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Gemüsepflanzen

Gemüse auf dem Balkon pflanzen

Lars Reibemann

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Sie möchten Gemüse anbauen, haben aber keinen eigenen Garten? Kein Problem! Es gibt zahlreiche Gemüsesorten, die in Töpfen kräftig wachsen und sich leicht auf dem Balkon anbauen lassen. In unserem Ratgeber erfahren Sie, welche Gemüsesorten für diesen Anbau geeignet sind. Zudem verraten wir Ihnen Tipps und Tricks, die Ihren Balkon in ein wahres Gemüseparadies verwandeln.

Voraussetzungen für einen Balkongarten

Gemüsepflanzen brauchen Licht. Südwestlich und südöstlich liegende Balkone bieten die besten Voraussetzungen für einen erfolgreichen Gemüseanbau. Weiterhin ist wichtig, dass der Balkon über eine gute Luftzirkulation verfügt, damit das Gemüse vor Schädlingen und Pilzerkrankungen geschützt ist.

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann das Gärtnern beginnen.

Junges Gemüse – Anzucht oder Jungpflanzen kaufen

Sie können Balkongemüse selbst aussäen oder Jungpflanzen aus dem Fachhandel verwenden.

Verschiedene Jungpflanzen sind in veredelter Form erhältlich. Veredelte Jungpflanzen liefern höhere Fruchterträge und sind robuster gegen Krankheiten und Schädlinge.

Eine kostengünstigere Alternative stellt die eigene Anzucht dar. Hierzu benötigen Sie:

  • Gemüsesamen
  • Anzuchtbehälter
  • Erde
  • Sonne und Wasser

Achten Sie bei der Aussaat darauf, dass Sie ausreichend Abstand zwischen den Samenkörnern einhalten. Drücken Sie die Erde leicht an und befeuchten Sie sie anschließend mit Wasser. Ab Mitte Mai – nach den Eisheiligen – können Sie die Setzlinge umpflanzen und ins Freie setzen.

Ausnahme: Manchen Gemüsesorten – Rote Bete und Radieschen beispielsweise – gedeihen besser im Beet. Vorziehen ist in diesem Fall nicht sinnvoll.

Gemüsepflanzen für sonnige Balkone

Nach Süden ausgerichtete Balkone eignen sich für wärmeliebendes Gemüse.

Paprika sind wahre Sonnenanbeterinnen. Sie brauchen warme, sonnige Plätze, um ihren vollen Geschmack zu entfalten. Anfang Mai können die Jungpflanzen ins Freie. Achten Sie darauf, dass die Paprika über Nacht schön warm hat. Hierfür ist ein Platz nahe der Hauswand ideal, da diese nachts Wärme abgibt.

Tomaten benötigen ebenfalls Licht und Wärme, um ordentlich zu gedeihen. Der Standort sollte regengeschützt sein. Zudem vertragen Tomatenpflanzen keinen Frost und sollten erst Mitte Mai auf dem Balkon Platz finden. Planen Sie beim Einpflanzen genügend Abstand zwischen den einzelnen Pflänzchen ein. Damit die Pflanze bei Wind stabil bleibt, braucht sie eine Rankhilfe.

Auch Gurken sind für den Balkonanbau geeignet. Sie brauchen – wie die Tomate – helle, warme und geschützte Plätze. Mit der Aussaat können Sie Mitte Mai beginnen. Gurken gehören zu den Kletterpflanzen und lassen sich platzsparend anbauen. Sie können die Triebe beispielsweise an der Wand entlang führen oder an einem Spalier hinaufklettern lassen. Minigurken sind für Balkone besonders empfehlenswert.

Einige Zucchini-Sorten benötigen weniger Platz und sind für den Anbau auf dem Balkon ideal. Die Zucchini liebt sonnige Standorte. Achten Sie auf ein ausreichend großes Gefäß, damit sich die Pflanze gut ausbreiten kann. Der Kübel sollte ein Fassungsvermögen von mindestens 15 Litern aufweisen.

