Azaleen sind eine farbenprächtige Blütensträucher und zählen zur Pflanzengattung der Rhododendren. Sie gehören zu den wenigen Pflanzen, die sowohl draußen im Garten als auch im Haus mit ihrer Blütenpracht erfreuen.
Azaleen – anspruchslos und pflegeleicht
Grundsätzlich sind Freiland-Azaleen anspruchslose und pflegeleichte Pflanzen. Da sie sowohl in der Sonne als auch im Schatten gedeihen, können sie im Garten fast überall gepflanzt werden. Voraussetzung ist ein humusreicher und saurer Boden mit einem pH-Wert von 4,5 bis 5,5. Die Sträucher mögen es gerne feucht, vertragen aber keine Staunässe. Zimmer-Azaleen hingegen sind frostanfällig und vertragen keine größere Wärme. Sie fühlen sich bei einer Temperatur zwischen 15° und 20° Grad sowie an einem halbschattigen Standort wohl.
Krankheiten und Schädlinge bei Azaleen

Falsche Pflege kann bei Azaleen jedoch zu Mangelerscheinungen führen. Außerdem lösen Pilze und Schädlinge Krankheiten aus. Nachfolgende Aufstellung gibt Aufschluss über die wichtigsten Krankheiten und Schädlinge:
Stickstoffmangel
Stickstoffmangel ist für Azaleen ein echtes Problem. Erkennbar wird dieser, wenn die Blätter der Pflanze immer heller werden und sich intensiv gelb verfärben. Dieser Mangel kann dazu führen, dass Azaleen ihr gesamtes Laub verlieren und die nachfolgenden, jungen Blätter bereits einen gelblichen Farbton haben. Wenn rechtzeitig gedüngt wird, erholen sich die Pflanzen in aller Regel wieder. Hierfür eignet sich ein Volldünger wie Blaukorn oder ein organischer Dünger wie beispielsweise Hornspäne.
Eisenmangel
Auch Eisenmangel tritt bei Azaleen häufig auf, insbesondere wenn die Pflanze am falschen Standort – zu kalkhaltig und mit hohen pH-Werten – gepflanzt wurde, denn dann wird kein Eisen über die Wurzeln aufgenommen. Die Triebspitzen werden hell, die Blätter können sich zitronengelb verfärben und vom Rand zur Blattmitte vertrocknen. Um diesen Eisenmangel zu bekämpfen, ist es notwendig, den Standortboden zu optimieren, in dem der pH-Wert so gesenkt wird, dass er zwischen 4,5 und 5,5 liegt.
Chlorose
Die Chlorose ist eine Blattkrankheit und resultiert in den meisten Fällen aus einem zu trockenen Boden. Das kann häufiger vorkommen, wenn die Azalee einen sehr sonnigen Standort hat. Wird die Erde aufgelockert (auch Mulchen kann hier sinnvoll sein) und gewässert, verschwindet die Chlorose wieder. Beim Wässern sollte darauf geachtet werden, dass keine Staunässe entsteht, denn das verträgt die Azalee nicht. Chlorose kann leicht mit Eisen- oder Stickstoffmangel verwechselt werden.
Knospensterben durch Pycnostysanus azaleae
Eine ernsthafte Bedrohung für die Azalee ist der Befall durch den Pilz Pycnostysanus azaleae, der meistens zusammen mit Rhododendronzikaden (Graphocephala fennahi) auftritt. Diese Zikaden legen ihre Eier in die Knospen der Azalee. Durch die verletzten Knospen dringt der Pilz in die Pflanze ein und verbreitet seine Sporen. Hier gibt es keine andere Möglichkeit, als die Knospen sofort zu entfernen und sowohl ein Fungizid gegen den Pilzbefall als auch ein Insektizid gegen die Zikaden anzuwenden.
Fraßschaden durch Käferbefall
Gartenazaleen und Kübelpflanzen können Käfern wie beispielsweise dem Dickmaulrüssler (Otiorrhynchus sulcatus) zum Opfer fallen. Er frisst nicht nur die Blätter auf, sondern legt außerdem seine Eier im Wurzelbereich im Boden ab. Die geschlüpften Larven ernähren sich von den Wurzeln und sorgen so dafür, dass die Azalee abstirbt. Hier ist eine biologische Schädlingsbekämpfung sinnvoll, da Chemiekeulen oft wirkungslos sind. So kann der Einsatz von Fadenwürmern (Nematoden) gegen den Käferbefall helfen. Außerdem sollten die Pflanzen abends mit einer Taschenlampe auf Käfer und Larven untersucht und diese abgesammelt werden.
Blattläuse
Wenn es auf Stielen und Blättern der Azalee vor kleinen Tierchen nur so wimmelt, liegt meistens ein Befall von Blattläusen vor. Erkennbar wird das auch dadurch, dass sich die Blätter kräuseln und der Neuaustrieb deformiert aussieht. Zur Bekämpfung gibt es entsprechende Insektizide. Wer darauf verzichten möchte, der kann ein Hausmittel anwenden und die befallenen Blätter sowie Triebe mit einem Gemisch aus Wasser und Seife besprühen. Damit diese Lauge nicht in die Erde gelangt, sollte der Boden rund um die Azalee mit Papiertüchern (Küchenrolle) abgedeckt werden.
Spinnmilben
Unangenehme Zeitgenossen sind außerdem die Spinnmilben. Sie breiten ihre feinen Spinnweben zwischen Blättern und Zweigen aus und treten besonders häufig bei Zimmerazaleen auf, die an einem sehr trockenen und warmen Standort stehen. Die Kombination aus hoher Temperatur und niedriger Luftfeuchtigkeit sind ideale Voraussetzungen für die Milben. Es reicht meistens aus, die befallene Azalee an einen kühlen Platz mit ausreichender Luftfeuchtigkeit zu stellen. Außerdem fallen die Milben von der Pflanze, wenn sie vorsichtig mit einer Wasserdusche abgespült wird.
Expertentipp
Wer seinen Azaleen – sowohl im Garten als auch im Haus – etwas Gutes tun möchte, der gießt sie mit kalkfreiem Wasser. Dafür eignet sich Regenwasser besonders gut.
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