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Magnolien aus Samen ziehen

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Magnolien aus Samen ziehen

Wenn im Herbst die Blüten der Magnolie längst verblüht sind, kommen die Samenkapseln zum Vorschein. Sie enthüllen leuchtend rote Beeren, die bei Vögeln, Eichhörnchen und anderen Wildtieren sehr beliebt sind. Im Inneren der Beeren befinden sich die Samen, aus denen sich neue Magnolien ziehen lassen. Der Anbau von Magnolien aus Samen ist ein Geduldsspiel, denn die Sämlinge können bis zu 15 Jahre brauchen, um zu blühen. Doch die unvergleichliche Pracht eines Magnolienbaums in voller Blüte ist den Aufwand wert.

Ernte der Magnoliensamenkapseln

Ernte der Magnoliensamenkapseln

Bei der Ernte der Samen müssen die Beeren von der Kapsel gepflückt werden, wenn sie leuchtend rot und vollreif sind. Am besten sind dazu Magnolienkapseln geeignet, die sich bereits öffnen und die Samen freisetzen. Ansonsten können die frischen Kapseln auch ein paar Tage gelagert werden, bis sie trocknen und sich öffnen. Danach wird die fleischige Beere entfernt und der Samen über Nacht in lauwarmes Wasser eingeweicht. Am nächsten Tag wird die äußere Schutzschicht des Samens entfernt, dieser Vorgang nennt sich Vertikutieren. Dazu wird der Samen leicht mit Sandpapier, Siebdraht oder Stahlwolle abgerieben. So werden schützende Öle entfernt und das Aufbrechen und Auskeimen des Saatguts erleichtert.

Stratifizierung des Magnoliensamens

Stratifizierung des Magnoliensamens

Damit Magnoliensamen keimen, müssen sie einen Prozess durchlaufen, der Stratifizierung genannt wird. Dazu werden die Samen in einem Behälter mit feuchtem Sand oder Torf vermischt und für mindestens drei Monate in den Kühlschrank gestellt. Der Sand sollte nicht so feucht sein, dass Wasser aus der Hand tropft, wenn er zusammengedrückt wird. Werden die Samen aus dem Kühlschrank geholt, ist das ihr Signal, dass der Winter vorbei und die Zeit zum Keimen gekommen ist.

Alternativ können die Samen auch in einen Anzuchtkasten oder kleinen Topf gepflanzt und in einen Frühbeetkasten gestellt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Erde den ganzen Winter über feucht und vor Frost geschützt ist. Ebenso können die Samen im Freien mit einer Schicht Mulch überwintern. Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass sie erfrieren oder austrocknen. Zudem sind sie dann ein beliebtes Futter für hungrige Vögel und Eichhörnchen.

Magnoliensamen pflanzen

Magnoliensamen pflanzen

Die Samen sollten im Frühjahr, wenn die Temperaturen ungefähr 20 Grad Celsius erreichen, entweder direkt in die Erde oder in einen Topf eingesetzt werden. Dazu werden sie mit einer ungefähr 0,5 cm dicken Schicht Erde oder einem anderen Pflanzmedium bedeckt, das gleichmäßig feucht gehalten werden muss, bis die Samen keimen. Eine Schicht Mulch wird dem Boden helfen, die Feuchtigkeit zu speichern, während der Magnolien-Sämling wächst. Dies dauert normalerweise ein paar Wochen. Während dieser Zeit sollte eine starke Sonneneinstrahlung vermieden werden. Die so entstandenen Setzlinge können nun an ihren endgültigen Standort verpflanzt werden. Sie sollten während des ersten Jahres weiterhin gleichmäßig feucht gehalten und vor direkter Sonne geschützt werden.

Der ideale Standort für einen Magnolienbaum

Obwohl verschiedene Magnolienarten leicht unterschiedliche Bedingungen benötigen, ist im Allgemeinen ein schwach saurer, feuchter, lockerer, gut dränierender Boden ideal. Um die natürlichen Bedingungen der Magnolie nachzuahmen, sollte die Erde mit Torfmoos und Kompost ergänzt werden. Die Magnolie bevorzug eine Lage in der Sonne oder im Halbschatten. In den ersten Jahren ist es sinnvoll, den Baum zu bewässern. Danach ist er gegenüber mäßiger Trockenheit tolerant. Magnolien brauchen Platz, um zu ihrer vollen Größe und Breite heranzuwachsen. Bei der ersten Anpflanzung sehen sie zwar klein aus, aber mit der Zeit werden sie den Raum ausfüllen. Einige Magnoliensorten blühen erst mit 15 Jahren, dann wird die traumhafte Blütenpracht aber eine tolle Entschädigung für den Aufwand sein.

Expertentipp

Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn Samen von Standardsorten und nicht von Hybriden oder Spezialsorten verwendet werden. Hybride werden speziell bestäubt, um zwei Sorten miteinander zu vermischen. Ihre Samen kehren wahrscheinlich zu einer der Elternsorten zurück, anstatt die gewünschte Baumart hervorzubringen.

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Lisa ist begeisterte Hobby-Gärtnerin. Sie hat nicht nur einen bunten Garten mit Teich direkt vor ihrem Haus, sondern auch noch einen Schrebergarten, auf dem sie viel Gemüse anbaut. Als Garten-Redakteurin konnte sie ihr Hobby zum Beruf machen.

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