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Kräuterpflanzen

Frische Kräuter auf der Fensterbank ziehen

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Frische Kräuter auf der Fensterbank ziehen

Kräuter sind vielseitig und gesund. Sie verfeinern unsere Mahlzeiten, aromatisieren Tee oder Smoothie. Sie lassen sich räuchern und finden Anwendung in pflanzlichen Arzneien. Kräuter werden frisch oder getrocknet verwendet, doch oft kaufen wir sie im Supermarkt. Dabei ist es gar nicht schwer, Kräuter selbst zu ziehen. Ob im Garten, auf dem Balkon oder auch das ganze Jahr über auf der Fensterbank. In diesem Artikel lesen Sie über die unkomplizierte Möglichkeit, verschiedene Kräuterpflanzen auf der Fensterbank zu kultivieren.

Warum Kräuter selbst ziehen?

Kräuter sind aus der Küche kaum wegzudenken. Sie sind nicht nur hübsch anzusehen und herrlich duftend, sondern verändern unsere Speisen auch geschmacklich. Wir nennen Ihnen ein paar Gründe, warum sich die eigene Kräuteranzucht lohnt:

  • Frische Kräuter sind geschmacklich aromatischer und intensiver als industriell angebaute, getrocknete Kräuter.
  • Der Eigenanbau ist kostengünstig.
  • Es fällt kein Verpackungsmüll an.
  • Es kann rund ums Jahr nach Bedarf frisch geerntet werden.
  • Die Ernte kann vielfältig weiterverarbeitet werden.
  • Sie sind pflegeleicht.
  • Es macht Spaß, den Kräutern beim Wachsen zuzusehen und sie zu ernten.

Welche Kräuter lassen sich anbauen?

Welche Kräuter lassen sich anbauen


Die meisten Kräuter sind für die Anzucht auf der Fensterbank geeignet. Sie sind genügsam und gedeihen gut, wenn die Wachstumsanforderungen erfüllt sind.

Als Anregung hier eine Liste beliebter Küchenkräuter:

  • Schnittlauch
  • Petersilie
  • Thymian
  • Minze
  • Rosmarin
  • Oregano
  • Kresse
  • Dill
  • Kapuzinerkresse
  • Basilikum

Weniger Kräuter fühlen sich im Beet wohler. Liebstöckel und Estragon etwa eignen sich besser für den Anbau im Freiland.

Was brauche ich für die Kräuteranzucht?

Was brauche ich für die Kräuteranzucht
Um eigene Kräuterpflanzen beernten zu können, brauchen Sie zunächst die Pflanzen. Prinzipiell können Sie dafür Pflanzen aus dem Gartenfachhandel oder Ableger, also bewurzelte Stecklinge, aus dem Freiland nehmen. Pflanzen aus dem Supermarkt sind meist für eine eher zeitnahe Verwendung gezogen und welken vergleichsmäßig schnell.

Wer ganz von vorne anfangen möchte, besorgt sich Kräutersamen und sät diese selbst aus. Achten Sie auf frisches Saatgut für eine höhere Keimfähigkeit. Der Prozess vom Samen bis zur ersten Ernte nimmt einige Zeit in Anspruch. Es ist jedoch umso befriedigender, zu sehen wie eine gesunde Pflanze aus den selbst gesäten Samen wächst.

Weiterhin benötigen Sie Pflanzgefäße, Tonscherben oder Kieselsteine und Erde.

Für eine gelungene Anzucht ist ein sonniger Standort vonnöten, idealerweise an einem Süd- oder Westfenster. Achten Sie jedoch darauf, dass sich keine Heizung unter den Kräuterpflanzen befindet, denn die stetige Wärme trocknet die Pflanzen nach und nach aus.

Ist ein Standort zu dunkel, bilden Keimlinge aus Samen dünne, schwache Triebe aus. Anstatt üppig in die Breite zu wachsen und große Blätter hervorzubringen, schießen sie auf der Suche nach mehr Licht in die Höhe.

Eine Durchschnittstemperatur von 18°C ist optimal.

Wie genau ziehe ich Kräuter auf der Fensterbank?

Wie genau ziehe ich Kräuter auf der Fensterbank

Anzucht aus Samen

Ein Mini-Gewächshaus ist ideal für die Anzucht, denn Samen und Keimlinge brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Füllen Sie die Anzuchttöpfchen mit spezieller Anzuchterde. Nährstoffarme Erde regt das Wurzelwachstum an, was zu robusteren Pflanzen führt.

