Die Anthurie, die auch unter dem Namen Flamingoblume bekannt ist, stellt nicht nur eine schöne, sondern auch eine pflegeleichte Zimmerpflanze dar. Wer Gefallen an ihr gefunden hat und den Bestand erweitern will, braucht zwangsweise keine weiteren Exemplare kaufen. Anthurien lassen sich gut vermehren. Hier drei Methoden, die mal mehr und mal weniger gelingen können.
Eine Anthurie teilen – die einfachste Methode
Die wohl einfachste und sicherste Methode, eine Anthurie zu vermehren, ist die Teilung der Pflanze. Das sollten Sie am besten im Frühjahr mit dem Umtopfen verbinden. Dann erleidet die Anthurie weniger Stress.
Zunächst wird die Pflanze sachte aus dem Pflanzgefäß genommen. Nun wird ihr Wurzelballen von grober Erde befreit, um eine klare Sicht auf das Wurzelwerk zu erhalten. Der Wurzelballen wird nun geteilt, indem er mit den Händen auseinandergezogen wird. Ist das problematisch, kann ein Messer zu Hilfe genommen werden.
Wichtig bei der Teilung ist, dass jede zukünftige Pflanze dicke Wurzeln braucht, um gut anwachsen zu können. Die ein bis zwei von der Mutterpflanze geteilten Wurzelstücke werden in separate Töpfe gepflanzt. Die Erde darin sollte schwach sauer bis sauer, locker und durchlässig sein.
Stecklinge bewurzeln lassen – das kann dauern

Die Vermehrung mittels Stecklingen ist eine Geduldsfrage und auch eine Glückssache. Doch einen Versuch ist es wert. So gehen Sie vor:
- Triebe suchen, die am unteren Bereich kleine Knötchen aufweisen.
- Die jeweiligen Triebe abtrennen.
- Bis auf 2 Blätter alle anderen Blätter entfernen.
- Aufrecht in ein Glas mit Wasser setzen.
- An einen hellen, nicht sonnigen und 20 bis 25 °C warmen Platz stellen.
- Wartezeit bis zur Bewurzelung: 2 bis 3 Wochen
- Nach der Bewurzelung in Töpfe mit Erde einpflanzen und feucht halten.
Aussaat der Anthurie

Wenn schon mehrere Anthurien im Zimmer stehen, ist die Chance groß, dass sich diese befruchten und sich anschließend die Früchte mit den Samen herausbilden. Die Früchte sind beerenartig und müssen schnell geerntet werden. Nach der Ernte werden die Samen aus den Früchten geholt und mit Wasser abgewaschen. Das ist überaus bedeutsam, da das Fruchtfleisch keimhemmende Substanzen enthält. Die Samen werden anschließend sofort gesät. Achtung: Da Anthurien Giftstoffe enthalten, sollten Sie nach der Aussaat Ihre Hände waschen!
Da es sich bei den Samen der Anthurie um Lichtkeimer handelt, sollten sie nicht mit Erde bedeckt, sondern nur leicht angedrückt werden. Ideal für die Aussaat sind Anzuchtkästen, da in ihnen eine hohe Luftfeuchtigkeit gewährleistet ist und die Erde nicht so schnell austrocknet. Zum Keimen benötigen die Samen einen hellen und etwa 20 °C warmen Standort. Es dauert in der Regel zwischen 10 und 14 Tage bis sie keimen. Drei Monate später können die Jungpflanzen getrennt und in Töpfe gesetzt werden.
Der Umgang mit den Jungpflanzen
Für welche Methode Sie sich auch entschieden haben, die Jungpflanzen brauchen Aufmerksamkeit, um mehrere Jahre alt werden zu können und irgendwann zu blühen. Sie sollten an einem hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen. Eine konstante Zimmertemperatur zwischen 20 und 25 °C ist ebenso bedeutsam. Alle zwei Wochen können sie mit etwas Dünger versorgt werden. Nicht zuletzt legen sie Wert auf ein feuchtes Substrat.
Expertentipp
Wenn das Wasser der Stecklinge 2 bis 3 Wochen oder länger herumsteht, könnten die Stecklinge schnell beginnen zu faulen. Daher ist es besonders wichtig, das Wasser regelmäßig zu wechseln.
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