jungen Trieben und Blüten. Da sich die gelbe Blattlaus sehr schnell vermehrt, entsteht bald eine ganze Kolonie, die durch ihre schiere Masse zu einem Wachstumshemmer für den Oleander wird. Die Blüten und Blätter sind deformiert, eingerollt oder verfärbt und fallen schließlich ab.
Da die Blattlaus die Zucker im Pflanzensaft nicht verwerten kann, scheidet sie diese als „Honigtau“ aus. Die Ausscheidungen legen sich als klebriger Film auf die Blätter. Dieser bietet einen optimalen Nährboden für den Befall mit Rußtaupilzen, welche die Blätter dunkel verfärben. Auch eine Infektion mit Viren wird begünstigt.
Ein rasches Vorgehen gegen Blattläuse verhindert nicht nur eine Schwächung des Oleanders. Wenn Blattläuse unter Stress geraten, können sie flugfähige Nachkommen hervorbringen. Auf diese Weise entkommen einige und befallen andere Pflanzen oder erneut den mühsam befreiten Oleander.
Wie werde ich die Blattläuse wieder los?

Ist ein Befall früh entdeckt, können einfache Maßnahmen helfen, wie das Absammeln und Zerdrücken der Blattläuse oder das Abspritzen mit dem Gartenschlauch.
Nachhaltiger ist der Einsatz von Spritzmitteln, die Blattläuse in die Flucht schlagen oder absterben lassen. Verschiedenste Hausmittel haben sich hierfür bewährt, wie zum Beispiel Pflanzensud aus Brennnesseln oder Rapsöl mit Wasser vermischt. Für die gelbe Blattlaus empfiehlt sich eine Mischung aus 50 g Neemsamen auf 1 Liter Wasser. Die Samen gibt es im Gartenfachhandel zu kaufen. Lassen Sie die Mischung für 24 Stunden ziehen und spritzen anschließend den ganzen Oleander gründlich damit ab. Auch eine Spülmittel-Wasser-Mischung kann verwendet werden. Jedes natürliche Spritzmittel sollte unbedingt mehrmals innerhalb kurzer Zeit angewendet werden.
Der Einsatz von Fressfeinden ist bei der gelben Blattlaus leider oftmals nicht so effektiv wie bei ihrer schwarzen Verwandten. Durch den Pflanzensaft des Oleanders nimmt die gelbe Laus das stark giftige Herzglykosid Oleandrin auf. Fressfeinde zeigen dadurch gestörtes Verhalten und ihre Nachkommen Missbildungen. Ein Versuch mit Florfliegen ist in diesem Zusammenhang am ehesten erfolgsversprechend.
Wenn der Befall zu stark ist, so dass keins der Hausmittel mehr hilft, kann Chemie zum Einsatz kommen. Allerdings sollten Sie abwägen, ob Sie stattdessen nicht lieber die erkrankte Pflanze entsorgen.
Expertentipp
Um Feinden zu entkommen, lassen sich Blattläuse gerne einfach zu Boden fallen. Dort warten sie ab und krabbeln anschließend einfach wieder auf die erkrankte Pflanze hinauf. Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, sollten Sie bei jedem Einsatz gegen die Blattläuse Plastikplanen oder auch wassergefüllte Eimer unter die befallenen Äste und Blätter legen oder stellen. Herabfallende Läuse werden so aufgefangen und können entsorgt werden.
Häufig gestellte Fragen
Welche Läuse befallen den Oleander?
Neben der gelben Blattlaus suchen auch Schmierläuse oder Wollläuse den Oleander Heim. Alle Lausarten sind vor allem an den Blattunterseiten zu finden, wo sie in großer Zahl vom Pflanzensaft leben. Schildläuse sind bräunlich, Wollläuse weiß oder bräunlich. Sie schwächen ebenso wie die gelbe Blattlaus den Oleander und können zu seinem Absterben führen. Bekämpft werden sie mit denselben Mitteln wie die gelbe Blattlaus.
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