Kartoffeln (Solanum tuberosum) gehören zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und sind eines der wichtigsten Nahrungsmittel weltweit, obwohl fast alle Pflanzenteile leicht giftig sind. Lediglich die Knollen sind essbar. Der Anbau erfolgt kommerziell auf großen Feldern. Für den Eigenbedarf kann man Kartoffeln auch im eigenen Garten oder auf dem Balkon anbauen. In diesem Beitrag erfahren Sie, unter welchen Bedingungen Kartoffeln die besten Erträge bringen.
Standort
Trotz der Bezeichnung als Nachtschattengewächse bevorzugen Kartoffeln vollsonnige, warme Standorte. Am besten gedeihen sie bei Tagesmitteltemperaturen von 18 bis 20°C. In der Nacht sollten die Außentemperaturen nicht unter 15°C fallen, um optimale Bedingungen zu gewährleisten. Die idealen Bodentemperaturen liegen zwischen 15 und 18°C.
Die Pflanzung ist ab 8°C möglich, vorgekeimte Kartoffeln können bei geringeren Temperaturen gepflanzt werden. Bei Temperaturen unter 10°C und über 30°C wachsen die Pflanzen kaum. Beete oder Felder sollten in den letzten drei Jahren nicht für den Anbau von Kartoffeln genutzt worden sein. Tomaten sollte man in keinem Fall in der Nähe pflanzen, um Ansteckung mit Schädlingen zu vermeiden.
Bodenbedingungen
Für die Bildung der stärkereichen Knollen benötigen Kartoffelpflanzen viele Nährstoffe. In weichen, gut durchlässigen Böden gedeihen sie am besten. Sandiges oder aus Sand und Lehm gemischtes, gut gedüngtes Substrat ist aus diesem Grund ideal. Für den Anbau in Pflanzgefäßen eignet sich eine Mischung aus Gartenerde und Sand. Das Substrat sollte feinkrümelig, klumpenfrei und eher trocken sein.
Der ideale pH-Wert liegt zwischen 5 und 6, der optimale Nährstoffgehalt bei 80 bis 120 kg Stickstoff, 50 bis 80 kg Phosphor und 125 bis 160 kg Kalium pro Hektar. Um passende Werte zu erreichen, sollte man im Herbst noch vor der Pflanzung reichlich Pferdemist oder reifen Kompost in den Boden einarbeiten.
Feuchtigkeit

Der Wasserbedarf von Kartoffeln ist von ihrer Reifezeit abhängig, die sich je nach Sorte unterscheidet. Bei 120 bis 150 Tagen gelten durchschnittliche Jahresniederschlagsmengen von 500 bis 700 mm als ideal für optimale Erträge. Grundsätzlich sind trockene Regionen besser für den Anbau von Kartoffeln geeignet, da eine niedrige Luftfeuchtigkeit das Krankheitsrisiko der Pflanzen reduziert. Insbesondere in Gärten oder auf Balkonen kann man zu geringe Niederschlagsmengen ´ durch zusätzliche Wassergaben ausgleichen.
Kartoffeldämme

Zum Schutz ihrer Gesundheit benötigen die Knollen einen guten Luft-, Wasser- und Wärmetausch. Aus diesem Grund pflanzt man sie auf Feldern und in Beeten nicht in Furchen, sondern in aufgeschüttete Dämme. Diese Art des Anbaus fördert den Wasserablauf und verhindert die Bildung von Staunässe.
Luft und Wärme können nicht nur von oben, sondern auch von den Seiten in die Erde eindringen und erreichen die Knollen rascher. Verbliebenes Wasser verdunstet schneller, was die Bildung von Fäulnis und die Gefahr eines Pilzbefalls verringert. Im Laufe des Wachstums häufelt man den Damm alle 3 bis 4 Wochen mit Erde an, um die Pflanzen dazu zu animieren, an den neu bedeckten Stellen weitere Knollen zu bilden.
Pflanzabstände
Die Abstände zwischen den Pflanzen innerhalb einer Reihe sollten mindestens 25 Zentimeter betragen. Größere Abstände von bis zu 40 Zentimetern gelten als idealer, da sie das Ansteckungsrisiko bei einem Schädlingsbefall verringern.
Der für die Pflanzen gefährlichste Schädling ist der Kartoffelkäfer. Kartoffeln sind jedoch auch sehr anfällig für Drahtwürmer, Engerlinge und Schnecken, die die Pflanzen nicht vernichten, ihre Knollen jedoch ungenießbar machen.
Zwischen den Reihen sind Abstände von 60 bis 90 Zentimetern üblich, um Platz für den Zugang zu den einzelnen Pflanzen zu lassen. Die Pflanztiefe sollte 8 bis 10 Zentimeter betragen.
Expertentipp
Lassen Sie das Saatgut an einem hellen Standort bei Temperaturen zwischen 10 und 15°C im Haus vorkeimen. In diesem Fall beginnen die Pflanzen bereits im Februar zu wachsen und bilden eine größere Anzahl an Knollen. Treiben Kartoffeln unbeabsichtigt bei der Lagerung aus, sollten diese Exemplare als Saatgut verwendet werden. Man sollte sie nicht in Gerichten verarbeiten, da schon kleine Keime giftig sind.
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