Gemüsepflanzen für sonnige bis halbschattige Balkone

Nicht jeder Balkon ist von der Sonne geküsst. Dennoch muss man nicht auf selbst angebautes Gemüse verzichten. Es gibt diverse Gemüsesorten, die im Halbschatten wachsen und gedeihen.

Radieschen mögen sonnige bis halbschattige Standorte. Die Pflanzen sind unempfindlich gegenüber Wind und Regen. Sie können die Radieschen zwischen April und September aussäen. Halten Sie zwischen den Reihen einen Abstand von 15 Zentimetern ein. Der optimale Abstand zwischen den einzelnen Pflanzen beträgt fünf Zentimeter. Rund vier Wochen nach der Aussaat können Sie die Früchte Ihrer Arbeit ernten.

Pflücksalat ist ebenfalls ideal. Feldsalat, Rucola und Lollo rosso gedeihen an sonnigen bis halbschattigen Plätzen. Von März bis August können sie auf dem Balkon einziehen. Halten Sie einen Reihenabstand von 30 Zentimetern ein. Zwischen den einzelnen Pflanzen ist ein Abstand von drei Zentimetern zu empfehlen.

Weitere Gemüsesorten, die wenig Sonne tolerieren, sind Mangold, Rote Bete und Kohlrabi.

Mischkulturen

Ist der Platz auf dem Balkon eingeschränkt, bietet es sich an, mehrere Pflanzen in einem Gefäß zu ziehen. Doch Vorsicht! Nicht alle Pflanzen vertragen sich mit ihren Beetnachbarn.

Gemüsepflanzen werden in Stark-, Mittel- und Schwachzehrer unterteilt. Starkzehrer haben einen hohen Nährstoffbedarf. Mittel- und Schwachzehrer benötigen weniger Nährstoffe.

Die oben aufgeführten Gemüsesorten lassen sich wie folgt unterteilen:

  • Starkzehrer: Tomaten, Zucchini, Gurke
  • Mittelzehrer: Paprika, Kohlrabi, Mangold
  • Schwachzehrer: Rote Bete, Radieschen, Pflücksalat

Pflanzen Sie – wegen der Nährstoffversorgung – starkzehrende Pflanzen nicht gemeinsam in ein Gefäß. Kombinieren Sie Starkzehrer mit mittel- oder schwachzehrenden Pflanzen.

Geeignete Pflanzengefäße

Gemüsepflanzen brauchen ausreichend Wurzelraum, damit sie wachsen können. Je größer das Gefäß, desto weniger müssen Sie die Pflanze gießen und umso üppiger fällt die Ernte aus. Ein Pflanzkübel kann nicht groß genug sein. Falls es der Platz zulässt, entscheiden Sie sich für große Gefäße. Mit Etageren und Rankgittern können Sie Gemüse sogar auf unterschiedlichen Ebenen anbauen.

Zu den gängigsten Gefäßen für Balkongemüse zählen Kästen, Kübel und Eimer. Der Fantasie sind jedoch keine Grenzen gesetzt. Sie können beispielsweise

  • Holz- und Weinkisten
  • Paletten
  • Töpfe und Schüsseln

für den Anbau nutzen.

Für Pflücksalate und Radieschen eignen sich Balkonkästen. Auch in Pflanztaschen, die an der Wand montiert werden, können Radieschen wachsen und gedeihen.

Tomaten, Paprika, Zucchini und Gurken benötigen Platz. Pflanztöpfe und Kübel sind ideal. Alternativ können Sie ein Hochbeet aufstellen, falls ihr Balkon groß genug ist.

Wichtig ist, dass jedes Pflanzengefäß über Abflusslöcher und eine Drainage verfügt, damit überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Auf diese Weise vermeiden Sie Staunässe und Wurzelfäule.

Erde und Dünger

Für Gemüsepflanzen ist torffreie Gemüseerde zu empfehlen. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse der Pflanzen abgestimmt.

Ausnahme: Für die Anzucht aus Samen benötigen Sie Anzuchterde, da sie den Keimlingen optimale Keim- und Wachstumsbedingungen bietet. Ist die Jungpflanze groß genug, wird sie in ein Gefäß mit Gemüseerde umgesetzt.

