Der Echte Feigenbaum zählt zu den ältesten Nutzpflanzen unserer Welt. Während Feigen hierzulande zu den beliebtesten Kübelpflanzen zählen, finden Sie in mediterranen Regionen sehr häufig verwilderte Exemplare des Gewächses.
Wissenswertes über den Feigenbaum
Die Feige, deren Ursprung im asiatischen Raum liegt, zählt zur Familie der Maulbeergewächse. Der Baum, der unter optimalen Bedingungen bis zu 10 Metern hoch werden kann – zeigt sich in jungen Jahren als Strauch.
Der Feigenbaum trägt keine Blüten im herkömmlichen Sinne. Erwarten Sie eine dekorative Blütenpracht, sollten Sie nicht allzu enttäuscht sein, dass Ihr Baum lediglich kleine – etwa drei bis fünf Zentimeter große – kugelrunde Triebe ausbildet, in denen sich die kleinen Blütenstände der Feige befinden. Genauer gesagt, handelt es sich bei den „Kugeln“ um ein Organ namens Syconium.
Die Blüte der Feige wächst also im Inneren der jungen – noch unbefruchteten – Fruchtansätze. Zur Befruchtung geht die Feige zumeist eine Kooperation mit den trächtigen Weibchen der Feigenwespe ein. Die Wespe bohrt dazu mit ihrem Legestachel Löcher in die Fruchtknoten der sogenannten Gallblüten, um dort ihre Eier abzulegen – und gleich darauf zu versterben. Während der Eiablage befruchten die Wespen die Blüten der Feige.
Übrigens: Sie werden im Inneren einer Feige niemals die Überreste von toten Feigenwespen finden, denn diese werden – durch das Enzym Ficinim – absolut rückstandslos zersetzt.
Woran liegt es, dass der Feigenbaum nicht blüht?

Sollten Sie „richtige“ Blüten erwartet haben, dann ist Ihre Frage – durch das Wissen um die innenliegenden Blüten – vielleicht bereits beantwortet. Sollten sich an Ihrem Feigenbaum jedoch auch keine kugelförmigen Triebe bilden, kann das verschiedene Gründe haben:
Möglicherweise fühlt sich Ihr Feigenbaum an seinem derzeitigen Standort unwohl. Feigen brauchen – um zu blühen und Früchte zu tragen – viel Wärme und Sonne. Ist der Platz an dem Ihr Feigenbaum steht zu schattig, dürfen Sie die Pflanze bedenkenlos umstellen. Wissen sollten Sie zudem, dass Ihr Feigenbaum zur Blütenbildung auf eine konstante Wasserversorgung angewiesen ist. Feigen, die in Topf oder Kübel gehalten werden, brauchen sehr viel mehr Wasser, als Feigen die im Freiland gedeihen. Bewässern Sie Ihre Feige stets von unten. Wichtig ist dabei, dass sich keine Staunässe bilden kann, auf die Ihre Feige schnell mit Wurzelfäule reagieren wird.
Feigenbäume brauchen Platz: Ist der Kübel zu klein geworden, kann sich das komplexe Wurzelsystem der Pflanze nicht ungehindert ausbreiten. Auch das könnte ein Grund dafür sein, dass Ihr Feigenbaum keinerlei Blüten zeigt. Sie sollten das Gewächs also möglichst schnell umtopfen. Denken Sie in Zukunft daran, dass Ihre Feige – in der Regel alle zwei Jahre – einen größeren Kübel benötigt.
Gut zu wissen: Ein wilder Feigenbaum – den Sie aus Ihrem letzten Urlaub im sonnigen Süden mitgebracht haben – kann in unseren Breiten keine Blüten ausbilden. Wer sich wünscht, seine eigenen Feigen zu ernten, sollte im Gartenfachmarkt nach einem Exemplar Ausschau halten, das für unsere Region geeignet und selbstbefruchtend ist.
Expertentipp
Ein Feigenbaum sollte, wie auch die meisten anderen Obstgehölze, regelmäßig geschnitten werden. Mit dem Rückschnitt – der im zeitigen Frühjahr erfolgen sollte – sorgen Sie dafür, dass der Baum kräftige neue Triebe ausbilden kann, damit die nächste Ernte optimal ausfällt. Entfernen Sie dabei alle abgestorbenen Triebe. Auch die Krone des Feigenbaumes sollte nie zu üppig ausfallen, sondern eher „luftig“ gehalten werden, damit die Früchte möglichst viel Sonne tanken können. Radikale Rückschnitte sollten Sie vermeiden, denn diese führen meist dazu, dass der Baum im selben Jahr keine Früchte ausbilden wird.
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