Achten Sie darauf, ob es sich um Dunkel- oder Lichtkeimer handelt. Diese Information sowie weitere Instruktionen sind auf dem Samentütchen vermerkt.

Dunkelkeimer werden vollständig mit Erde bedeckt, mindestens so hoch, wie sie dick sind. Lichtkeimer werden auf die Erde gelegt und leicht angedrückt. Gießen nicht vergessen. Das Mini-Gewächshaus muss täglich etwa 2 Stunden gelüftet werden.

Pflanzung

Es ist ratsam, dass jede Kräuterpflanze seinen eigenen Topf hat. Je nach Art und Größe der Pflanze sollte das Pflanzgefäß ausgewählt werden. Tiefwurzler wie Dill brauchen ein hohes Gefäß, für Flachwurzler wie Kresse ist eine flache Schale ausreichend. Die Gefäße sollten Löcher im Boden haben, um Staunässe zu verhindern. Eine zusätzliche Drainage aus Tonscherben oder Kieselsteinen ist hilfreich. Füllen Sie anschließend Erde in das Gefäß und setzen Sie die Kräuterpflanze hinein. Bedecken Sie die Wurzeln mit Erde und drücken Sie diese fest. Nach dem Einpflanzen bitte angießen.

Wie pflege ich die Küchenkräuter?

Wichtig ist, die Küchenkräuter stets feucht zu halten. Die meisten Kräuter mögen eine erhöhte Luftfeuchtigkeit, welche in Wohnungen selten vorkommt. Eine Schale mit Wasser in der Nähe der Kräuter oder regelmäßiges Besprühen begünstigt ein gesundes Wachstum.

Starke Nässe oder Staunässe sollten Sie unbedingt vermeiden, da zu viel Feuchtigkeit welke Triebspitzen und Blätter bedingen kann. Trockenheit führt ebenso zu verwelkenden Blättern und Trieben. Welke und kranke Pflanzenteile sollten zeitnah abgeschnitten werden.

Sobald Blütenansätze zu erkennen sind, ist es sinnvoll diese zu entfernen. Blüten sehen zwar schön aus, entziehen der Pflanze aber auch Energie und Aroma. Wollen Sie dennoch gerne eigene Samen ernten, ist es möglich einen Trieb mit Blütenansatz stehen zu lassen.

Kontrollieren Sie die Kräuter regelmäßig auf Ungeziefer und sprühen Sie bei Bedarf Brennnesseljauche, um die Schädlinge zu bekämpfen.

Im Herbst bietet sich ein radikaler Rückschnitt an. Die abgeschnittenen Triebe können im Strauß zusammengebunden werden und über Kopf hängend getrocknet werden. Einfrieren ist ebenfalls eine gute Variante, den Überschuss an Kraut haltbar zu machen.

Wie ernte ich die Kräuter?

Ernten Sie je nach Bedarf. Bei verholzenden Kräutern wie Rosmarin und Thymian werden die Triebspitzen oder sogar ganze Triebe geerntet. Ein tiefer Schnitt oberhalb einer Blattachsel unterstützt einen buschigen Wuchs. An den Blattachseln bilden sich anschließend neue Triebe.

Krautige Pflanzenarten wie Schnittlauch oder Petersilie werden kurz oberhalb des Bodens geschnitten. Sie treiben an der Schnittstelle neu aus.

Expertentipp

Ansprüche an Standort oder Nährstoffen variieren von Pflanze zu Pflanze. Informieren Sie sich über die Idealbedingungen der gewünschten Kräuter und versuchen Sie sie bestmöglich zu erfüllen. Auf diese Weise erhöhen sich Lebensdauer und Ertrag.

Beachten Sie zum Beispiel die Prinzipien der Mischkultur. Es gibt Kräuter, die können sich gegenseitig nicht riechen und sollten dementsprechend nicht nebeneinander gepflanzt werden. Wiederum gibt es Pflanzen, die sich gegenseitig im Wachstum unterstützen und Schädlinge voneinander fernhalten.

Gute Nachbarn sind zum Beispiel Dill, Petersilie und Schnittlauch. Petersilie und Koriander hingegen sollten besser nicht nebeneinander gepflanzt werden. Basilikum verträgt sich gut mit Petersilie, Oregano und Rosmarin, nicht aber mit Pfefferminze und Zitronenmelisse.

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Bildquellen:

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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