Gemüseerde speichert viel Wasser und ist reich an Nährstoffen. Nach ca. sechs Wochen sind diese Nährstoffe aufgebraucht. Jetzt ist die optimale Zeit, die Pflanzen nachzudüngen.

Für starkzehrende Gemüsepflanzen gibt es spezielle Sortendünger. Langzeit-Gemüsedünger in Stäbchenform sind ebenfalls geeignet.

Mittel- und Schwachzehrer können Sie mit einem flüssigen Universaldünger versorgen. Den Dünger geben Sie – gemäß der beigefügten Vorschrift – alle ein bis zwei Wochen zum Gießwasser.

Nützliche Pflegetipps

Balkonpflanzen haben – aufgrund des beengten Wurzelvolumens – einen erhöhten Wasser- und Nährstoffbedarf. Je kleiner das Pflanzengefäß, desto häufiger müssen Sie das Balkongemüse gießen.

Gießen Sie niemals in der prallen Mittagshitze. Prüfen Sie morgens und abends, ob die Erde feucht genug ist. Das Gießwasser gelangt im Idealfall direkt auf das Substrat und nicht auf die Blätter. Gießen Sie Ihre Gemüsepflanzen – falls möglich – zwischendurch mit Regenwasser. Sie gedeihen dadurch besonders gut.

Die Wurzelballen sollten gut durchfeuchtet werden. Vermeiden Sie Staunässe und schützen Sie die Pflanzen vor der prallen Sonne. Markisen und Sonnenschirme sind ideal. Die Überdachung schützt zudem vor Regenwasser – Wasser auf den Blättern kann Braunfäule verursachen.

Pflanzentriebe können Sie bei Bedarf aufbinden. Hierfür eignen sich Schnüre, Kletterhilfen, Spiralstäbe und Holzstöcke.

Entfernen Sie regelmäßig braune, abgeblühte Blätter sowie abgeknickte Triebe. Zudem ist es ratsam, die Gemüsepflanzen kontinuierlich auf Krankheiten und Schädlingsbefall zu überprüfen.

Krankheiten und Schädlinge

Leider ist auch Balkongemüse nicht vor Pflanzenkrankheiten geschützt. Schädlinge und Pilze können die Ernte gefährden. Der Befall ist meist in Indiz für falsche Pflege, ungeeignete Standorte bzw. ungeeignete Pflanzenerde.

Sind nur wenige Blätter befallen, reicht es häufig aus, diese abzuschneiden. Bei großflächigem Befall helfen nur noch biologische Maßnahmen aus dem Fachhandel. Entfernen Sie die befallene Pflanze, bevor Krankheiten bzw. Schädlinge auf andere Gemüsesorten übergehen.

Mit Stäbchen aus dem Fachhandeln können Sie Ihre Pflanzen vorbeugend vor Schädlingen schützen. Auch Brennnesselsud hat sich bewährt.

Expertentipp

Sie ersparen sich regelmäßiges Düngen, indem Sie die Gemüseerde mit Kompost anreichern und Hornspäne unter die Erde mischen. Hornspäne geben langsam und kontinuierlich Nährstoffe ab – Ihre Gemüsepflanzen profitieren langfristig von dem Prozess.

Häufige Fragen

Welche Gemüsesorten sind für kleine Flächen geeignet?

Für kleinere Flächen sind vor allem Radieschen, Salat und Mangold prädestiniert.

Kann man Tomaten in Balkonkästen pflanzen?

Tomaten können auch in Balkonkästen angebaut werden. Wichtig ist, dass das Gefäß nicht zu klein ist. Tomaten benötigen ausreichend Wurzelraum.

Kann man Blumenerde auch für Gemüsepflanzen verwenden?

Ja, Sie können herkömmliche Universal- bzw. Blumenerde verwenden und diese beispielsweise mit reifem Kompost und Hornspänen aufwerten.

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Lars Reibemann ist Redakteuer auf Weiterbildungsfibel.de. Er ist Experte im Bereich der Weiterbildungs- und Umschulungsmaßnahmen und veröffentlicht regelmäßig Inhalte zu verschiedenen bildungsrelevanten Themen.

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